Auch in der Werbe- und Medienbranche werden schamlos Ideen geklaut und vermarktet. Die komplizierte Rechtslage schützt das Urheberrecht kreativer Köpfe kaum und gefährdet damit ihre Geschäftsgrundlage.
Benjamin von Stuckrad-Barre dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als er im Juli 2009 die Ausgabe 30 des Magazins Stern in den Händen hält. In einem Bericht über den Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit kommt ihm einiges bekannt vor. Ganze Passagen und Sätze sind nahezu wörtlich identisch mit einer Reportage, die der Schriftsteller und Journalist selbst zweieinhalb Jahre zuvor in der Jubiläumsausgabe der Zeitschrift Tempo veröffentlicht hatte. Stuckrad-Barres Wowi-Porträt wurde 2007 für den renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis nominiert - pikanterweise vergeben vom Stern-Verlag Gruner + Jahr.
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Zwei Originale oder doch Copy+Paste? Auch bei der Erfolgssendung Bauer sucht Frau und ähnlichen Formaten gibt es Diskussionen um die kreative Urheberschaft. (© RTL/StefanGregorovius)
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Stern-Autor Tilman Gerwien hatte etwas getan, über das derzeit heiß diskutiert wird: Kopieren ohne zu Zitieren. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg kostete das erst seine Doktorwürde, dann sein Amt. Im Journalismus ist das Copy-Paste-Verfahren jedoch allgegenwärtig. "Wir erleben immer wieder, dass exklusive Geschichten an die Agenturen gemeldet werden und dann beim Nachdruck die Quelle nicht mehr genannt wird", ärgert sich der ehemalige Capital-Chefredakteur Ralf-Dieter Brunowsky. "Der allgegenwärtige Google-Journalismus unterscheidet sich von plagiierten Doktorarbeiten nur im wissenschaftlichen Anspruch. Manche Medien verhalten sich hier heuchlerisch."
Das Xerox-Prinzip ist überall, nicht nur im Journalismus. Copy-Cats streunen in allen Winkeln der Kommunikationsbranche: Artikel werden ebenso abgekupfert wie Kampagnenideen und Werbe-Slogans. Eine erfolgreiche Zeitschrift, eine Fernsehshow oder eine Website zieht in kürzester Zeit Kohorten von Klonen nach sich. Das Internet bietet dabei ein nahezu unerschöpfliches Reservoir, aus dem Nachahmer schöpfen können. Texte, Bilder, Designs und Ideen - alles ist im Netz für jedermann verfüg- und kopierbar. "Die technische Entwicklung war sicher schneller als die menschliche", analysiert Anselm Bilgri , Unternehmensberater und wirtschaftsaffiner Ex-Prior des Klosters Andechs.
Der Journalist Markus Peichl sieht sogar "die gesamte Gesellschaft von diesem Virus infiziert". Der einstige Gründer und Chefredakteur des Magazins Tempo und Veranstalter des Zeitschriftenpreises Lead-Awards findet: "Das Plagiat ist zum Primat geworden." TV-Produzent Borris Brandt glaubt, dass "heute viel selbstverständlicher geklaut wird". Der Ex-Endemol-Deutschland-Boss stellt einen schwindenden Respekt vor Kreativität fest. "Man regt sich nur nicht mehr auf und nennt es dann Inspiration."
Texter, Journalisten, Fotografen und Designer beklagen dasselbe Problem: Das Internet ist zum Selbstbedienungsladen für Kreationen geworden. Laut dem Juristen Eberhardt Kolonko hat der Siegeszug des Webs die Zunahme von Urheberrechts-Verletzungen beschleunigt. Doch selten landen Fälle wie der des Autors Stuckrad-Barre, bei dem sich der Stern inzwischen entschuldigt hat, vor Gericht. Dabei wäre die Rechtslage bei dreisten Direkt-Übernahmen eigentlich klar. Das Urheberrecht schützt Texte, Slogans, Grafiken oder Fotos. Dass sich Urheber oft dennoch nicht juristisch wehren, hat viele Gründe. Sei es Angst, als Streithansel auf einer schwarzen Liste zu landen. Oder man klärt die peinliche Sache im Stillen und ohne Anwalt.
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FKK-Slackliner Alexander Schulz
Bemerkenswert finde ich, dass genau das offenbar nicht flächendeckend verstanden wird. Die Propaganda der von BWLern geleiteten Unternehmen hat offenbar bereits genug Gehirn gewaschen. Na, mich kann das nicht beeindrucken: Ich beschäftige mich seit vielen Jahren ausführlichst mit diesem Thema. Und habe genug Bücher darüber gelesen und genug Vorträge dazu gesehen. Bemerkenswert dabei finde ich, dass ich auf den Seiten der SZ eigentlich User erwartet hätte, deren Intelligenz und Bildung überdurchschnittlich sein sollte und die auf Grund ihrer Erfahrung und geistige Reife dies ähnlich sehen sollten wie ich. Das Rot bei deinem und meinem Beitrag zeigt mir, dass man sich da ganz schön täuschen kann. Nun - macht nichts: Es ändert nichts an den Sachverhalten und Zusammenhängen. Ich bin zuversichtlich, dass auch die Rot-Klicker das irgendwann verstehen können, wenn sie irgendwann von ihren panischem Emotionen ("meins! meins! meins! meins!") einen Schritt zurück machen und sehen, wie viel sie dabei gewinnen können. Und wenn sie sich mal vor Augen führen, was sie alles noch (weiter) verlieren durch überzogene Monopolansprüche.
"Das ist - wie auch bei Zeichnern - Frage des Vertrags. "
Das ist - wie auch bei Zeichnern - Frage des Vertrags.
und die Steuererklärung obsolet machen. Die Abschreibungen verursachen nämlich folgendes:
Einer der ein Millioneneinkommen hat kommt nach Steuern noch auf 25 bis 35% Steuern und Abgaben. Einer der sich den A... aufreisst und 40.000 bis 70.000 Euro verdient hat bis zu 53% Steuern und Abgaben zu leisten und freut sich dann über lächerliche 500 bis 2000 Euro die er wieder zurückbekommt und dann gibt es diejenigen die darunter sind. Bei denen wäre ist das Papier teuerer als das was draufsteht.
Ich habe im Übrigen nicht von Gemeinfreiheit geschrieben sondern dass das Urheberrechtsgesetz massiv überarbeitet gehört. Im Übrigen muss man hier auch durchaus die Frage stellen warum man einseitig eine Berufsgruppe schützt. Ingenieure und Techniker erstellen auch laufend Zeichnungen und Pläne und die erhalten auch nur ein einziges Mal Geld dafür. Wobei das meiste Geld ja bei den Verlagen und Verwertungsgesellschaften bleibt und bei den Künstlern welche die Werke erstellt haben oft nur noch ein lächerlicher Betrag rausfällt.
Ich sehe keinen Grund, bspw. Musik gemeinfrei zu machen, nur weil das der gelebten Realität entspricht.
Wo ist der Unterschied zu einem Buch, das einer ausarbeitet? Nur, weil alle zu schnell fahren oder bei den Steuern besch***en ist das nicht auch zu legalisieren.
Haft ist übertrieben und wurde imho in den letzten 20 Jahren deswegen nicht verhängt.
Paging