Hat diese Art Journalismus also Zukunft? Veit Siegenheim ist sich da sicher. Zusammen mit dem Fernsehjournalisten und Center.tv-Gründer André Zalbertus hat er die Inhaltefabrik in Bochum gegründet. Zehn festangestellte und viele freie Mitarbeiter sind dort gerade damit beschäftigt, das Web-Portal Wiegehtdas.tv mit Text- und Videobeiträgen zu den unterschiedlichsten Themen zu füllen: von Auto über Computer bis hin zu Arbeit und Gesundheit.

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Die Absicht: zu jeder möglichen Frage, die der User in die Google-Suchmaske eingeben könnte, auf Wiegehtdas.tv eine Antwort zu haben und im Ranking entsprechend weit vorne aufzutauchen. Vorbild ist das 2006 in den USA gegründete Demand Media, das über seine Site ehow.com noch die unmöglichsten Fragen via Video beantwortet und monatlich Tausende neuer Artikel und Videos einstellt.

Howcast.com, Answers.com und Seed.com sind ähnlich gelagerte Medienphänomene, bei denen die Inhalteproduktion einer Fließbandarbeit gleicht: Hauptsache zu jedem Thema gibt es irgendeine Antwort.

Ist dies das Ende des qualitativ anspruchsvollen Journalismus? Nein, beschwichtigt Veit Siegenheim. "Wir sind nur eine zusätzliche Facette, und das bei Kostenstrukturen, die noch vor Jahren undenkbar waren."

Allerdings glaubt auch Siegenheim, dass die Entwicklung nicht spurlos an den etablierten Medien vorübergeht. "Dem traditionellen Journalismus werden wir ein Stück wegnehmen."

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(W&V 32/2010/rp)