W&V: Erfolgsmodell im Pay-TV Gutes Geschäft mit Serien-Junkies

Wer zahlt fürs Fernsehen? Mit Serien jenseits des Mainstreams funktioniert das Geschäft - Erfolgsbeispiele dafür gibt es genug.

Von Sigrid Eck

60 Millionen Dollar investierte der US-Sender HBO in die 13-teilige Serie Boardwalk Empire - das ist mehr Geld als sechs deutsche Kinofilme zusammen kosten. Das enorme Budget sieht man der Produktion in jeder Einstellung an.

Seit zwei Wochen ist das Gauner-Epos von Regisseur Martin Scorsese auf TNT Serie zu sehen. Einem Pay-TV-Sender, der unter anderem über die Plattformen Sky Deutschland, Kabel Deutschland und Entertain (Telekom) zu empfangen ist.

Boardwalk Empire ist im Pay-TV keine Ausnahme. Dort laufen hochgelobte und preisgekrönte Serien wie Mad Men, Die Sopranos, The Wire, Lost und 24. "Wir sind wesentlich freier in der Auswahl dieser Programme und können kultige Serien zeigen, die sich unter Quoten-Gesichtspunkten im Free-TV nicht refinanzieren ließen", sagt Günther Picker, Deutschland-Chef von Sony Pictures TV, der auf dem Action-Sender AXN gerade Breaking Bad zeigt.

Die Programmperlen - im frei empfangbaren Fernsehen in Randzeiten versendet - sind für Spartensender und Plattformbetreiber zunehmend ein Verkaufsargument. "Mit Serien trifft man eine Zielgruppe, die bislang noch keine Affinität zum Pay-TV hatte", sagt ein Sprecher der Deutschen Telekom. Das meint: ein anspruchsvolles Publikum, das bereit ist, sich auf Geschichten jenseits des Mainstreams einzulassen.

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