Wotan Wilke Möhring beim "Tatort" Erst Hamburg, dann eine Insel

Wotan Wilke Möhring wird "Tatort"-Kommissar des NDR. Zweimal im Jahr soll er künftig im Norden ermitteln. Aber warum eigentlich er?

Von Katharina Riehl

Wotan Wilke Möhring hatte schon den ersten Teil von Til Schweigers Fintessstudio-Ringelpiez Männerherzen gedreht und war im Tom-Cruise-Attentatsfilm Operation Walküre aufgetreten, als er Ende 2009 in einem Interview über seine fehlende Prominenz sprach. Berühmt sein hieße nicht unbedingt, die besseren Rollen zu bekommen, sagte er. Und: "Je bekannter du bist, desto mehr Verantwortung lastet auch auf dir."

Wotan Wilke Möhring wird künftig im NDR-"Tatort" ermitteln. Seinen Kollegen Til Schweiger kennt er bereits.

(Foto: dpa)

Von 2013 an wird seine Verantwortung schwerer wiegen, denn eine prominentere Verpflichtung als die für die Rolle eines Tatort-Kommissars hat das deutsche Fernsehen ja eigentlich nicht zu vergeben. Der NDR lässt Möhring zweimal jährlich im Tatort ermitteln, an diesem Dienstag beginnen die Dreharbeiten. Der erste Fall heißt "Feuer über Flottbek" und handelt von Autobrandstiftern. Der zweite wird Möhring als Kommissar Thorsten Falke aus Hamburg hinaus auf eine Nordseeinsel führen. Wo Falke stationiert sein soll, werde sich noch ergeben, teilte NDR-Spielfilmchef Christian Granderath mit. Das klingt rätselhaft.

Daran, dass inzwischen die Intendanten eine Tatort-Kommissariatsbesetzung für so wichtig halten, dass sie sich dazu äußern, muss man sich jedes Mal neu gewöhnen. Lutz Marmor jedenfalls, der Chef des NDR, ließ verbreiten: "Wotan Wilke Möhring ist ein Charakterdarsteller mit einer enormen Bandbreite."

Zwei Tatorte im Jahr wurden mit ihm vereinbart, womit künftig sieben Krimis der Reihe aus dem Norden zu sehen sein werden statt wie bisher sechs (mit Maria Furtwängler in Hannover, Axel Milberg und Sibel Kekilli in Kiel, Mehmet Kurtulus in Hamburg). Für Kurtulus, der als verdeckter Ermittler Cenk Batu eine interessante Figur war, wurde Til Schweiger engagiert. Schweiger steht aber nur für einen Tatort im Jahr zur Verfügung. Das Minus aus der Produktion glich der NDR nun mehr als aus.

Warum eigentlich Möhring? Spielfilmchef Christian Granderath weist auf die gewachsene Beziehung zwischen dem Sender und dem Schauspieler hin. Für den NDR drehte Möhring zum Beispiel die Koproduktion Homevideo, die inzwischen viele Preise gewonnen hat. An Fatih Akins Soul Kitchen war der NDR beteiligt, schon vor zehn Jahren entstand das Mobbing-Drama Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Möhring allein erscheint schon als überraschende Wahl. Dassauch die blonde, ausdrucksstarke Aktrice Petra Schmidt-Schaller mitwirkt - als Falkes Kollegin Katharina Lorenz -, macht den neuen Tatort des NDR zunächst einmal immerhin besonders

Und dann auch noch der Oberzyniker

mehr... Bilder