Voreilige Pressemitteilung Einigung zwischen WWF und Kritiker geplatzt

Doch kein Frieden: Alles schien zwischen Wilfried Huismann und dem WWF auf eine Einigung über die kritische Publikation "Schwarzbuch WWF" des Grimme-Preisträgers hinauszulaufen. Doch die Umweltstiftung prescht mit einer Pressemitteilung vor - und macht alles zunichte.

Von Lars Langenau

Eine gütliche Einigung schien möglich, aber nun wird doch noch einmal gestritten: Ohne vorab mit Wilfried Huismann, Autor des Schwarzbuch WWF, und den Justiziaren des verlegenden Gütersloher Verlagshauses gesprochen zu haben, sendet die Umweltstiftung eine "Presseinformation" mit Sperrfrist an ausgewählte Agenturen und Zeitungen.

Wilfried Huismann im Juni vor dem Landgericht in Köln. Der Buchautor sagt, dass er in einer Neuauflage seiner Publikation Schwarzbuch WWF keine wesentlichen Änderungen hinnehmen musste und auch sein Hauptvorwurf, der WWF sei zu industriefreundlich, bestehen bleibe.

(Foto: dpa)

Ein Wettlauf um die Deutungshoheit zum Ende des erbittert geführten Rechtsstreits um das kritische Buch. Die Medien sollen sich bei Zitaten von WWF-Geschäftsleitungsmitglied Marco Vollmer bedienen, in dem der Kommunikationsexperte den Autor frontal angreift. Davon bekommt der Verlag Wind und reagiert selbst mit einer Erklärung: Man weise die Unterstellung zurück, der Autor zeichne in seinem Schwarzbuch "ein Zerrbild aus falschen Aussagen, Diffamierungen und Übertreibungen", heißt es.

Huismann und Rainer Dresen, Anwalt des Verlages, weisen eine Einigung nun entschieden zurück. Tenor: Man sei zwar auf einem guten Weg gewesen, aber der WWF verstelle in seiner aktuellen Darstellung vollkommen die Wirklichkeit. Deshalb habe man kurzfristig die Unterschrift zur Einigung zurückgezogen. Dresen spricht von "fragwürdiger Informationspolitik" - und einem "PR-Gau" der Umweltstiftung.

Huismann sagt, dass er in einer Neuauflage keine wesentlichen Änderungen hinnehmen musste und auch sein Hauptvorwurf, der WWF sei zu industriefreundlich, bestehen bleibe.