Verplappert "Mir ist das ungeheuer peinlich"

  • Claudia Zimmermann erwähnte in einer niederländischen Talkshow die Anweisung an die Medien, Merkels Flüchtlingspolitik zu unterstützen.
  • Am Tag darauf nimmt die WDR-Mitarbeiterin ihre Äußerung zurück, mit der Begründung, es sei die Aufregung gewesen.
Von David Denk

Jeder kennt das Gefühl, etwas gesagt zu haben, was man rückblickend - oder schon während man es ausspricht - lieber nicht gesagt hätte.

Im Falle von Claudia Zimmermann soll die Aufregung schuld gewesen sein. Das wäre zumindest bemerkenswert, sollte die freie WDR-Autorin doch mit dem "Druck der Live-Situation" vertraut sein.

Doch damit erklärt sie nun, warum sie am Sonntag im niederländischen Radio "Unsinn geredet" habe. Im Talk De Stemming erwähnte sie eine Anweisung, Merkels Flüchtlingspolitik zu unterstützen. Die öffentlich-rechtlichen Sender seien "angehalten, das Problem in einer mehr positiven Art anzugehen".

Wasser auf den Mühlen von Verschwörungsfreunden

In der Debatte nach den Silvester-Übergriffen ist das Wasser auf die Mühlen von Verschwörungsfreunden. Der Kopp-Verlag sieht einen "denkwürdigen und vielsagenden Auftritt", eine "schockierende Radio-Beichte". Der WDR reagierte entrüstet auf Zimmermanns Aussage: Man berichte stets "ausgewogen und unabhängig".

Seine langjährige freie Mitarbeiterin zitierte der Kölner Sender am Montag wie folgt: "Mir ist das ungeheuer peinlich. Denn ich bin niemals als freie Journalistin aufgefordert worden, tendenziös zu berichten oder einen Bericht in eine bestimmte Richtung zuzuspitzen."