US-Verlage Erste Reihe

Nach 25 Jahren wird wieder eine Frau Chefredakteurin des einflussreichen US-Magazins "Vanity Fair". Radhika Jones, bislang Chefin des Buch-Ressorts der "New York Times", folgt auf Graydon Carter, der das Magazin lange geprägt hat.

Von Viola Schenz

Für News in eigener Sache zu sorgen, beherrscht Vanity Fair schon immer. Hier erschien 1991 die sehr schwangere, sehr nackte Demi Moore auf dem Cover, hier wurde 2005 enthüllt, wer hinter Deep Throat (Watergate) steckt, hier pflegt man eine auflagenstärkende Feindschaft mit Donald Trump. Das US-Magazin demonstriert ziemlich einzigartig, dass sich Promi-Klatsch, Politik, Kultur, Wall Street und Unterhaltung in einem Produkt vereinen lassen. Diese Woche gibt es wieder mal einen Coup: Wie der Condé-Nast-Verlag bekannt gab, wird Radhika Jones neue Chefredakteurin. Der Beginn einer neuer Ära, bei Vanity Fair wird von seinen Chefredakteuren erwartet, das Blatt deutlich zu prägen.

Jones verantwortet bei der New York Times seit einem Jahr das Buch-Ressort, davor hatte sie leitende Positionen bei Time und beim Literaturmagazin Paris Review inne. Die 44-Jährige löst den flamboyanten Graydon Carter, 68, nach 25 Jahren ab. Mit der umtriebigen Tina Brown gab es von 1985 bis 1992 schon einmal eine Frau an der Vanity Fair-Spitze.