Was war angesagt? Wer hat diese Woche gewonnen und die meisten Zuschauer vor den Bildschirm gelockt? Hier gibt's die Quoten der Woche.
Wer dieser Tage einfach mal die Augen schließt, der kennt den Bilderrausch: sofort flitzt ungefragt Magdalena Neuner um die Ecke. Die in bunten Kunststoff eingeschweißten Skisprung-Adler segeln majestätisch durch verschneite Bergwelten. Und nervöse niederländische Eisschnellläufer wechseln einsam ihre Bahnen.
Überraschungssiegerin im Slalom und Quotenhit im TV: Viktoria Rebensburg. (© Foto: ddp)
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Eigentlich muss man den Fernseher gar nicht mehr einschalten - und wird es dennoch Abend für Abend nicht lassen. Kurz vor dem Höhepunkt der Winterfernsehfestspiele kann sich so mancher kaum vorstellen, dass jemals Berichtenswertes außerhalb von Vancouver geschah.
Mit 10,01 Millionen Sportfans, die am Dienstagabend zur besten Sendezeit der Biathletinnen-Staffel die Daumen drückten, stellte das ARD-Olympiateam den bisherigen Reichweitenrekord auf und gab sich somit stolz selbst eine Goldmedaille.
Wenn es nach dem Geschmack der Öffentlich-Rechtlichen ginge, könnte Olympia ewig weitergehen. Wenigstens bis die verbleibenden sportfreien Sendestrecken bis zum Anpfiff der Fußball-WM gefüllt sind. Doch die sedierende Wirkung der allgegenwärtigen Sporthöchstleistungen, die ARD und ZDF an fünf von sieben Wochentagen oben aufs Siegertreppchen klettern ließen, bringt es auch mit sich, dass eingeübtes Programmwissen verloren geht.
Wer kann sich noch an Tage erinnern, an denen jemals sonntagabends ein Tatort zu begutachten war? Oder wann kümmerten sich Um Himmels Willen Janina Hartwig und Fritz Wepper zuletzt ums Seelenheil der Fernsehgläubigen?
In Ausnahmezeiten gelten andere Regeln, und so kommt es, dass im ZDF dienstags zur Hauptsendezeit plötzlich ein Naturfilm läuft und Dirk Steffens' Faszination Erde dort mit 4,08 Millionen mehr Fans anlockt als die ARD-Konkurrenzveranstaltung Erlebnis Erde auf dem gewohnten Sendeplatz am Naturdoku-Montag. Den Ausflug nach Kroation wollten nämlich nur 3,68 Millionen Zuschauer mitmachen. Eines hat sich allerdings auch im Olympiatrubel nicht geändert: Wenn man brisante Doku-Recherchen wie den Film Karstadt - Der große Schlussverkauf mittwochs im Nachtprogramm versteckt, dann finden ihn dort wirklich nur 1,01 Millionen TV-Trüffeljäger.
Unbeindruckt vom großen Sportzirkus blieb dieser Tage nur die eingeschworene RTL-Fangemeinde: Und die ermöglichte Dieter Bohlen einen neuen Samstagssieg für den Dauerbrenner Deutschland sucht den Superstar - diesmal mit 6,46 Millionen willigen Claqueuren.
Bohlens Pro-Sieben-Kollege Stefan Raab tut sich mit Unser Star für Oslo deutlich schwerer - vermutlich, weil selbst die verbliebenen 1,87 Millionen Musikinteressierten sich jetzt schon einig sind, dass Lena Meyer-Landrut nach Norwegen muss.
Marktanteile (Jahreswerte bis inkl. Donnerstag): ARD 13,5%, ZDF 13,4%, RTL 12,8%, Sat.1 9,8%, ProSieben 6,1%.
(sueddeutsche.de/berr)
Kapitalabzug aus Südeuropa
tja, der "RTL-spendenmarathon" für das wohl des senders läuft ja prima, immerhin können bohlen und Co. den gürtel weiterschnallen.
wenn auch ziemlich niveaulos, aber effizient, immerhin ein beweis dafür, wie borniert das Gros von uns ist!