TV-Kritik "Wer wird Millionär?" "Klugscheißer aus Potsdam"

Doch als Cindy ihn schließlich einmal durchs halbe Studio jagt, reicht es Jauch. "Wenn der Mob die Regierung übernimmt", raunzt er seinem Alter Ego Kessler zu. Und Cindys Telefonjoker Oliver Pocher, den die Kandidatin gleich zwei Mal hintereinander konsultiert, flüstert er am Telefon zu: "Sie nervt. Sie hört nicht auf."

Aber Herr Jauch, dabei geben Sie so ein amüsantes Duo ab! Sollte aus Cindys Assistentinnen-Job bei "Wetten, dass..?" nichts werden, an Günther Jauchs Seite wäre sie auch gut aufgehoben. Nur befürchtet dieser offenbar, dass ihm die Wuchtbrumme die Show stehlen könnte. Als sie bei 125.000 Euro aufhören muss, verlässt sie die Bühne auch ein wenig beleidigt. Das wäre schon ihr Ding.

Nach einer langweiligen Raterunde mit Felix Magath kommt es schließlich zum von RTL überall angekündigten Aufeinandertreffen: Als Günther Jauch tritt Michael Kessler nach zweieinhalb Stunden Sendung endlich dem wahren Jauch gegenüber. Der Moderator kündigt sein Alter Ego als "Klugscheißer aus Potsdam" an - wie schön, wenn man auch mal vom Leder ziehen darf.

Kessler zischte sich sodann mit dem stimmhaftem "s" à la Jauch durch die Fragen, nicht ohne an geeigneter Stelle auch die für den Moderator typischen Kunstpausen einzulegen. Kessler kann Jauch. Nur ist es ausgerechnet bei "Wer wird Millionär?", der Sendung, die Jauch seit knapp 14 Jahren moderiert, am Ende doch zu viel des Jauch, äh, des Guten.

WWM-Prominentenspecial Die Fragen an "Günther Jauch"

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Spott für Gottschalk

Als einziger Kandidat hatte der doppelte Jauch übrigens prominente Unterstützung dabei: Thomas Gottschalk, dargestellt von Kesslers "Switch"-Kollege Bernhard Hoëcker, der diesen gekonnt gönnerhaft gab. So spöttelte er von seinem Platz im Publikum über seinen ehemaligen Kollegen: "Irgendwann hab ich Karriere gemacht und er macht immer noch Quizshows."

Als ob der Jauch-Faktor noch nicht hoch genug wäre, setzten die Macher bei der 32.000-Euro-Frage noch eins drauf: Als Fake-Jauch Kessler bei der Frage nach Günther Jauchs zweitem Vornamen passen muss und einen Telefonjoker konsultiert, klingelt es ausgerechnet in der Jackettasche des echten Jauchs. Wen wundert's.

Um das Geheimnis zu lüften: Jauch heißt Johannes mit zweitem Vornamen und Kessler erspielte 500.000 Euro. Also Günther Jauch. Von dem hat RTL aber eindeutig eine Portion zu viel in die Sendung gepackt.

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