Das "P" taucht nicht bei jener Spielrunde auf, die sich "M-Ball" nennt. Der M-Ball wird in den klassischen Werbepausen von einer Schokoladenfirma beworben. Sie hat ihn erfunden. Dabei findet gerade hier - und der Sender behauptet nur hier - Product Placement statt. Dass man das P an dieser Stelle nicht einblenden muss, ist zwar rechtlich korrekt - mutet dennoch eigenwillig an.
Anzeige
Während man noch über nussförmige Bälle nachdenkt, hat Herausforderer Hans Martin diese Runde schon gewonnen. Der 29-Jährige hätte Zeit schinden können, nach den ersten Toren. Doch das tut er nicht. Er ist fair, ehrgeizig - und auch ein wenig langweilig.
Raab und der durchaus witzige Moderator Matthias Opdenhövel - vielleicht sollte sich DSDS-Kollege Marco Schreyl da mal ein Beispiel nehmen - scheinen sich durch die Namensgleichheit an einen früheren Kandidaten namens Hans-Martin zu erinnern. Dieser nervte vor allem durch nervige Fragen an die Schiedsrichter und selbstsichere Sprüche.
Wie ein Osterhase mit Rollator
Da ist der jetzige Kandidaten ganz anders. Dieser Hans Martin spielt konzentriert, gewinnt Runden wie das Leiterrennen (Opdenhövel: "Wie ein Osterhase mit Rollator") und das Würfeln. Ausgerechnet letzteres Spiel, eine reine Glücksspielnummer, erweist sich als dramaturgisch besonders gelungen. Immer wieder fallen Raab wie auch Hans Martin im letzten Moment zurück. Raabs Herausforderer behält trotzdem das Pokerface.
Nur beim Putten scheint er die Nerven zu verlieren, schießt fast immer daneben. Dann, bei der Runde "Wann war das?", einem weiteren Wissensquiz, schafft es Hans Martin, die vier Koffer mit den insgesamt zwei Millionen Euro für sich zu gewinnen: Wann kippte die Mercedes A-Klasse beim Elchtest um? Der Mann aus Grevesmühlen schnappt sich die vier Koffer und schreit. Mit dem Geld wird er nun eine Party organisieren und die Entwicklungsarbeit eines Freundes in Kenia unterstützen.
Stefan Raab, noch leicht benommen, war offenbar froh, dass die Sendung vorüber war. Der Schädel brummte vermutlich noch immer. Ein Kopfschmerzmittel wäre sicher das geeignete Produkt für die TV-Premiere des legalen Product Placement gewesen.
Sie sind jetzt auf Seite 3 von 3
- Thema
- Nachtkritik RSS
- FC Bayern: Einzelkritik Robben, der Regelbrecher 15.05.2010
- TV-Kritik: Germany's Next Topmodel Cindy-rella und der Ritter 14.05.2010
- TV-Kritik: Maybrit Illner Als Josef Ackermann die Kernschmelze entdeckte 14.05.2010
- Stilkritik: Samantha Cameron Sexy Sam - die Frau mit dem Tattoo 12.05.2010
- Schlag den Raab Leute, ich brauche Gegner! 10.05.2010
- TV-Kritik: Anne Will FDP-General Lindner - kein böses Wort 10.05.2010
- TV-Kritik: "Frag doch mal die Maus" Aus die Maus 09.05.2010
(sueddeutsche.de/jja)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Naja. Wieso die Aufregung?
Privatfernsehen finanziert sich durch Werbung. Wer ertragen kann, dass Boxkämpfe, an sich gut gemachte Filme oder Shows von Werbung unterbrochen werden, der schaut sich das Angebot dieser Sender an.
Wer das nicht mag, der kann es lassen.
Ich lasse es in den meisten Fällen. Mich nerven Werbeunterbrechungen. Wenn ich mir Raabs Sendungen ansehe, weiß ich was mich erwartet, demzufolge brauche ich mich darüber nicht beschweren. Was ich auch nicht tue - denn die Sendungen des Herrn Raab (wenn auch nicht alle) sehe ich ab und an recht gern. Produktplacement interessiert mich nicht. Schicke Autos oder Reisen kann ich (nach reichlicher Vorstellung) auch bei den GEZ-finanzierten Sendern gewinnen. Dort begrüßt mich wohlplatzierte Werbung vor/nach jedem Tatort oder jedem nennenswerten Film. Selbst das Wetter ist dort werbefinanziert. Trotz der teilweise recht frech erhobenen Gebühren.
Und Bücher/CD-Vorstellungen? Nehme ich nicht als Werbung wahr. Das gehört doch schon immer dazu und ist der Rede nicht wert.
Wem das Niveau der privaten Sender (oder des TV's generell) nicht gefällt, dem empfehle ich ein von mir bereits zuhauf getestetes und überaus probates Mittel:
Abschalten.
Bei den Ärzten/dem Arzt, die nach einem solchen Sturz die Fortsetzung der Sendung befüworteten, sollte überlegt werden, ob nicht berufsrechtliche Konsequenzen in Frage kommen. Kein verantwortlicher Arzt kann bei den Symptomen, die Raab eindeutig bot und berichtete eine solche Fortsetzung befürworten. Das ist ein klarer Behandlungsfehler.
Käme ein solcher Patient in "normale" ärztliche Behandlung, würde auf jeden Fall Bettruhe und 12 bis 24 Stunden stationäre Beoabachtung und Kontrolle angeordnet, unter Umständen eine umgehende Computertomographie.
Was ist ein Menschenleben im deutschen "Unterhaltungsfernsehen" noch wert??
in Deinem Alter noch vor der Kamera Unfug machen?
Wie wärs mit ner Talkshow?
Der Beitrag ist zwar hübsch geschrieben, aber die neuen Regelungen zum product placement wurden von der Autorin offenbar grob missverstanden, denn besagtes "P" wurde nicht etwa immer dann eingeblendet, wenn ein Produkt platziert wurde, sondern schlicht stur nach jedem Werbeblock für drei Sekunden (selbst wenn der Block nur aus einem Spot bestand). Somit blieb der Zuschauer generell im Unklaren darüber, welche Produkte hier genau platziert wurden, da nur allgemein über das product placement informiert wurde und nicht bei jeder Platzierung gesondert, wie die Autorin hier fälschlicherweise glauben machen will.
Darüber hinaus zeugt Frau Berr übrigens nicht gerade von Medienkompetenz, wenn sie auch die vor die Kamera gehaltenen Musik-CDs der Showacts als product placement kategorisiert. Streng genommen ist es das natürlich, aber jedem, der in den letzten zwanzig Jahren schon mal eine Unterhaltungssendung geschaut hat, dürfte wohl klar sein, dass diese Form von product placement sicherlich nicht unter die neuen Regelungen des RStV fällt, denn dass Künstler in einer Show auftreten, um Werbung für ihre CD/Film/Buch zu machen, dürfte wohl allgemein klar sein.
Es gab auch Sprünge, aber dort ist Raab nicht gestürzt. Er ist gestürzt, als ein über ein (ca. 50 - 70 cm hohes) Hindernis fuhr und das Gewicht beim Runterfahren vom Hindernis zu weit nach vorne verlagert hat. Dabei ist er über den Lenker "abgestiegen" und hat seine Hand nicht zum Schutz vors Gesicht genommen - er ist direkt mit dem Gesicht auf der sandigen Bahn gelandet.
Übrigens ist genau zur gleichen Zeit am gleichen Hindernis (auf der anderen Bahn) auch der Kandidat gestürzt. Er ist auch Kopfüber "angestiegen", allerdings hat er sich mehr oder weniger abgerollt, weshalb er keine relevanten Verletzungen hatte (naja, ein paar blaue Flecken wird er evtl. haben). Deshalb ist er gleich wieder aufgestiegen und weitergefahren, dann aber bei der nächsten Möglichkeit wie erwähnt in Richtung Raab abgebogen.
Paging