Verunglückte Premiere des Product Placement: Moderator Stefan Raab stürzt - und muss mit Gerhirnerschütterung weitermachen.
"Sportlich gesehen hat der Stefan keine Chance", erklärt Stefan Raabs Herausforderer zu Beginn der Sendung in einem Einspieler - und er sollte damit Recht behalten. Nach drei Monaten Pause, in denen der Entertainer einen Star für Oslo suchte und Lena Meyer-Landrut fand, kommt er am Samstagabend mit seiner Duellierungsshow Schlag den Raab zurück. Und diese 22. Liveshow der Pro-Sieben-Sendung verläuft durchaus dramatisch und wird im Nachhinein als "historisch" angesehen werden, was auch an der Werbung liegt.
Blessuren einer Mountainbike-Fahrt: In Runde sieben stürzte Stefan Raab und ging mit einer Gehirnerschütterung in die noch folgenden Duelle mit Kandidat Hans Martin. (© Foto: Pro Sieben)
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Vor allem aber: Stefan Raab stürzt. Der Moderator mit den kessen Sprüchen ist am Boden.
The show must go on
In der siebten Runde, einer Fahrt mit dem Mountainbike, fliegt der große Mann des Unterhaltungsfernsehens vom Rad, fällt auf sein Gesicht und bleibt liegen. Die Kamera - sonst nicht zimperlich in voyeuristischer Detailansicht - zoomt sofort weg. Der Herausforderer, praktischerweise ein Unfallchirurg, fährt zu ihm. Im Hintergrund hört man ein Martinshorn. Ein Arztteam rennt zu Raab, der immer noch auf dem Boden liegt.
Es ist zunächst unklar, ob Stefan Raab überhaupt weitermachen kann. Dann, nach einer fürs Privatfernsehen äußerst stillen Zeit und kameratechnisch statischen Einblendung, setzt sich Stefan auf. Er will sogar weiterfahren.
Die Show muss weitergehen, die Werbekunden haben schließlich gezahlt - und Raabs Sendung funktioniert ohnehin über seinen tatsächlichen Ehrgeiz, sich den Spielen zu stellen und sie zu gewinnen. In diesem Fall ist es extrem.
Raab wirkt verwirrt, als er wieder aufs Rad steigt. Mit etlichen Schrammen im Gesicht und einem brummenden Schädel startet er erneut, stürzt aber wieder, die dritte Runde absolviert er langsam und wackelig. Später erklärt der Frontman von Pro Sieben, er könne sich an die beiden Runden nach dem ersten Sturz nicht erinnern. Der Arzt diagnostiziert eine Gehirnerschütterung. Und so darf Raab auch nicht beim vorgesehenen Hochsprung antreten. "Schauen Sie ihm ihm Gesicht, dann wissen Sie, wie der Abend verlaufen ist", meint Frank Buschmann, Kommentator der sportlich ausgerichteten Spiele.
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67. Jahrestag der Bombardierung
Naja. Wieso die Aufregung?
Privatfernsehen finanziert sich durch Werbung. Wer ertragen kann, dass Boxkämpfe, an sich gut gemachte Filme oder Shows von Werbung unterbrochen werden, der schaut sich das Angebot dieser Sender an.
Wer das nicht mag, der kann es lassen.
Ich lasse es in den meisten Fällen. Mich nerven Werbeunterbrechungen. Wenn ich mir Raabs Sendungen ansehe, weiß ich was mich erwartet, demzufolge brauche ich mich darüber nicht beschweren. Was ich auch nicht tue - denn die Sendungen des Herrn Raab (wenn auch nicht alle) sehe ich ab und an recht gern. Produktplacement interessiert mich nicht. Schicke Autos oder Reisen kann ich (nach reichlicher Vorstellung) auch bei den GEZ-finanzierten Sendern gewinnen. Dort begrüßt mich wohlplatzierte Werbung vor/nach jedem Tatort oder jedem nennenswerten Film. Selbst das Wetter ist dort werbefinanziert. Trotz der teilweise recht frech erhobenen Gebühren.
Und Bücher/CD-Vorstellungen? Nehme ich nicht als Werbung wahr. Das gehört doch schon immer dazu und ist der Rede nicht wert.
Wem das Niveau der privaten Sender (oder des TV's generell) nicht gefällt, dem empfehle ich ein von mir bereits zuhauf getestetes und überaus probates Mittel:
Abschalten.
Bei den Ärzten/dem Arzt, die nach einem solchen Sturz die Fortsetzung der Sendung befüworteten, sollte überlegt werden, ob nicht berufsrechtliche Konsequenzen in Frage kommen. Kein verantwortlicher Arzt kann bei den Symptomen, die Raab eindeutig bot und berichtete eine solche Fortsetzung befürworten. Das ist ein klarer Behandlungsfehler.
Käme ein solcher Patient in "normale" ärztliche Behandlung, würde auf jeden Fall Bettruhe und 12 bis 24 Stunden stationäre Beoabachtung und Kontrolle angeordnet, unter Umständen eine umgehende Computertomographie.
Was ist ein Menschenleben im deutschen "Unterhaltungsfernsehen" noch wert??
in Deinem Alter noch vor der Kamera Unfug machen?
Wie wärs mit ner Talkshow?
Der Beitrag ist zwar hübsch geschrieben, aber die neuen Regelungen zum product placement wurden von der Autorin offenbar grob missverstanden, denn besagtes "P" wurde nicht etwa immer dann eingeblendet, wenn ein Produkt platziert wurde, sondern schlicht stur nach jedem Werbeblock für drei Sekunden (selbst wenn der Block nur aus einem Spot bestand). Somit blieb der Zuschauer generell im Unklaren darüber, welche Produkte hier genau platziert wurden, da nur allgemein über das product placement informiert wurde und nicht bei jeder Platzierung gesondert, wie die Autorin hier fälschlicherweise glauben machen will.
Darüber hinaus zeugt Frau Berr übrigens nicht gerade von Medienkompetenz, wenn sie auch die vor die Kamera gehaltenen Musik-CDs der Showacts als product placement kategorisiert. Streng genommen ist es das natürlich, aber jedem, der in den letzten zwanzig Jahren schon mal eine Unterhaltungssendung geschaut hat, dürfte wohl klar sein, dass diese Form von product placement sicherlich nicht unter die neuen Regelungen des RStV fällt, denn dass Künstler in einer Show auftreten, um Werbung für ihre CD/Film/Buch zu machen, dürfte wohl allgemein klar sein.
Es gab auch Sprünge, aber dort ist Raab nicht gestürzt. Er ist gestürzt, als ein über ein (ca. 50 - 70 cm hohes) Hindernis fuhr und das Gewicht beim Runterfahren vom Hindernis zu weit nach vorne verlagert hat. Dabei ist er über den Lenker "abgestiegen" und hat seine Hand nicht zum Schutz vors Gesicht genommen - er ist direkt mit dem Gesicht auf der sandigen Bahn gelandet.
Übrigens ist genau zur gleichen Zeit am gleichen Hindernis (auf der anderen Bahn) auch der Kandidat gestürzt. Er ist auch Kopfüber "angestiegen", allerdings hat er sich mehr oder weniger abgerollt, weshalb er keine relevanten Verletzungen hatte (naja, ein paar blaue Flecken wird er evtl. haben). Deshalb ist er gleich wieder aufgestiegen und weitergefahren, dann aber bei der nächsten Möglichkeit wie erwähnt in Richtung Raab abgebogen.
Paging