Auf eine weitere Diskussion über Unterwäsche wollte sich übrigens Giovanni Di Lorenzo nicht einlassen. Rakers verkündete nämlich, dass ihrem Co-Moderator auch schon von einer Verehrerin ein Damenslip zugesteckt worden war. Wie Di Lorenzo reagierte, wollte er dann für Rakers überraschend lieber doch nicht vor laufenden Kameras erzählen - und errötete dezent.
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Höhepunkt bei "3 nach9": Der "Tiger", Tom Jones, rockt das Fernsehstudio mit einer wirklich erschütternd puristischen Gospel-Variation des John-Lee-Hooker-Songs "Burning Hell". (© APN)
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Dass ihm in dieser Sendung nicht an Krawall gelegen war, hatte er ja schon im Interview angedeutet. "Es muss ja einen Grund geben, dass sämtliche deutschen Talkshows dem Gast nicht mit dem Hintern ins Gesicht springen", hatte er sueddeutsche.de gesagt und klar gemacht, dass man die Leute in seiner Sendung einfach mal reden lassen müsse.
Bei Hannelore Elsner wäre dieses Geschäftsprinzip zunächst fast nicht aufgegangen, zu angespannt wirkte die Schauspielerin, die sich in TV-Gesprächsrunden erklärtermaßen unwohl fühlt. Um ihr die Anwesenheit zu erleichtern, spielte ihr Di Lorenzo eine Frage zu, die um das heimliche Dauerthema der Sendung - die Rückbesinnung aufs ureigene Plauder-Handwerk - kreiste. "Was ist das Schlimmste, das einem in einer Talkshow passieren kann?", wollte er wissen. Elsner parierte promt und unerwartet schlagfertig: "... dumme Fragen vielleicht".
Mit Publikumsliebling Moritz Bleibtreu zu plauschen, ist dagegen eine sehr leichte Übung. Judith Rakers fühlte sich mit dem Jud Süß - Film ohne Gewissen-Darsteller sichtlich wohl. Und so stellte sie die gute Nachrichtensprecherschule einfach mal hintan - und dutzte Moritz unaufgefordert und kumpelhaft.
Etwas zu lernen gab es für Di Lorenzo und Rakers schließlich bei der bereits erwähnten Judith Fischer. Angesprochen auf ihre eher anspruchsvolle Stückewahl, etwa die teuflisch anspruchsvollen Paganini-Capricen, hinterließ auch sie einen Merksatz fürs Moderatoren-Stammbuch. "Ich will das Publikum nicht unterhalten, sondern erziehen", forderte sie streng. Di Lorenzo zeigte sich beeindruckt. "Die Hälfte der Zeit-Redaktion würden ihnen für diesen Satz die Ehrendoktorwürde verleihen", lobte er ihren Mut zum Unpopulären.
Alles in allem: Unterhaltsam und kurzweilig waren die zwei Stunden 3 nach 9 auf jeden Fall. Zu etwas mehr Talk-Disziplin werden sich die beiden Co-Moderatoren sicherlich noch erziehen. Tom Jones hätte tatsächlich etwas mehr Sendezeit verdient gehabt. Doch stattdessen blieb di Lorenzo nur ein etwas verlegenes Schlusswort: "Das Ende kommt zur falschen Zeit", sagte er.
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(sueddeutsche.de)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Ist es recht so, hl. Laurentius? Hat die neue heiße Mamsell am offenen Grill "3 nach 9" alle Filetstücke (und Sie dazu) appetitlich genug gewendet? Oh, nicht daß wir unzufrieden wären - "The Lady 's not for burning", ich bin mal so Fry. Wie sang doch der unsterbliche Elvis? "Look like an Angel, talk like an Angel". Und Engel ernähren sich bekanntlich von Luft und Liebe, sind auch nicht allzu friedfertig (tut mir leid, Amelie), weder im Grünen noch im Grauen - schon gar nicht, wenn sie zu "Burning Hell" hingeleiten, wogegen Greenpeace allein nicht ankommt. Otto Normalselbstvergifter mag keine Green Pieces, steht aber auf teuflische Verführung. "But I got wise, you're the devil in disguise" (Elvis) - und die Verpackung deutet stilsicher auf eine mediale Bluttat jenseits der Festung Betulia.
Die schöne Judith aber ging aus und ein in babylonischen ARD-Lagern und wirkte durch vorbildliches Sprechen wie ein sprechendes Vorbild, so daß ihr die Unterkühltheit zugetraut wurde, auch mit männlichen Se.xbombs und Testosteronbombern textsicher und textilbewehrt umgehen zu können - selbst wenn deren Hormone sie rappen und jodeln lassen, daß die Gospels wackeln und der Kopf des guten Hans Lorentz gleich mit. Bisweilen erscheinen Neapolitaner ja in Sachen "Flotter Feger am Fegefeuer" fremdgehemmt - offenbar dräuen immer noch Tigermuttis wie Anna Magnani selig. TJ, unangefochtener Feldherr aller Knödelbarden und Hosenbandritter, sah jedenfalls aus wie ein vom Delilalirieren übermannter Faun, alla Gentilesca voll des Fernet Branca - Fairness war Judith ein Fernes, jenes Jones Holo..., nein, nicht der Kopf ward ihm abgeschnitten, etwas viel Wichtigeres, doch nicht etwa die Co.Jones?!
"Judy in disguise" in der Playboy-Band, die investigativen "bracelets" schwenkend vor den "cantaloupe eyes" (nicht doch)? Dann schon eher "The girl with kaleidoscope eyes" (Lucy in the sky, Beatles) alias Alice Through the Looking-Glass. Gleich ob es "with glasses" handelt oder "with diamonds" - überm spitzen Kinn sitzt eine spitze Zunge, wie bei Frau Schwarzer als Herzkönigin, die nur zu gerne Köpfe rollen lassen möchte. Hoppla! Man(n) ahnt, wo das enden wird, in Alice-ich-wunder-mich-über-gar-nichts-mehr-Land. Den feixenden Stubentigern am Bildschirm könnte es aber noch vergehen, jenes in der Luft schwebende Cheshire-Cat-Grinsen.