Es lieferte aber den Aufhänger für eine Debatte darüber, wie sehr man sich in den Medien nach den Wünschen von Programmverantwortlichen und Zuschauern richten muss. Die Antwort darauf gab Wickert: "Ich habe gelernt, dass der Zuschauer immer gern etwas mehr erfährt, als er schon weiß." Das passiert ihm jedoch zu wenig, Denkanstöße seien zu selten. Schauspieler Wilke Möhring und Moderator Bangs sahen das ähnlich.

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Der Radiomoderator, der seit April wieder wöchentlich auf Sendung ist, präsentierte dann auch das Bonmot des Abends: "Ich bin absolut nicht schwierig, wenn man mich einfach machen lässt." Die Möglichkeit dazu hat er nun wieder.

Wie natürlich und aus dem Handgelenk heraus er Interviews führt, konnte er im Anschluss im Kurzplausch mit der britischen Pop-Sängerin Katie Melua beweisen. Nach ihrem Auftritt als musikalische Auflockerung plauderten die beiden kurz, was nicht nur Bangs Sachverstand, sondern auch seine eigene Schwerpunktsetzung beim Übersetzen schön ins Licht rückte.

Als letzter Gast geriet André Rival vor die Kamera. Sonst ist der Fotograf dafür bekannt, Promis abzulichten - und sich gleich mit. Passend, dass er sowohl Wiener als auch Wickert und Wilke Möhring schon vor der Linse hatte. Der Arbeitsstil des Spaßmachers ergab ein kurzweiliges Geplänkel, gerade wenn es darum ging, wie er Promis dazu bekommt, ihn mit aufs Bild zu lassen.

Als bewährtesten Trick schilderte er, zunächst ganz normale Fotos zu machen und dann zum Abschluss das gemeinsame Motiv, um das es ihm geht. Wickert verwunderte es, dass das funktioniert: "Wenn Sie kommen, dann weiß man auch, wer kommt und was auf einen zukommt." Gute journalistische Vorbereitung eben, die aber offenbar nicht überall verbreitet ist. "Da überschätzen Sie komplett die Kultur der deutschen Prominenten", erklärte Rival. Wickerts lapidare Antwort: "Dann sind die aber blöd."

Radtour nach Bremen

Jüngstes Foto-Objekt Rivals war der Modedesigner Wolfgang Joop, weder blöd noch unsportlich. "Ich hab noch nie so wenig retuschiert wie bei diesem Mann", kommentierte der Fotograf die Bilder. Joop hatte ihn auch von Stützstrümpfen überzeugt, die er im Studio präsentieren kann.

Auf seinem Weg ins Studio von Radio Bremen sicherlich nicht verkehrt - der Fotograf radelte aus Berlin hin, 395 Kilometer weit. Und immerhin würden die Stützstrümpfe dank passender Länge auch keinen Protest bei Benimm-Expertin Meyden auslösen. Wiener, die im Lauf der Sendung sicherer wurde, erhielt zum Abschied von di Lorenzo einen Blumenstrauß.

Sie war die letzte der angekündigten Gastmoderatorinnen nach Charlotte Roches Ausstieg. 3 nach 9 geht am 3. September wieder auf Sendung, di Lorenzo verabschiedete sich mit der Bemerkung, dass er selber noch nicht wüsste, mit wem er dann zusammen moderiert. Vielleicht hat Ulrich Wickert ja wieder Zeit.

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  1. Der zweieinhalbte Moderator rettet den Brei
  2. Sie lesen jetzt Das Bonmot des Abends
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(sueddeutsche.de/grc)