Warum werden wir so schlecht regiert? Sandra Maischberger stellt die einfallsloseste aller Fragen und bekommt - trotz Gästen wie Gauck und Stoiber - nur einen verwaschenen Jahresrückblick als Antwort.
In jedem Jahr, meist ist es Mitte Dezember, setzen die deutschen Fernsehsender ihren beliebtesten Moderator auf eine hübsche Couch vor eine riesige Leinwand. Auf der Couch nehmen dann all jene Platz, die im vergangenen Jahr am höchsten gesprungen sind, am dramatischsten gerettet wurden und am häufigsten auf rotem Plüschteppich fotografiert wurden. Dann lässt man Revue passieren, damit sich der Zuschauer zu Hause noch einmal erinnern kann, wie schön das war, damals, im Juni, in Südafrika.
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Sandra Maischberger fragte gestern in ihrer ARD-Sendung, was sich sicherlich viele Bürger dieses Landes schon einmal gefragt haben: "Warum werden wir so schlecht regiert?" Konkrete Antworten blieben in der Talkrunde allerdings aus. (© ddp)
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Jetzt haben wir, man mag es angesichts der inzwischen herausgekramten Fingerhandschuhe kaum glauben, gerade September - und doch hatte man bei Menschen bei Maischberger den Eindruck, dass das Talkshowpersonal in Ermangelung einer echten Fragestellung einfach mal ein bisschen auf das vergangene Jahr zurückblicken sollte: War ja auch einiges los, 2009. "Kopflos, planlos, ahnungslos: Warum werden wir so schlecht regiert?" lautete der Titel, eingeladen waren Edmund Stoiber, Joachim Gauck, der frischgebackene ZDF-Talker Peter Hahne und der linke Künstler Klaus Staeck.
Und weil man diesen Sendungstitel nun mal auf alles und nichts anwenden kann, was so passiert in der Politik, hat auch jeder zu allem und nichts etwas zu sagen. Und das ausführlich. Ihren Ausgangspunkt nimmt die kleine zeithistorische Rückschau bei der gescheiterten Wahl des Bundespräsidenten Gauck, nach wenigen Minuten gibt es eine kleine Live-Schalte nach Stuttgart, wo Schauspieler Walter Sittler die Konfliktlinien von Stuttgart 21 skizziert.
Es folgen Bürgerproteste, Infrastruktur im Allgemeinen und Flughafenanbindungen im Speziellen, extreme Parteien in unseren Nachbarländern, die Rettung des Euro, Hartz IV, die Rücktritte von Koch, von Beust und Köhler, die Atomdebatte, Thilo Sarrazin und die Abschaffung der Norm in Brüssel, dass Gurken eine Krümmung von höchstens zehn Prozent aufweisen dürfen. Stoiber verteidigt Merkel, Staeck kritisiert die Koalition, Gauck sagt ein paar kluge, versöhnliche Sätze, Peter Hahne nickt - und mit all dem war zu rechnen.
Passt alles, nur nicht zusammen
Dass in der Sendung keine echte Diskussion zustande kommt, liegt vor allem daran, dass es von Beginn an nicht gelingt, dem extrem schwammigen Thema irgendwelche diskussionswürdigen Kriterien anzulegen. So gibt es für Stoiber - mit der Parole "Arbeitslosenzahlen! Mittelstand!" noch ganz der aus dem Wahlkampf 2002 - derzeit gar keine schlechte Regierung, weil ja die wirtschaftlichen Erfolgszahlen stimmen. Die anderen Herren nicken auf Maischbergers Frage, ob Merkel bei der von Sarrazin losgetretenen Integrationsdebatte mal wieder versäumt hat, eine Meinung zu haben. Und irgendwie ist es doch komisch, meint Staeck, dass keiner merkte, dass sich in Stuttgart etwas zusammenbraute, das die Menschen zu Bürgerprotesten auf die Straße treibt.
Stoiber referiert daraufhin über die vorbildliche Bürgerbeteiligung in der deutschen Gesetzgebung: Die Bürger hätten doch in den Neunzigern bei "Planfeststellungsverfahren" ihre Einwände kundgeben können. Er argumentiert formaljuristisch, Staeck redet über die Entfremdung zwischen Politikern und Bürgern - passt alles zum Thema, passt nur nicht zusammen.
Stuttgart 21, der Rücktritt Kochs, die Integrationsthesen des Thilo Sarrazin - im politischen Schnelldurchlauf fehlt es vor allem an einem: an Tiefe. Die Zeit reicht immer gerade, kurz die Konfliktlinie zu erklären (Ist Sarrazin ein Rassist oder übt der berechtigte Kritik?), und um die erwartbaren, ohnehin nicht sehr unterschiedlichen Positionen auszubreiten.
Auf ein baldiges Wiedersehen mit ihren Gästen freut sich Sandra Maischberger zum Abschied. Es dürfte wohl ungefähr Mitte Dezember werden.
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(sueddeutsche.de/berr)
Frauen in Saudi-Arabien
Wie sollen denn die Pappnasen von Berlin regieren, wenn sie immer wieder vor der Wirtschaft einkniggen.Was haben die Lobiisten am Regierungstisch zu suchen? Raus mit denen aus dem Reichstagsgebäute,die sollen sich um ihren Mist kümmern, da ist genug zu tun.
Wer hört denn eigentlich noch richtig hin bei diesen Schwafelrunden?
Man wartet doch eigentlich nur darauf, dass sich die Jungs und Mädels so richtig in die Haare bekommen. Das was die Runden so absondern, ist doch nichts Neues.
Und für die Sender ist es ein billiges Format. Die Gäste bekommen eine Aufwandsentschädigung und die Moderatoren sind in eigener Firma beschäftigt. Und diese Gesellschaften sind sehr schwach.
Also mehr oder weniger Tinneff.
Für den Oberpfau der ARD Plasberg eine ideale Bühne um das Rad zu schlagen.
Und Schleimer Beckmann kann aller Welt zeigen, was er doch für ein gebildeter Mensch er ist.
Das ist doch gewollt - die ör können auf Ihren Bildungsauftrag vertweisen und die wirklich wichtigen Fragen werden, zum Glück für unsere "Führungs"kaste, gar nicht gestellt.
aus Talk-Formaten, wie Maischberger, Anne Will, Maybrit Illner oder Plasbergs Selbstdarstellungsarena (gilt für Plasberg wie für seine Gäste) Erkenntnisse zu gewinnen oder Hilfe bei der Meinungsbildung erwartet, dem ist nicht zu helfen.
Man kann hier im allerbesten Fall noch von Infotainment auf relativ niedrigem Niveau sprechen. Mit den kulturell und politisch brisanten wie lehrreichen Talkshows aus den Siebziger und Achtziger Jahren hat das nichts mehr zu tun.
Wann merken die Öffentlich Rechtlichen Sender, dass viel zu viel "Plauderstündchen" über den Sender gehen. Dazu noch mit teils sehr schlechten Moderatoren (z.B. Will, Beckmann) und oft den gleichen Gästen (z.B. Hahne, Stöber usw.).
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