Bewundernswert besonnen versucht Frank Plasberg immer wieder, seine Diskutanten aus ihrer Paragraphenwelt in die "Lebensrealität der Zuschauer" zu holen, länger als einige Atemzüge gelingt ihm das allerdings nicht. Auch die anfangs als zentral angekündigte Frage, wer es denn am deutlichsten spüre, wenn der Staat immer schwächer werde, hat die Runde bereits vergessen, bevor Plasberg sie fertig ausgesprochen hat.
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Wen die eifrigen Zahlenjongleure im Laufe der Sendung nicht schwindlig reden, der erkennt bald, dass es hier nicht nur ums Geldverteilen geht, sondern um eine grundsätzliche Frage: Welchen Staat können wir uns leisten? Und was wollen wir uns das kosten lassen? "Einen unterfinanzierten Staat kann ich den Deutschen nicht empfehlen", sagt Gabor Steingart, der bis vor kurzem als Spiegel-Korrespondent in den USA gelebt und den direkten Vergleich hat. "Hier sind zwar Löcher in der Straße, aber immerhin gibt es eine Straße."
Glaubt man der Abstimmung auf Plasbergs Homepage, dann ist der Bürger vernünftiger als der Politiker das wahrhaben möchte. Fast drei Viertel möchten lieber mehr Geld für Bildung und Infrastruktur, nur ein Viertel will stattdessen eine Steuersenkung. Ob diese Entscheidung - Steuererhöhung, ja bitte! - in der Wahlkabine genauso fallen würde, darf bezweifelt werden. Aber deutlich wird doch: Die große Mehrheit verzichtet lieber auf Guido Westerwelles Geldgeschenke, solange so große Löcher in Straßen und Bundeshaushalt klaffen.
"Staaten, die auf die Dauer nicht mit ihrem Geld auskommen, gehen vor die Hunde", bringt der Journalist Steingart das eigentliche Problem auf den Punkt. "Dieser Griechenland-Virus ist tödlich." Während er und Plasberg sich um eine klare, sachliche Diskussion bemühen, sind die fünf Politiker im trauten - und lauten - Wahlkampfgerangel vereint.
Kurz vor einer entscheidenden Landtagswahl lässt sich eine solche Diskussion anscheinend nicht vernünftig führen. Deshalb kommt beim Zuschauer nach intensiven 75 Minuten kurz der Wunsch auf, die Schlaglöcher einfach Schlaglöcher sein zu lassen, und alle anwesenden Politiker aus dem Studio zu jagen, weit weg, über Deutschlands holprige Straßen.
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(sueddeutsche.de/dgr/berr)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
"Gregor Gysi (Die Linke) hat das Thema der Sendung nicht mitbekommen und schwadroniert immer wieder über die unverschämten Banker."
ich glaube der Autor dieses Artikels nicht.
Gregor Gysi war der einzige der versucht (betonung auf versucht) die Ursache der Schlaglöcher zu beschreiben. Er war der einzige der die unglaubliche Vermögensverteilung ansprach. Leider hatten weder Plasberg noch die anderen Marionetten Interesse an dieser Diskussion. Daher wurde das auch recht schnell abgewürgt.
Die andere Partei CXUFDPSPDGRÜNE, hat Deutschland doch auf Befehl des Geldadels abgewirtschaftet. Jetzt streiten Sie sich auf lächerliche weise, wer denn jetzt die, unterm Strich mit Sicherheit steigenden, Steuern und Abgaben zu zahlen hat.
Am Grundproblem rühren die nicht. Linke auf 60% in NRW, dann fängt vielleicht ein Umdenken an und die Umverteilung von unten nach oben wird gestoppt.
... ich mit meinem geld nicht aus kommen, was mach ich dann? weniger ausgeben? nach unnoetigen ausgaben suchen? effizienter haushalten? oder erhoehe ich mein einnahmen? oder nehme ich schulden auf? der staat zieht "immer" die beiden letzten varianten in betracht. der staat braucht nicht mal nach den anderen optionen schauen, das schwarzbuch zeigt wo das letzte jahr eingespart haette werden koennen. apropos "sparen", sparen bedeutet es etwas beiseite gelegt wird (angepart) um es zu einem anderen zeitpunkt zu verwenden. vom sparen ist unser staat jahrhunderte entfernt. sparen ist nicht gleich weniger ausgeben. sparen ist mehr einnehme als ausgeben. ich hasse es mit sprache so plump suggeriert wird was nicht ist. hoert auf uns fuer bloed zu verkaufen!
Diese tolle Software hier hat meinen halben Kommentar gefressen. Also nochmal ganz kurz:
Seit den Achtzigern gibt es kein Wachstum mehr, ohne dass der Staat diesen über Schulden finanziert. 2% weniger Staatsausgaben heissen 2% weniger Einnahmen für die Wirtschaft, ergo 2% weniger Wachstum.
Das Wirtschaftswachstum geht seit Anfang der 80er Jahre IN ALLEN OECD-Ländern zurück, weil die Märkte gesättigt sind.
Diese tolle Software hier hat meinen halben Kommentar gefressen. Also nochmal ganz kurz:
Seit den Achtzigern gibt es kein Wachstum mehr, ohne dass der Staat diesen über Schulden finanziert. 2% weniger Staatsausgaben heissen 2% weniger Einnahmen für die Wirtschaft, ergo 2% weniger Wachstum.
Das Wirtschaftswachstum geht seit Anfang der 80er Jahre IN ALLEN OECD-Ländern zurück, weil die Märkte gesättigt sind: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:WeltBIPWorldgroupOECD.PNG
Hab den FDP-Lackl das sitzen sehen und bin dann ganz schnell wieder weg.
Paging