Der einzige Mann unter Frauen: Ex-BDI-Präsident Michael Rogowski will keine weibliche Chefin. Das bringt die stellvertretende SPD-Chefin Manuela Schwesig in Rage. Erwartbar.
Atomdebatte, Tsunami, Libyen, Landtagswahlen. Angesichts der aktuellen Nachrichtenlage gelang es den Talk-Formaten im deutschen Fernsehen zuletzt kaum noch, die Realität diskursiv zu umquatschen. Die üblichen Dauergäste waren kurzzeitig von den Fernsehbildschirmen verschwunden, neue Experten redeten sich ohne Unterlass ins dann auch wieder vergessliche Gedächtnis der Zuschauer.
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Gewohnt vehement setzte sich SPD-Vize Manuela Schwesig für die Frauenquote ein. (© dapd)
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Der Krieg in Libyen fordert noch immer jeden Tag neue Opfer, in Fukushima droht noch immer der Super-GAU - aber für die Macher der politischen Talkshows scheint es Zeit, zur wohlbekannten TV-Normalität zurückzukehren. Sie machen da weiter, wo sie vor einigen Wochen aufgehört haben. "Quotenstreit: Ist dein Boss morgen 'ne Frau" hieß das Motto Mitte Februar bei Maybrit Illner im ZDF. "Platzhirsch gegen Quotenfrau: Hindern Männer Frauen wirklich am Aufstieg?" - diese Frage stellte jetzt Frank Plasberg in der ARD.
Am Nachmittag hatten Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Familienministerin Kristina Schröder mit Vertretern der Dax-Unternehmen um einen Konsens in der Quotenfrage gerungen. Zu einem wirklichen Ergebnis kamen sie natürlich nicht. Eine freiwillige Verpflichtung der Wirtschaft soll nun dazu führen, dass sich die Zahl der Frauen in Führungspositionen bis 2013 verdreifacht. Mal wieder hoffen auf das Wohlwollen der Unternehmen also.
Anscheinend Grund genug, das noch mal gründlich zu diskutieren. Vor allem für die Frauen. Die waren bei Plasberg - wie auch schon bei Illner - bei diesem Thema natürlich in der Mehrheit. Beide Male saß lediglich ein Mann auf dem Podium. Beide Male war es der ehemalige BDI-Präsident Michael Rogowski. Und beide Male trug er dieselbe Krawatte, wie sich herausstellte. Bei so viel Kontinuität freut sich der nach Halt suchende Fernsehzuschauer.
Rogowski saß also erneut in der Mitte - vielleicht weil sich kein anderer Mann traut, im Fernsehen zuzugeben, als Personalchef lieber Männer als Frauen eingestellt zu haben. Weil, tatatataaa!, die ja nicht schwanger werden konnten. Vielleicht aber auch, weil Rogowskis charmant schnoddrige Art auf dem Podium eine erfrischende Abwechslung zu der mitunter stutenbissigen Ernsthaftigkeit mancher weiblichen Gäste ist.
Bei Plasberg übernahm die stellvertretende SPD-Chefin Manuela Schwesig den Part der direkten Gegenspielerin, die unermüdlich mit Eifer die Vorteile einer gesetzlichen Frauenquote erörterte. Das tat sie mit einer solchen Vehemenz, dass es kurzzeitig so aussah, als wäre außer ihr niemand sonst im Studio.
Die ehemalige taz-Chefredakteurin Bascha Mika, die unlängst ein Buch mit dem Titel Die Feigheit der Frauen veröffentlichte, wirkte dagegen harmlos und ging mit ihren Geschlechtsgenossinen mild ins Gericht. Auch sie plädierte für die Frauenquote als Sprungbrett für qualifizierte Frauen, während Angelika Dammann, Personalvorstand bei SAP, sich davon wenig begeistert zeigte und stattdessen auf einen demographischen Wandel hofft. Sterben die Männer aus?
Und dann saß da noch Silvana Koch-Mehrin, FDP-Gruppen-Vorsitzende im Europaparlament und sagte wie eigentlich immer - eigentlich nichts. Anfänglich lag das auch an Manuela Schwesig. Die deklinierte souverän ihre wohlformulierten Thesen zur Bedeutung einer Frauenquote - jedes Statement gefolgt von einem geradezu choreographierten Griff zum Wasserglas. Das nahmen die Kameras sorgfältig auf - ebenso wie das gezwungene Lächeln der zweiten blonden Politikerin am Tisch. Silvana Koch-Mehrin schien nicht allzu begeistert vom Profilierungsmarathon ihrer Kollegin.
Manuela Schwesig gelang es unterdes trotz allen Eifers nicht, Michael Rogowski von der Quote zu überzeugen ("Ich kann mir das nicht wirklich vorstellen, eine Frau als Chef zu haben"). Damit blieb er wenigstens seiner Position aus vorhergehenden Sendungen treu. Sein Allheilmittel für alle Karriereprobleme auch diesmal wieder: Mehr Kitas und Ganztagsschulen für die Kinderbetreuung. Beim vorigen Mal kam das noch gut an - diesmal entlarvte Bascha Mika den Vorstoß: "Sobald es um Frauen geht, reden Sie von Kindern."
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Frauen in Saudi-Arabien
"Warum kommen Artikel zur Frauenquote zu 99 Prozent von Frauen??
Über eine sinnvolle Antwort würde ich mich wirklich freuen."
Ich mich auch...
Was mich aber noch mehr ärgert, ist die Tatsache des Verschweigens der Ungleichbehandlung von Männern zB in der Kindererziehung bei unverheirateten Paaren - Vaterschaftstests inklusive. Wie dem auch sei, die Brille durch die unsere "Frauenrechtlerinnen" schauen, hat nur ein Glas. Oder um das mit Dawkins zu formulieren: Der Schlitz der Burka (also die Paradigmabreite, durch die besagte Frauen schauen) ist extrem schmal.
BDI________________Drehen sie ihre Uhren tausend Jahre zuerück!
Das sind genau die Bemerkungen, die die Frauen - jedenfalls manche - "auf die Palme bringen".
Sie sollen die Frau toll finden, weil sie gute Argumente hat, und nicht, weil sie gut aussieht ! Also ehrlich !
(Nebenbei: Ich habe übrigens wirklich einen Onkel, der 'Fritz' heißt, aber ich nehme nicht an, dass "Du" das bist ........)
Diesmal war sie noch attraktiver als in der letzten Talkshow!
Zitat: "Mir geht's also hauptsächlich darum, dass ich nicht nach ein paar Jahren Studium mir meine Karriere mit einem Kind "ruinieren" will."
Diese Angst ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, aber das wird m.E. überbewertet !
Meine Frau hat zum Beispiel nach ca. 6 Jahren "Baby- bzw. Kleinkindpause" - im Alter von 38 Jahren - relativ problemlos wieder in den Job gefunden, obwohl sie es selbst erst nicht für möglich gehalten hätte. Sie hat sogar während der Pause eine dreimonatige Ausbildung (für sie völlig berufsfremd) gemacht, um in meiner Firma mitarbeiten zu können. Als sich das dann zerschlagen hatte, suchte und fand Sie sehr schnell in ihrem Beruf eine Stelle. Sie arbeitet in der Forschung (Hochschulabschluß Biologie, Fachrichtung Biochemie) und macht dort jetzt auch "Karriere". In den vergangenen 10 Jahren hat Sie zweimal die Firma bzw. das Institut gewechselt, jedesmal mit einem "Schritt auf der Karriereleiter".
Es geht, auch mit Kindern und mit "Pause".
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