Alltag: Der Alltag in Heidiland ist entbehrungsreich. "Da haben wir knallhart Feldbetten aufgeschlagen", kommentiert die Model-Mama die spartanisch gelöste Unterbringung ihrer Mädels in der Mehrzweckhalle. "I'm in the Army now", reflektierte eine Teilnehmerin in der ersten Sendung ihre Situation. Dabei ist sie nicht zimperlich, ist sie doch Miss Russia 2009 und extra aus Moskau angereist.

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Zittern und Bangen stehen auf der Tagesordnung. Regelmäßig wird aussortiert. Der Wunsch "irgendwie weiter, wenigstens in die nächste Runde zu kommen", hängt wie eine grummelnde Quellwolke über den Häuptern, die sonnig und fröhlich wirken sollen. Für ihren Traum geben sie alles. Unterziehen sich zum Beispiel in einer Mehrzweckhallenecke einer Notoperation, um ein kritisiertes Piercing zu entfernen. "Ich würde alles machen, bloß keine Tiere essen", sagt eine Teilnehmerin.

Religion: Offiziell scheinen alle Fäden in der Hand der weltlichen Sonnengöttin Heidi zusammenzulaufen. Unklar ist, über welche Macht der Göttinenvater verfügt, der von sich behauptet, er würde sich manchmal als "Zuchtbulle" fühlen. Gefürchtet ist er für seine Blitze, die er in Form plastikversiegelter Droh- und Abmahnbriefe verschleudert. Sein Name: Günther.

Sitten und Bräuche: Als Erkennungsgruß hat Heidi den Schwesternkuss kultiviert, der von ihr bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit zelebriert wird. Überschwenglich wird dabei in/auf Luft/Bruder/Schwester/Kameralinse geschmatzt, womöglich sogar in simulierter Zeitlupe und lautlicher Untermalung (Mmmmwaaa!). Das ist ausgesprochen eklig und verursacht Schüttelkrämpfe. Hat aber für die Schmallippige den Vorteil, dass es von ihrer zofenhaften Ausstrahlung ablenkt.

Staatsziel: Momentan befindet sich Heidiland im Stadium aggressiver Expansion. Unklar ist, wie viel Terrain und menschliche Ressourcen sich die Fürstin noch einverleiben will. Nicht auszuschließen ist das beunruhigende Szenario eines US-Systemtheoretikers, der in seinem Erstlingswerk das Leben in einer Wüstenstadt beschreibt, die den Umrissen Jayne Mansfields nachgebildet ist. Um eine Umdekorierung der deutschen Landkarte zu einem dümmlich grinsenden Territorialstaat mit den plumpen Modelmaßen Heidi Klums zu verhindern, sollte allen Günthers der Handel mit Grundstücken und Immobilien untersagt werden. (vgl. dazu David Foster Wallace: Der Besen im System. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2004. S. 9-624).

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  1. Die Vermessung der Heidi
  2. Rechtswesen: simpel
  3. Sie lesen jetzt Klima: extrem
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(sueddeutsche.de/jja)