Thomas Gottschalk tritt als edler Musketier auf und Cindy Crawford hält ihm als gute Modelfee das Händchen. Allerdings nur virtuell. Heidi? War auch dabei.
Ein floral bestickter Ärmel schiebt sich ins Bild. Es klopft. Pauline öffnet vorsichtig die Tür. Eine üppig gelockte Gestalt betritt die Modelvilla in den Hügeln über Los Angeles. "Erinnerst du dich noch", fragt der Mann mit sanfter Stimme, "ich bin Onkel Thomas aus Amerika."
Hatte diesmal Moderatorenkollege Thomas Gottschalk und Laufsteglegende Cindy Crawford in ihre Show geladen: Heidi Klum. (© Foto: dpa)
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Wahrlich märchenhaft lief die Wetteinlösung von Thomas Gottschalk in der Privatsender-Modelshow von Heidi Klum ab. Denn eigentlich gibt es den edlen Ritter nur noch in Gute-Nacht-Geschichten, der sich schützend vor ein bedrängtes Edelfräulein stellt und ihr mit ruhigen männlichen Worten beisteht.
Bei Germany's Next Topmodel tauchte nun ein weißblonder Ritter auf, um Burgfräulein Pauline aus ihrer Modelnot zu helfen.
Tipps von Thommy
Die Schöne war in einer Wetten, dass..?-Sendung im Januar in Friedrichshafen von Heidi Klum für die Topmodel-Sendung auserwählt worden. Moderator Gottschalk versprach damals, bei den Nachwuchsmodels vorbeizuschauen, sollte es Pauline in die Top Ten schaffen. Mittlerweile sind nur noch acht Laufstegprinzessinnen im Wettbewerb - und der Besuch von TV-Ritter Gottschalk kam für die bislang glücklose Pauline genau zur richtigen Zeit.
Denn anders als die ehrgeizige Hanna, die beim Buhlen um einen Werbe-Job mit Regisseur Marco Kreutzpaintner (Krabat) am erfolgreichsten flirtete, oder die engelsgleiche Leyla, die später für ein Fotoshooting am Strand herausgeputzt wurde, hatte Pauline wieder einmal keinen Goldtaler in ihrem Kleidchen aufgefangen.
Und dabei sind doch die "Jobs" genau das, was zählt. Wichtig ist, dass in der rauen Modelwelt die Kasse klingelt: Heidi Klum, deren Geschäftstüchtigkeit in den Genen zu liegen scheint, hatte dafür gleich die passende Handbewegung parat: Pinkepinke makes the world go round.
"Ich bin immer auf Sendung"
Wie gut also, dass es in höchster Not den Thommy gibt: Der hatte fürs Aufbaugespräch mit Pauline ("nachdem ich Dich in dieses Schlammassel reingeschmissen habe") auch einige Weisheiten mitgebracht. "Ich bin so wie ich bin", heißt die Zauberformel, die er seinem aufmerksamen Schützling zum Beherzigen vorbetete.
Die Parallele zwischen Paulines Modelträumen und seiner eigenen Fernsehpraxis lagen für Gottschalk auf der Hand. "Ich stell mich dahin, und mache etwas, was die Welt nicht braucht. Das ist bei Dir genauso", sagte er. Gleichzeitig revidierte er seine Prognose aus dem Januar. Jetzt sagte er Pauline einen Platz unter den letzten fünf Topmodel-Kandidatinnen voraus.
"Ich bin immer auf Sendung", beschwor Gottschalk weiter seine Pauline, "ob ich nun zehn Millionen Zuschauer habe oder nur einen, der da jetzt sitzt." Wichtig sei nur, dass man seine Aufgaben ohne Verbissenheit erledige. Dann klappt's auch mit den "Werbefritzen", verriet Onkel Tom.
Pauline strahlte und Thomas entschwebte mit gewichtig klingenden Worten. "Merkt Euch Pauline", sagte er in die ProSieben-Kameras und schob als Begründung für sein Model-Mädchen-Wissen hinterher: "Ich habe Heidi Klum entdeckt, das darf man nicht vergessen."
Tatsächlich trat der spätere Weltstar 1992 in Gottschalks damaliger RTL-Late-Night-Show erstmalig ins Rampenlicht. Heidi herself revanchierte sich artig und bestätigte für die etwas jüngeren ProSieben-Fans: "Von Thomas kann man einiges lernen."
Lesen Sie auf der nächsten Seite, ob sich Thommys Tipps für Pauline auszahlten.
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Sparpaket
Das Lustige an dieser Sendung ist doch, dass dem drögen Pro7 Fernshpublikum vorgegaukelt wird ein Topmodel zu kreieren. Witzigerweise hat man gestern da einzige Mädchen rausgeschmissen, das über alle Staffeln annähernd an diesen Terminus rangekommen wäre. Das kommt dabei raus wenn ein Badehosenmodel andere Models casten will. Heidi Klum selber war auch nie ein Topmodel, sondern war und ist lediglich ein Werbegirl das den amerikanischen Markt mit Ihrer Art gut bedient hatte. Aber Kampagnen mit Prada, Chanel, Dior, und anderen großen Häusern waren immer anderen Models vorbehalten. Da hatte die gute Heidi nie eine Chance. Wier hatte Lagerfeld doch gesagt: Heidi Klum - die kennen wir in Paris nicht. Die Cindy kannte man dort aber sehr gut.
muss das sein, dieser schwachsinnigen gruppe ein portal in der sz zur verfügung zu stellen?
Sagt mal, SZ - gibt es keine Sendung, die auch sehenswert ist, die Ihr rezensieren könnt?
Vorschlag: "Silentium", heute 23.00 Uhr auf 3sat mit Josef Harder.