RTL-Lautsprecher Dieter Bohlen findet, ein Superstar muss nicht nur singen können. Im Vergleich zu Stefan Raab wirkt DSDS platt.
An diesem Abend sind lauter kleine It-Girls unterwegs. Eine Blondgelockte im schwarzen Lederoutfit, eine Brünette im silbernen Fummel, eine Dunkelhaarige im roten Hängerkleidchen. Eines war den meisten Kandidatinnen der ersten Liveshow der aktuellen Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" auf RTL gemein: Die Rocklänge war miniminimini.
Hauptsache was fürs Auge: Kandidatin Steffi bei ihrem Auftritt. (© Foto: dpa)
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Die Jurymitglieder fanden das wunderbar, die Zuschauer vor dem Fernseher offenbar nicht. Denn sie wählten am Ende - wenn man den Auswertungen des Notars glauben mag - zunächst einmal sechs Männer in die nächste Runde und mit Kim Debkowski nur eine Frau.
Die gute Kim hatte sich in einer hässlichen 80er-Jahre-Leggings auf die Bühne gewagt. RTL-Zampano Dieter Bohlen hätte nicht anders gewählt, sagt er am Ende der Sendung zur Entscheidung der Zuschauer - und das war die wirkliche Überraschung des Abends, denn über knapp vier Stunden Sendezeit hinweg kommentierte Bohlen vor allem das Outfit der Kandidaten.
Er selbst saß jeckisch-närrisch im Dalmatiner-Jackett da. Die eigentlich reizend aussehende Mitjurorin Nina Eichinger war vampmäßig geschminkt, die Haare fielen strähnig-fettig in das zu schmal wirkende Gesicht. Nur der Dritte im Bunde, Volker Neumüller, sah angenehm unspektakulär aus. Gesucht wurde aber kein Supermodel, sondern anscheinend die Supersexbiene.
Und so sah es gerade zu Beginn der Show nach einer technisch aufgepeppten Neun-live-Sendung aus, in der sich Mädchen auf Sofas strecken und räkeln. Bei RTL räkelten sie sich auf einer heißen Maschine. Ledermädchen Steffi Landerer aalte sich rücklings auf dem Motorradsitz, die Kamera filmte von oben.
Abgrenzung zu Raab
"Wir hatten noch nie so geile Weiber, ich meine jetzt optisch", befand Bohlen. Und fügte hinzu: "Zu einem Superstar gehört nicht nur singen." Ein Satz, der offenbar auch an Stefan Raab gerichtet war. Der Pro-Sieben-Kollege sucht gerade ebenfalls im Rahmen des Eurovision-Song-Contests ein Gesangstalent. Und es sah aus, als wolle Bohlen sein Konzept von Raabs Suche Unser Star in Oslo abgrenzen.
Oft sind beide Sendungen in jüngster Zeit verglichen worden. Raab kam dabei besser weg. Eine der Oslo-Kandidatinnen hatte stolz bekannt gegeben, sie würde sich nie bei Bohlen bewerben.
Der Poptitan verkündete am Samstag mehrmals, seine Kandidaten seien so viel besser als in den vorherigen Staffeln (hat dann nicht die Jury was falsch gemacht?) und zementierte gleich den Erfolg seiner Sendung: Über 100 Millionen Zuschauer bei DSDS habe man mit allen Wiederholungen, rechnete Bohlen vor. Das auch an die Adresse von Stefan Raab.
Aber da ist Bohlen schon bei Lady Gaga und bei seinen Kandidaten: "Gaga haben wir auch hier oben!" Da will man nicht widersprechen.
Lesen Sie auf Seite 2, auf welche Dramaturgie DSDS setzt.
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muss megamäßig verblödet sein, wer hier aber behauptet er habe schon gar keinen Fernseher mehr um so etwas zu sehen, dann aber alles bis ins kleinste Detail nieder macht, was in der TV Kritik steht, muss wohl Guido heissen.
Was ist profaner als Mist? Richtig, belangloser Mist. Und noch profaner? Diese dafür zu kritisieren ...
Meine Güte, Frau Berr!
Haben Sie gestern zum allerersten Mal bei DSDS reingeschaut? Oder gar den Fernseher eingeschaltet? Ich selbst besitze solch ein Gerät gar nicht mehr - aber ganz so überrascht-schockiert über das fehlende Niveau wie Sie, bin ich dann meistens doch nicht, wenn ich bei Gelegenheit mal fernsehe.
Was man in Ihrer "Kritik" liest, ist an Banalität nicht mal mehr durch Bohlen oder DSDS selbst zu überbieten. Schon der Einstieg: "An diesem Abend sind lauter kleine It-Girls unterwegs." Das aber mit feministisch-kritischem Unterton. Hmmm, Moment, die Sendung heißt doch "Deutschland sucht den Superstar", oder? Wer, wenn nicht kleine It-Girls sollte sich da tummeln? Langweilige Bibel-Chorsängerinnen? Musikstudentinnen? Talentierte Hausfrauen vom Schlage einer Susan Boyle? Ne, ne, kleine It-Girls sind schon ganz richtig, wenn es doch um die Suche nach Superstars geht.
Kritikpunkt Nummer zwei: Der böse, chauvinistische Dieter Bohlen kommentiert lüstern nur die knappen Outfits der kleinen It-Girls - will sagen (hier decken Sie aber knallhart auf!): Um Gesang ging es in der Sendung gar nicht, nur um Oberflächlichkeiten! Schockierend und völlig überraschend zwar, dass RTL, Bohlen und DSDS derart sexistisch auf solche primitiven Reize setzen - noch schockierender aber, wie die Sie diesem Missstand begegnet: indem sie selber nämlich die Outfits der Jury kommentieren!
Also bitte, was Dieter Bohlen trägt, interessiert vermutlich nicht mal Bohlen selbst. Man kann dem Mann ja einiges vorwerfen, aber nicht, dass er vorgibt, für guten Kleidungsstil einzutreten. Auch dass Nina Eichinger "vampmäßig" geschminkt war und allein Volker Neumüller "angenehm unspektakulär" aussah, ist doch genau so irrelevant wie die Jacke von Dieter Bohlen. Umso verwirrender, dass die Autorin auf ihre Stilkritik der Jury den Satz "Gesucht wurde aber kein Supermodel, sondern anscheinend die Supersexbiene" folgen lässt. Genau! Es wurde kein Supermodel gesucht - und schon gar nicht in der Jury. Und sorry, die Formulierung "sondern anscheinend die Supersexbiene" - das ist in Ausdruck und Inhalt nun wirklich auf Niveau einer Schülerzeitung oder der Mitgliederzeitschrift einer Selbsthilfegruppe für notorische Sexismus-Opfer.
Natürlich ist es keine dankbare Aufgabe, ein Kritik zu DSDS zu schreiben. Was es an diesem und ähnlichen Formaten zu bemängeln gibt, was somit am Fe
... als ich registrieren durfte, daß dieses tönende Nichts von einem "hochinformativen" Artikel auf SZon unter "Medien" und nicht unter "Kultur" rubriziert wurde. Noch ein Hinweis an die Autorin: Es ist wirklich elend ranschmeißerisch und lädt zum Rückwärtsessen ein, wenn man die Laiendarsteller in einer solchen Casting- und Freakshow nur mit dem Vornamen erwähnt - "die Maria" -, wir sind hier doch nicht mehr auf dem Schulhof mit seinem wurschtigen Cliquenton.
Eben weil alles so furchtbar peinlich ist, ist es gut. Die einzig wahre Comedy-Unterhaltung im deutschen Fernsehen. Ich liebe es.
als Opium für's Volk.
Heute haben wir DSDS
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