Was aber sagt dies dann über die Darstellung und Darstellbarkeit von Geschichte aus, wenn ihre Bildzeugnisse einer aktuellen Regie unterworfen und mal porentief nah und mal historisch entrückt geschaltet werden, wie es einem ästhetisch-moralischen Empfinden in den Kram passt.
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Gehauchte Kommentatorinnensätze wie: "Die Rote Armee ist stark geschwächt. Die Geschwindigkeit des deutschen Blitzkrieges ist atemberaubend", passen dann wohl auch eher zu einem Formel-1-Rennen.
Jochen Hieber hat in der FAZ gesprochen von einer "mit erkennbar handwerklicher Sorgfalt erzeugten Rekonstruktion der einstigen Realblicke, die sich zu Recht nicht scheut, auf diese Weise und nach heutigen Maßstäben dann notwendigerweise doch auch das Grauen zu ästhetisieren".
Allerdings rühmt er die Ausnahme: "Die Bilder vom Grauen des Grauens, also die Szenen aus Bergen-Belsen oder Auschwitz, bleiben schwarzweiß und dokumentieren gerade damit die Singularität der Schoa."
Verblüffend, ergreifend
Nein, das dokumentieren sie, eingewoben in diese Kunterbunt-Echtheits-Melange, nicht mehr. Vielmehr zeugen sie von der Frivolität, den militärisch dominierten Rest so einzufärben, dass er nicht mehr historisch entrückt daherkommt, sondern kriegsbildtechnisch wie auf der Höhe der Gegenwart erscheint.
Der Zweite Weltkrieg, digitally remastered, gerät so in die Nähe der Bildwelten von Computerspielen, die sich dieses Themas annehmen.
Trotz dieser Einwände: Das, was Isabelle Clarke und Daniel Costelle geleistet haben, ist keinesfalls zu unterschätzen, auch und gerade, weil man sich daran reiben muss.
Es ist verblüffend, aufregend, überraschend und auf eben ambivalente Weise nah. Zu bedauern ist, dass ihre unter dem Titel Apocalypse für das französische Fernsehen arrangierte Dokumentation dieses Zweiten Weltkriegs, die vollständige Fassung des ARD-Dreiteilers, nur von einigen dritten Fernsehprogrammen in diesem Sommer ausgestrahlt werden wird.
Dritter Teil am 15.3. um 21:00 Uhr in der ARD.
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(sueddeutsche.de/berr)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
Die Dokumentation nimmt die Position ein, die dem Geschehen gerecht wird, nämlich eine Weltsicht im Gegensatz zur Sicht aus der deutschen Perspektive, das ist löblich und interessant.
Was mir weniger gefällt: Die Nachkolorierung ist ein Effekt, den man bei einer historischen Doku nicht erwartet, somit auch nicht besonders notwendig. Dafür kommen aber manche Fakten auch etwas verkürzt, vereinfacht oder gar flach daher.
Wenn man an die Schlacht um Midway denkt, Stalingrad in drei Minuten, der Vorstoß der Deutschen in Nordafrika in einem Nebensatz.
Gut fand ich die Anschaulichkeit des Kartenmaterials.
Leider habe ich den zweitenTeil verpasst, aber den ersten Teil fand ich schon sehr sehenswert. Die Aufnahmen sind aber nicht nur nachkoloriert, sondern es sind auch viele Original Farbaufnahmen dabei gewesen. Ich fand die Doku sehr gut gemacht und erfrischend weit weg vom Guido Knopp'schen Geschichtsvermittlungsverständnis, eher in der Tradition der ORF Zeit Dokumentationen. Und vor allem ist relativ wenig Hitler zu sehen. In anderen Dokumentationen ist mir das alles viel zu NS lastig und kommt mir manchesmal wie eine Fetischierung vor.
Diese Dokumentation setzt schon etwas Geschichtskenntnis voraus, aber ich finde das sehr angenehm. Ausserdem wird die Dimension Weltkrieg sehr deutlich, wie sich diese unheilvolle Epoche auch in andere Teilen der Welt abgespielt hat.
Diese Doku Reihe bekommt meine volle Empfehlung.
Und nun schauen wir auf das (farbige) Foto eines Müntefering, der derzeit als Deutscher Volksheld gefeiert wird und vor gut einem Jahr militätisch und unter grossem Beifall aus der ganzen Parteienlandschaft (ausgenommen Westerwelle) in seine Nachbarländer einmarschieren wollte und das Nichtkönnen bedauerte.... es waren 1939 eben nicht die Nazis, es waren eben die Deutschen.
... nur immer an Heinrich Heine denken?
So einen imperialen Mist darf es in Europa nie mehr geben. Nirgends auf dem Planeten darfs sowas mehr geben.
Leider gibts vom millionenfachen Morden beim verfassungswidrigen Angriffskrieg im Irak nicht mal s/w-Aufnahmen.
Paging