Wenn ein Bischof die Opferzahlen nicht kennt: Beobachtungen einer Talkrunde bei Beckmann in der ARD.
Schon wieder kommt Missbrauch im Fernsehen, in Form einer Rederunde, bis kurz vor Mitternacht bei Beckmann. Wobei sich irgendwann alle einig sind, dass dies ein schreckliches Wort sei und jeder Teilnehmer gelobt, von nun an "sexuelle Gewalt" zu sagen.
Moderator Beckmann: Wenn die Schärfe der Fragen fehlt. (© Foto: Reuters)
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Keine schlechte Idee, auf solche Worte zu achten, wenn viel geredet wird.
Man wird sehen, ob sie das dann auch schaffen: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die Justizministerin, und Stephan Ackermann, der Bischof von Trier und, nun ja, Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz. Johannes Heibel, seit Jahren unermüdlicher und unerbittlicher Kämpfer für die Sache der Opfer; Notker Wolf, der Abtprimas der Benediktiner; Margarita Kaufmann, die Leiterin der Odenwaldschule; Bodo Kirchhoff, der Schriftsteller, der selber als Zwölfjähriger sexuelle Gewalt erlitt.
Den Fragen des Moderators Reinhold Beckmann geht die Schärfe ab, da hilft es auch nicht, dass er ernst in die Kamera guckt, und irgendwann dem Schriftsteller Kirchhoff entgegenschleudert: "Hier weichen Sie vom Thema ab!" Und der Justizministerin empfiehlt, auch den Opfer-Vertreter Heigel an den runden Tisch zum Thema Missbrauch zu setzen.
Beckmann nimmt niemanden in die Mangel, obwohl es in der Runde einige Kandidaten dafür gegeben hätte, die beiden Kirchenleute und die Justizministerin zum Beispiel. Dadurch sinkt das Tempo der Debatte. Es steigt der Anteil des tausendmal Gesagten. Aber es bleibt auch der lärmende Schlagabtausch aus, der neulich bei Anne Will entstand, als sich der neue Essener Bischof Franz Josef Overbeck und der Schwulen-Aktivist Rosa von Praunheim zum gleichen Thema dummes Zeug an den Kopf warfen.
Es passiert etwas anderes bei Beckmann in der ARD, Ungeplantes: Die Menschen, die da unangefragt durch den Moderator reden, offenbaren sich selbst in eigentümlicher Weise.
Bischof Ackermann, wie er aufgeregt und mit vor ehrlichem Eifer roten Backen erzählt, was die katholische Kirche nun alles tut und tun will - und dann keine bundesweiten Opferzahlen nennen kann, einen Fall nur unvollständig kennt, der schon groß im Spiegel stand, und so zum Bespiel dafür wird, wie anfanghaft immer noch der Prozess der Aufklärung, Reinigung und Umkehr ist, von dem die Bischöfe reden.
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Oh ein(e) Wichtigtuer(in)!
Was Sie von Bischof Ackermann verlangen, können Sie ebenso von Frau Kaufmann verlangen!
Ich fand die Diskussion einfach nur traurig.
Die Tatsache, dass es die zahlreichen Fällen von sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland gab, fand ich diese Diskussion mal wieder nur Palaver (Bischof Ackermann, Abtprimus Notker Wolf).
Nichts kann dieses Leid an den Opfern wieder jemand rückgängig machen können. Welche Botschaft haben Sie Herr Bischof Ackermann an die Opfer von sexueller Gewalt in der Kirche in dieser Runde! Wieder eine verpasste Chance!!! Haben Sie sich nicht auf diese Sendung vorbereitet.
Das war eine reines Herumgeiere Herr Bischof Ackermann!!!
Kirchenhasser Deschner , ein billiges Argument ! Sie als Pfaffe wissen doch ,dass der ein kritischer Theologe ist und ungefähr 10 laufende Meter über die Religionen dieser Welt veröffentlicht hat.Dessen Kompetenz ist unumstritten.
Atheisten unter den Päderasten werden sofort dem Staatsanwalt zugeführt, wie sich das gehört,in der heiligen Kirche (welche Anmaßung) vertuscht der Glaubenswächter das solange, bis es nicht mehr geht ( weil die "Gläubigen" erbost sind, und rund 1/4 austreten wollen).
Warum sollen gerade die Herren Deschner, Schmidt-Salomon hier eingeladen werden. Sind doch Kirchenhasser. Meinen Sie, diese könnten vorurteilsfrei diskutieren?
Paging