Als die Sprache auf den sympathischen Stil in der Politik kommt, merkt der Sozialdemokrat an, dass auch Hitler, Stalin und Mao Charismatiker gewesen seien. Sein Geschichtsfreund Stern empfindet es jedenfalls als Erleichterung, dass der derzeitige US-Präsident Barack Obama anders als sein Vorgänger George W. Bush sich ausdrücken könne.
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Ein Altkanzler wie Helmut Schmidt tut sich leicht, vor laufender Kamera Ungewöhnliches, ja fast Unerhörtes zu formulieren. Zum Thema Afghanistan sei er immer skeptisch gewesen, führt der SPD-Politiker aus, es habe sich dabei nie um einen Staat gehandelt, sondern immer um ein Gebiet mit zwölf Völkern.
Alexander der Große habe es richtig gemacht - und das Land nach dem Einzug gleich wieder verlassen. Diese Analyse unterscheidet sich doch sehr von der jahrelangen Freiheit-am-Hindukusch-Wortstanzerei seiner Partei.
Und beim Thema Israel bezweifelt Schmidt - anders als sein amerikanischer Freund Stern -, dass es eine "besondere Verantwortung" Deutschlands gebe ("nicht mehr als bei anderen").
Ein Robert-Frost-Gedicht wird rezitiert
Hier irre Kanzlerin Angela Merkel. Nicht jeder Deutsche, der den Staat Israel kritisiere, sei ein "Antisemit". Hier erinnerte der Altkanzler an die Nuklear- und Atommacht, die den Nichtverbreitungsvertrag ignoriert, und an die aggressive Siedlungspolitik und Mauerbauerei.
Schmidt-Stunden sind immer Lehrstunden, und so kam die ARD diesmal im Sumpfgebiet der Unterhaltung nebenbei ihrem Bildungsauftrag nach. Selbst die Quoten-Junkies dieses Systems dürften das getragene Studiogespräch nicht als langweilig empfunden haben. Beckmann war wohltuend altmodisch.
Sogar vom amerikanischen Dichter Robert Frost war die Rede: The woods are lovely, dark and deep/But I have promises to keep/And miles to go before I sleep/And miles to go before I sleep. (Des Waldes Dunkel zieht mich an/Doch muss zu meinem Wort ich steh'n/Und Meilen geh'n bevor ich schlafen kann/Und Meilen geh'n bevor ich schlafen kann.)
Meilen geh'n, bevor ich schlafen kann - dieses Gedicht sei ihm vor 40 Jahren zu Herzen gegangen, erzählt Staatsmann Schmidt, der Politik stets als Verpflichtung durch das Grundgesetz begriff. Die Leute sollten einmal sagen, "dass der Schmidt versucht hat, seine Pflichten anständig zu erfüllen", erklärte der Altkanzler zum Schluss, ganz im Sinne Robert Frosts.
So viel zum Vermächtnis.
Dass sein schönes Studio 75 Minuten in einer Rauchwolke lag, kümmerte Moderator Beckmann am Ende dann doch noch einmal. Fritz Stern jedenfalls versicherte, er würde sich beim amerikanischen Fernsehen dafür einsetzen, dass Helmut Schmidt auch dort rauchen dürfe, falls er noch einmal in die USA zu einem solchen Talk kommen wolle.
Aber danach sieht es, schade für die Amerikaner, nicht aus.
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(sueddeutsche.de/vbe)
Frauen in Saudi-Arabien
Ich hatte fast vergessen, wie schön das ist:
(Des Waldes Dunkel zieht mich an/Doch muss zu meinem Wort ich steh'n/Und Meilen geh'n bevor ich schlafen kann/Und Meilen geh'n bevor ich schlafen kann.)
Das ist Lyrik!
Erstmals bedaure ich, dass ich so etwas wie Beckmann grundsätzlich versäume.
Wenn ein Politiker jemals geradlinig gehandelt , Verantwortung nie gescheut, rhetorisch brilliant gewesen ist, dann Helmut Schmidt. Auch im hohen Alter ist er aus meiner Sicht einer der wenigen "Elder Statesmen", die noch Respekt und Anerkennung weltweit finden (UND VERDIENEN !!!!!!!).
Und dann noch die Tatsache mit welcher Chuzpe er das Rauchverbot in Deutschland für sich ignoriert..........
Leider haben nachfolgende Politikergenerationen, egal in welcher Partei auch immer, niemanden von dessen Grandezza.
Möge er ewig in unserer Erinnerung bleiben.
Völlig richtig - Deutschland hat gegenüber Israel keine "besondere Verantwortung" - solche Worte wählen nur Heuchler die damals Hitlers Helfer gewesen wären. Wer anders ist als das mordende Geschwerl von Psychopathen damals der weiß innerlich um die Würde eines Menschen - und der muß nicht erst von Anderen, von der Geschichte oder vom Ausgang eines Krieges darauf gestoßen werden daß er jedem seiner Mitmenschen gegenüber in der Verantwortung steht! Im Umkehrschluß: Bei wem erst solche äußeren Faktoren Verantwortungsgefühl auslösen bei dem ist dieses Verantwortungsgefühl keinen Pfifferling wert und der wird bei der nächsten Herausforderung die ihm das Leben stellt erneut moralisch und ethisch versagen.
Anders gibt es keine Rettung des Staatswesens. Das Staatswesen ist bedroht, wobei Helmut Schmidt eine weitaus weniger bedrohliche Rolle gespielt hat als seine Nachfolger Kohl, Schröder, Merkel.
Inzwischen sind Minister und werden zu Ministern absolute politische Laien. Es kommt offensichtlich nicht mal mehr auf ein Mindestmaß an Qualifikation an. Von einigen Ausnahmen abgesehen.
Das Gebäude BRD wird zusammenstürzen. Zig-Billionen Schäden (in Euro gemessen) lasten auf der Republik. Die finanziellen, die kulturellen, die ethnisch gesunden Strukturen sind schwerst angeschlagen, die Infrastrukturen der Länder, Kommunen, des Bundes marode. Die wahre Staatsverschuldung wird bei neun Billionen liegen (in Euro gemessen). Die verdeckten Schäden (Infrastrukturen unter und über Boden) liegen bei vielleicht 40 Billionen Euro. Der Finanzsektor ist marodiert und hinterläßt Lasten in Billionenhöhen.
Und was ebenso schwer wiegt: die Innovationsfähigkeit des Landes, der Wirtschaft, Wissenschaft ist auf ein unteres Niveau gedrückt.
All das verschweigt Helmut Schmidt und spricht er doch lieber über Afghanistan, Osama und Obama in Washington, den er mit einem fragwürdigen Vergleich bedient.
Das war Verkalkung des Gehirns und seine Außeninszenierung. _____________r.kendel
Es läßt sich nicht nach aufwärts entwickeln etwas, das am Boden haftet, gemeint sind Niederungen von Seilschaften. Helmut Schmidt setzt sich in Szene. Er weiß, das können in der Politik nicht viele. Helmut Schmidt hat sich von einem Helmut Kohl aus der Kommandobrücke drängen lassen. Helmut Kohl wurde zur Ablösung auserkoren. Warum schwieg Helmut Schmidt zu diesen Vorgängen? Ganz einfach: er mußte schweigen. Denn er ist Insider, Mitglied der Kreise, welche ganze Staaten ausplündern, die Demokratien unterlaufen, somit auf das Niveau einer bloßen Fassade drücken. So wie die ARD und das ZdF (von anderen Sendern erst gar nicht zu reden) Fassaden über Fassaden. Brender beschreibt einen Ausschnitt hiervon. _____________r.kendel
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