Eine kleine Nachtkritik von Ralph Pfister

Staat oder Millionäre? Wer kann die Probleme des Landes besser lösen? Das wollte Anne Will wissen - doch ihr ARD-Talk geriet zum absurden Geschnatter. Angezettelt wurde ein "Klassenkampf von oben".

Über Anne Wills Strategien zur Stressbewältigung ist wenig bekannt. Insofern lässt sich nicht sagen, ob nach der Sendung am Sonntagabend eine Zigarette, ein steifer Drink oder einfach einmal tief Durchatmen bei ihr fällig waren. Dass sie irgendetwas davon brauchte, konnte sich der geneigte Zuschauer jedoch gut vorstellen.

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"Millionäre zur Kasse - mehr Spenden, mehr Steuern, mehr Gerechtigkeit?" - Über dieses Thema diskutierte Anne Will mit ihren Gästen, darunter der Unternehmer Arend Oetker, der Mittelstandspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Diether Dehm, und der PR-Berater Klaus Kocks. (© ddp)

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Die Herde von Besserverdienern, mit der sie über das Thema "Millionäre zur Kasse - mehr Spenden, mehr Steuern, mehr Gerechtigkeit" diskutieren wollte, war nämlich nicht gerade leicht im Zaum zu halten. Da half auch die ebenfalls eingeladene Journalistin Heather DeLisle als gute Fee der Millionäre nicht viel.

Die Idee der Redaktion war im Prinzip ja nett: Mitten im Sommerloch die Anfang August aufgekommene Diskussion um US-Milliardäre, die 100 Milliarden Dollar spenden wollen, als Aufhänger nehmen für die Frage, ob reiche Spender oder aber der Staat besser für soziale Gerechtigkeit sorgen können.

Dumm nur, wenn die geladenen Gäste da partout nicht mitmachen wollen.

"Die Frage war aber ..."

So bekam die ARD-Moderatorin Anne Will reichlich Gelegenheit, den Satz "Die Frage war aber ..." in verschiedenen Varianten zu wiederholen. Einmal sackte die Talkerin resigniert in ihrem Stuhl zusammen und war knapp davor, sich die Moderationskarten vors Gesicht zu halten. Die Debatte wogte währenddessen unbeeindruckt von ihrer Fragestellung hin und her.

Vom Start weg erhielt Anne Will nicht die Art von Antwort, auf die sie abzielte. Ob es mehr reiche Spender brauche, weil es der Staat nicht mehr allein hinbekomme, die Probleme zu lösen, wollte sie von Arend Oetker wissen. Stattdessen referierte der Unternehmer, der im Familienkonzern für die Marmeladensparte Schwartau zuständig ist, lieber Haushaltszahlen.

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  3. Geldspende als "Klassenkampf von oben"
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