TV-Duell Steinbrück lehnt Raab als Ko-Moderator ab

"Politik ist keine Unterhaltungssendung": SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat kein Interesse, sich beim TV-Duell mit Kanzlerin Merkel auch noch mit einem Ko-Moderator Stefan Raab auseinandersetzen zu müssen. Kritik folgt prompt.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück lehnt den Entertainer Stefan Raab als Ko-Moderator für das gemeinsame TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel ab. Er sagte der Passauer Neuen Presse auf die Frage, ob er mit Raab einverstanden wäre: "Nein, Politik ist keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft, ohne dass es dabei humorlos zugehen muss."

ProSiebenSat.1 kritisierte Steinbrück für die Ablehnung Raabs scharf. "Stefan Raab hat in zwei erfolgreichen Wahlsendungen und einer neuen Talkshow bewiesen, dass er ein ernstes Interesse an politischen Themen hat", sagte ein Sprecher. Steinbrücks Haltung sei ungewöhnlich. "Es kann nicht sein, dass einzelne Politiker versuchen, den Sendern die Gesprächspartner vorzuschreiben. 'Steinbrück kneift vor Raab' ist auch keine schöne Schlagzeile, wenn man eine Wahl gewinnen möchte", sagte der Sprecher.

Der frühere CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber, der inzwischen Beiratsvorsitzender des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 ist, hatte Raab kürzlich vorgeschlagen. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident verspricht sich von derlei Maßnahmen, mehr jüngere TV-Zuschauer für Politik zu interessieren.

Es sei fatal, dass Jüngere sich zunehmend aus der politischen Debatte verabschiedeten, hatte Stoiber im Spiegel seinen Vorschlag begründet. "Damit können wir uns nicht abfinden, sonst bekommt unsere Demokratie ein ernstes Problem", sagte Stoiber.