TV-Casting Untenrum in Norwegen

2015 erklärte NRK schon einmal sehr konkret alles zum Thema Sex.

(Foto: NRK Super)

Schon wieder fällt das skandinavische Fernsehen durch Freizügigkeit auf: In Norwegen sucht ein öffentlich-rechtlicher Sender Paare, die vor der Kamera Sex haben. Alles im Dienste der Aufklärung natürlich.

Von Silke Bigalke

Gesucht sind "Paare zwischen 18 und 35 Jahren, die bereit wären, in unserem Fernsehprogramm Sex zu haben". Die Anzeige stammt nicht von einem Porno-Produzenten, sondern von Norwegens öffentlich-rechtlichem Sender NRK, der sie auf Plakaten und im Internet veröffentlicht hat.

Echter, ungeschminkter Sex im landesweiten Fernsehen. Kein Hollywood-Kuscheln, bei dem alles abgeklebt ist.

Einige Paare hätten sich bereits gemeldet, so der Sender, sie sollen von November an in der Aufklärungssendung Line fikser kroppen auftreten. Die Moderatorin Line Elvsåshagen, 27, will Teenagern darin zeigen, wie Sex tatsächlich aussieht. Sie sollen dabei nicht nur "Geschlechtsorgane in Aktion" sehen, erklärt die Moderatorin, sondern Sex als eine "schöne und intime Situation", die oft ein wenig unbeholfen, aber deswegen nicht gefährlich sei.

Bei Dänen peept's wohl

"Den Frauenkörper dürstet es nach den Worten eines Mannes": Moderator Thomas Blachman, Mischung aus Dieter Bohlen und einem Möchtegern-Alexander-Kluge, hat in Dänemark eine neue Show. Darin bespricht er mit wechselnden Partnern die Körper nackter Frauen. Der bizarre Beitrag zur Geschlechter-Debatte soll eine Provokation sein. Doch die geht nach hinten los. Von Johan Schloemann mehr ...

Der zuständige Redakteur Håkon Moslet stellt sich die Show als Gegendarstellung zur Pornografie vor: "Nur operativ verbesserte Körper in überchoreografierten Sexszenen zu zeigen, schafft falsche Hoffnungen und Verwirrung", sagt er.

Auch in Deutschland gab es schon TV-Sex zu Aufklärungszwecken, die Reihe Make Love lief erst im MDR und wanderte dann ins ZDF. Die Skandinavier aber fallen mit ihrer Freizügigkeit im TV öfter auf. Unvergessen ist der Werbespot "Do it for Denmark", in dem eine Reisegesellschaft die Dänen angesichts rückläufiger Geburtenquoten zu mehr Sex im Urlaub auffordert.

Oder das schwedische Kinderlied "Snoppen och Snippan": Das Video mit den tanzenden Cartoon-Genitalien haben sich inzwischen fast acht Millionen Menschen auf Youtube angeschaut. Dabei musste der Sender SVT, in dessen Kinderprogramm das Video lief, erst kämpfen, damit das Portal ihn ohne Altersvorgabe zeigt.