Was wäre die Welt ohne die Simpsons? Womöglich ein bedenklicherer Ort. Denn die gelbsten Amerikaner der Welt sind der äußerst lebendige Beweis dafür, dass es neben Fast-Food-Verrückten, Waffennarren, religiösen Eiferern, Konsumgläubigen, Fitness-Gurus, Beauty-OP-Opfern, Hollywood-Freaks und Schauspieler-Politikern auch noch Wesen gibt, die den Europäern erklären, dass man das alles nicht immer so ernst nehmen muss mit der Weltmacht USA. Wie liebe- und humorvoll und zugleich subversiv sozialkritisch Erfinder Matt Groening den absurden Alltag einer vermeintlich normalen Familie zeichnet, das hat Wucht: Der saudumme Homer, die naive Marge, der freche Bart, die besserwisserische Lisa und das komische Baby sowie sämtliche obskuren Haustiere, Nachbarn, Chefs, Saufkumpanen und anderswie bemerkenswerten Springfield-Bewohner bevölkern auf so absurd-alberne wie unterhaltsam zur Selbstreflektion anregende Weise die bis heute am längsten laufende US-Zeichentrickserie, dass seit 1989 in USA und seit 1991 in Deutschland auch nach mehr als 500 Episoden die Zuschauer des Gelb-Fiebers nicht müde werden. Auch wenn die US-Post derzeit auf Millionen von Simpsons-Sonder-Briefmarken sitzen bleibt und die Simpsons im Februar 2012 in Iran verboten wurden.
Bild: dpa28. August 2012, 11:23 2012-08-28 11:23:00
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