Kaum ist Thomas Gottschalk zurückgetreten, da ist er auch schon wieder da - wohl zum Schrecken aller möglichen Nachfolger.
Thomas Gottschalk ist noch nicht so richtig weg, da ist er auch schon wieder da: Kaum hatte der ZDF-Moderator der Vorzeigesendung Wetten, dass..? am vergangenen Samstag auf seiner eigenen Couch den Rücktritt verkündet, da saß er am vergangenen Donnerstag im Sessel bei ZDF-Kollegin Maybrit Illner. Und der Moderator, der ja eigentlich die Motivation seines Rücktritts erklären sollte, hatte sogleich Interessantes zu verkünden. Denn in gewisser Weise machte er einen kleinen Rückzieher.
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Illner fragte ihren Gast: "Können es die Zuschauer noch einmal schaffen, Thomas Gottschalk noch mal umzustimmen?" Und Gottschalk sagte nicht "nein". Stattdessen erklärte er über einen möglichen Nachfolger: "Wenn es nicht geht, bin ich ja nicht aus der Welt". Dazu lächelte er süffisant. Der Mann mit weißem Künstlerschal und schwarzen Samtanzug wusste also vermutlich, welche Tragweite dieser Satz hatte.
Doch was bedeutet er? Ist Gottschalks Rücktritt also in Wahrheit nur ein verlängerter Urlaub mit einem Interimschef ohne wirkliche Chancen? Man weiß es nicht so recht. Doch blickt man in die Vergangenheit, so sieht man: Neu wäre das nicht bei Thomas Gottschalk oder bei Wetten, dass..? - und das ZDF kennt sich in Sachen Comebacks ohnehin ganz gut aus. Zuletzt präsentierte man dort nach zwei Jahren Abwesenheit den Auftritt von Sportschau-Moderatorin Monica Lierhaus bei der Goldenen Kamera.
Es war im Jahr 1991, da befand Thomas Gottschalk, alles in Wetten, dass..? würde sich wiederholen und das war ihm offenbar zu langweilig. Er erklärte seinen Abschied von der Familiensendung des Öffentlich-Rechtlichen - und wollte von da an für den Privatsender RTL arbeiten.
Das schockte nicht nur Gottschalks Publikum, sondern auch den Literaturpapst. Marcel Reich-Ranicki sah sich genötigt, den Unterhaltungsprofi zu würdigen. Er schrieb ihm einen Abschiedstext, in dem er prophezeite: "Dieser Mann hat Talent. Also brauchen wir ihn, und zwar dringend." Das dachten sich auch kurz nach Gottschalks Abschied die Macher der Mammutsendung im ZDF. Nachfolger Wolfgang Lippert war der Sendung nicht wirklich gewachsen.
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Studie zur Beliebtheit der Deutschen
... ist ein Schock. Man kann sich über nichts mehr freuen.
Er will anderen überlegen sein. Seine Sprache ist angelegt. Er besitzt die ungezügelte Egomanie des Showbusiness, dieses keine sozialen Werte als solche kennt, sondern die wie als ein Teppichvorleger-/abstreifer zu benützen.
Gottschalk ist ein Schalk, ein Doppelspieler. Er hat gelernt, sich zu maskieren. Angefangen hat er als Sozialrebell. Je weiter es nach oben in der verhohlenen Hierarchie einer hohlen Gesellschaft ging, umso deutlicher wurde seine Maske. Das Zuschauervolk liebt dieses Spiel, ohne es als solches zu erkennen. Es will belogen bleiben. Gerade in aufkommenden dunklen Zeiten.
Ein Hape Kerkeling ist dennoch und gerades deshalb einem Schalk weit überlegen. Denn diesen Mutterwitz eines Hape hat im bundesdeutschen Fernsehen und vielleicht auch in der Nachrückermoderatorengesellschaft niemand so ausgeprägt.
Gottschalks Maske: sie hat Chancen, da die bundesdeutsche Gesellschaft im fast gleichen Tempo altert.
Immigranten jedoch ist dieses imperiale egomanische Moderatorenungetüm nicht geheuer. Sie fahren auf einen solchen Typen nicht gern ab.
Die Zeit ist eigentlich von dieser Warte her betrachtet für ihn vorbei.
cc.
Ich hatte gleich am ersten Tag der Meldung, dass Gottschalk "Wetten dass ...?" verlässt, gesagt, dass ich's nicht wirklich glaube, und er eher pokert um mehr Kohle rauszuholen.
Und das klingt mir schon danach. Andeuten, dass sich ja eh keine Besserer findet, und dann bereitstehen als "Retter", wenn es der Zuschauer will. Aber natürlich nur zögerlich, also ich meine erst wenn das neue Salär stimmt.
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Ok, dafür wäre ich auch zurückgetreten. Sogar zweimal.