Von Christina Maria Berr

Kaum ist Thomas Gottschalk zurückgetreten, da ist er auch schon wieder da - wohl zum Schrecken aller möglichen Nachfolger.

Thomas Gottschalk ist noch nicht so richtig weg, da ist er auch schon wieder da: Kaum hatte der ZDF-Moderator der Vorzeigesendung Wetten, dass..? am vergangenen Samstag auf seiner eigenen Couch den Rücktritt verkündet, da saß er am vergangenen Donnerstag im Sessel bei ZDF-Kollegin Maybrit Illner. Und der Moderator, der ja eigentlich die Motivation seines Rücktritts erklären sollte, hatte sogleich Interessantes zu verkünden. Denn in gewisser Weise machte er einen kleinen Rückzieher.

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Illner fragte ihren Gast: "Können es die Zuschauer noch einmal schaffen, Thomas Gottschalk noch mal umzustimmen?" Und Gottschalk sagte nicht "nein". Stattdessen erklärte er über einen möglichen Nachfolger: "Wenn es nicht geht, bin ich ja nicht aus der Welt". Dazu lächelte er süffisant. Der Mann mit weißem Künstlerschal und schwarzen Samtanzug wusste also vermutlich, welche Tragweite dieser Satz hatte.

Doch was bedeutet er? Ist Gottschalks Rücktritt also in Wahrheit nur ein verlängerter Urlaub mit einem Interimschef ohne wirkliche Chancen? Man weiß es nicht so recht. Doch blickt man in die Vergangenheit, so sieht man: Neu wäre das nicht bei Thomas Gottschalk oder bei Wetten, dass..? - und das ZDF kennt sich in Sachen Comebacks ohnehin ganz gut aus. Zuletzt präsentierte man dort nach zwei Jahren Abwesenheit den Auftritt von Sportschau-Moderatorin Monica Lierhaus bei der Goldenen Kamera.

Es war im Jahr 1991, da befand Thomas Gottschalk, alles in Wetten, dass..? würde sich wiederholen und das war ihm offenbar zu langweilig. Er erklärte seinen Abschied von der Familiensendung des Öffentlich-Rechtlichen - und wollte von da an für den Privatsender RTL arbeiten.

Das schockte nicht nur Gottschalks Publikum, sondern auch den Literaturpapst. Marcel Reich-Ranicki sah sich genötigt, den Unterhaltungsprofi zu würdigen. Er schrieb ihm einen Abschiedstext, in dem er prophezeite: "Dieser Mann hat Talent. Also brauchen wir ihn, und zwar dringend." Das dachten sich auch kurz nach Gottschalks Abschied die Macher der Mammutsendung im ZDF. Nachfolger Wolfgang Lippert war der Sendung nicht wirklich gewachsen.

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