Zum zweite Mal ermitteln die Frankfurter Kommissarin Conny Mey und ihr Kollege Frank Steier - diesmal geht es um einen Toten im Nachtzug. Doch was nach Raubmord aussieht, führt zu einer Spur nach Afghanistan. Erfreulich: Das Ermittler-Duo kann das starke Debüt bestätigen.
Dies ist der zweite Tatort für die Kommissarin Conny Mey und ihren Kollegen Frank Steier in Frankfurt. Das Duo wurde von Lars Kraume entwickelt, der wie für die Premiere im Mai auch für diese zweite Folge das Buch schrieb und Regie führte: Es geht um einen Toten im Nachtzug, scheinbar ein Raubmord, aber eben nur scheinbar.
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Joachim Krol als Hauptkommissar Frank Steier und Nina Kunzendorf als Hauptkommissarin Conny Mey ermitteln in ihrem zweiten Tatort. Regisseur Lars Kraume hat sie zum einem überzeugenden Duo gemacht. (© dapd)
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Auch diese zweite Folge schmeckt wie ein besonders feiner Braten, außen knusprig, innen saftig, herrlich gewürzt. Woran liegt's?
Wesentlich an Kraume, der gemeinsam mit seinem glänzenden Duo Nina Kunzendorf und Joachim Król ein wahrhaftiges Kunststück vollbringt: witzig zu sein, nicht albern, berührend, nicht sentimental, beiläufig, nicht schludrig. Niemals kommen diese Neuen verhalten, verwaschen oder irgendwie kuhaugenhaft glotzend daher, es ist vielmehr ein, wie gesagt, bratenmäßiges und sehr handfestes Vergnügen, den beiden zuzusehen.
Nina Kunzendorf ist ein toll erotisches Proletenschätzchen, das wäre damals die perfekte Partie für den "Fahnder" des Klaus Wennemann gewesen. Und wie die Schauspielerin mit Joachim Król harmoniert, der seinen Kommissar Steier nahezu stumm in einen Kosmos aus Angst und Einsamkeit hüllt: Das sind schlicht große Fernsehmomente. "Kommen Sie schon, Herr Steier, beeindrucken Sie mich!", fordert die Kommissarin ihren Kollegen heraus, und man ahnt, dass der arme Mann nur durch diese annähernd unsensible, aber dafür sehr herzlich zupackende Frau aus seinem Angstversteck kommen wird.
Fast möchte man meinen: Mit diesem perfekt eingestellten Duo kann in der Zukunft kaum noch was schiefgehen. Aber man hat ja schon Pferde kotzen sehen oder es eben selbst getan, wenn TV-Redakteure geglaubt haben, sie müssten in der Figurenentwicklung mal ein bisschen die Regie übernehmen.
Noch aber lautet das Fazit: Die beiden sollte man sich ansehen.
ARD, Sonntag, 20.15 Uhr.
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(SZ vom 19.11.2011/rela/pak)
Brasiliens Präsidentin Roussef
Schlussendlich kommt bei den Protagonisten der Gutmensch durch und es werden zugunsten einer von Verarmung bedrohten Witwe Beweismittel vernichtet und Akten manipuliert. Wenn das die Botschaft hinsichtlich vom Alltag des Berufsstandes der Kripo-Leute auch nur annähernd sein soll, sage ich: setzen sechs !
Sind wir – Zuschauer, Rezensenten, Verantwortliche – durch eine große Reihe wahrlich weit unterdurchschnittlicher Tatortfolgen schon dermaßen an fade Kost gewöhnt, dass die durchaus guten Leistungen von Kunzendorf und Król schon so herausstechen, wenn ein hundsgewöhnlicher, handwerklich schlampiger Tatort angeboten wird? Ist das Ohne-Hose-Rumlaufen anfangs witzig? Meine Güte, wer danach im ZDF "Nordlicht" gesehen hat: War man da nicht versucht, das Zuvorgesehene wie einen feuchten Lappen abzuschütteln angesichts des gewaltigen Qualitätsunterschieds? Der Versicherungsbetrug, vielleicht eine Hommage an Chabrol, wirkte aufgesetzt und war eigentlich nicht akzeptabel, weil die Charaktere einen solchen Schritt nicht hergeben; da waren Chabrols Kommissare anders gestrickt. Und die Dame, die von verschwundenem Beweismaterial profitierte: Die saß am Ende auf den Stufen, mit ihren Kindern im Arm, ganz pilcherisch trivial; das passte nicht – wie so vieles. Nein: Der Versuch, Kino zu präsentieren, wurde von solchen Ausfällen in Daktari-Ästhetik dann doch zu stark konterkariert. Schlechter waren aber so manche Folgen. Erinnert sich noch wer an das Wiederauftauchen der Schweizer? Das war eine wahre Unverschämtheit. Dagegen war das gestern Freude und Genuss, das schon. Aber das ist nur ein Beleg dafür, dass wir uns an den Mist gewöhnt haben. In diesem Kontext braucht sich Herr Schweiger keine Sorgen zu machen. Und ich freue mich auf freie Abende, wenn der kommt; das werde ich nicht schauen, kein einziges Mal.
Ich halte überhaupt nichts von diesem neuen Frankfurter Ermittlungsduo und fand Sawatzki und Schüttauf in der Rolle wesentlich glaubhafter und sehenswerter. Als Kurzfazit kann man jetzt schon sagen, dass Joachim Król in dieser Rolle verheizt wird und Frau Kunzendorf wohl nicht besonders an der Fortentwicklung ihrer Rollen interessiert ist.
Wie glaubhaft ist es denn, dass eine Kommissarin halbnackt am Tatort erscheint und Zeugen befragt? Wie hilfreich ist es überdies für die Vermittlung eines modernen Frauenbilds, wenn sie als Kommissarin Conny Mey wie ein rolliger Teenager mit knappen Jeans, tiefem Ausschnitt und bauchfreien Tops mit der Knarre an der Hüfte durch die Gegend stakst und als Gegenleistung für ermittlungsrelevante Informationen sexuelle Dienstleistungen gewährt. Aber immerhin glaubt sie an Gott und ist mit ihm ganz Dicke.
Das größte Ärgernis ist für mich aber die Rolle des Fränkie Steier alias Joachim Król. Der Ausnahmeschauspieler gehört ja mit zu den besten und profiliertesten Mimen, die wir in Deutschland haben und wäre demzufolge ein echter Gewinn für den Tatort (wobei ich diese Aussage angesichts Til Schweigers bevorstehendem Engagement für dieses Format gleich wieder relativieren möchte).
Król wirkt in dieser Rolle wie ein bemitleidenswerter Clown, der von der übersteigerten Präsenz seiner jungen Kollegin überrollt wird und in die Ecke des autistischen, verklemmten und von Psychosen geplagten Misanthropen gedrängt wird. Besonders peinlich wird es für ihn in seiner Rolle dann, als er seiner flotten Kollegin im Rahmen eines ermittlungstechnischen Rollenspiels auch mal an den Busen fassen darf. Dass die beiden dann am Schluss noch einen veritablen Versicherungsbetrug begehen, um der armen schwangeren Opferwitwe finanziell unter die Arme zu greifen, die nun ihr karges Auskommen durch windigen Telefonvertrieb verdienen muss, passt zu der Klischeehaftigkeit des Stücks und seiner Protagonisten.
Frau Kunzendorf hat mit ihrer Rolle im neuen hessischen Tatort wohl keine Probleme, Herrn Król wünsche ich jedoch, dass er entweder massiv Einspruch erhebt, was die Entwicklung seiner Rolle entspricht oder schnell das Weite sucht.
Wird das "Genuschel" der Schauspieler jetzt zur Kunst erhoben? Oder sind die Filmemacher nicht mehr in der Lage, einen vernünftigen Ton hinzubekommen?
Entweder man ist genervt von Karussellkameras, schlechten Schnitten, viel zu schnellen Schnitten, schlechten Ton oder alles zusammen. Langsam nervt der Tatort.
Die Schauspieler sind klasse, aber das ganze Gedöns ( tiefer Ausschnitt, " ich hab`Angstattacken") wirkt dermassen aufgesetzt, dass es nur noch langweilt.
Der Versicherungsbetrug war die Krönung, mei oh mei.
fand ich den Auftritt von Kunzendorf sehr gut .. aber über die Länge des Films Nerven die Outfits (vielleicht könnt man ja noch einen Knopf mehr aufmachen ?) und das rollige rumgestakse. Die ist doch cool die Frau, die braucht sowas nicht.
Handlungsstränge wurden nicht konstant zu ende geführt, dafür muss man sich minutenlang mit Tathergangs-Nachstellungs-AltHerrenPhantasien abgeben. Zwischendurch bin ich dann auch mal eingeschlafen.
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