Streit um Übertragungsrechte für Fußball-Bundesliga Wo rollt der Ball?

Die erste Runde im Bieterwettstreit um die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga ist beendet: Die Frist für Angebote ist abgelaufen, in den nächsten Wochen wird die DFL eine Entscheidung treffen. Das Angebot der Telekom sorgt für Unruhe - vor allem beim Bezahlsender Sky.

Der Bieterkampf um die Übertragungsrechte für die Spiele der Fußball-Bundesliga geht in die entscheidende Phase. An diesem Montag um 15.30 Uhr endete die Frist für die Interessenten - und ein Gewinner steht schon fest: die Vereine. Durch den besonders harten Konkurrenzkampf in diesem Jahr dürfen die Clubs der Ersten und Zweiten Bundesliga auf Mehreinnahmen aus der Rechteverwertung hoffen.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Bezahlsender Sky und der Deutschen Telekom dürfte den Preis in die Höhe treiben. Bislang kassierten die 36 deutschen Proficlubs 412 Millionen Euro pro Saison; für die kommenden vier Spielzeiten hofft die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf Gesamteinnahmen von etwa zwei Milliarden Euro. Dies wäre ein Plus von 20 Prozent. Bis zum 17. April will die DFL eine Entscheidung treffen, eine zweite Bieterrunde gilt als wahrscheinlich - auch ist in der ersten Runde mit Überraschungsangeboten kleinerer Mitstreiter zu rechnen.

Die Telekom bestätigte nun ein entsprechendes Angebot. Die Offerte werde bis zum Nachmittag beim Liga-Verband DFL eingereicht, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Der Konzern biete für die Live-Rechte via Satellit, Kabel, IPTV und Mobile. Mit diversen Kampfansagen an Sky hatte der Konzern seinen Einstieg in den Bieterwettkampf bereits indirekt angekündigt. "Wir sind der Ansicht, dass man aus Fußball mehr herausholen kann", hieß es aus Bonn.

Seit 2009 hat die Telekom bereits die Internetrechte für die Bundesliga. Diese wurden an Constantin Medien weitergegeben, den Produzenten von "Liga Total". In Zukunft will die Telekom, die Fußballspiele auch über Satellit verbreiten. "Es wundert mich schon, dass sich alle beim Pay-TV mit einem Monopol zufriedengeben", sagte Vorstandschef René Obermann.

Ganz unproblematisch ist das Vorhaben der Telekom jedoch auch nicht: Der Bund und die staatseigene Bank KfW halten bis heute 32 Prozent der Aktien an dem früheren Staatskonzern. Medienrechtler befürchten daher einen wachsenden Einfluss des Staates auf den Rundfunk. "Es kann nicht sein, dass staatsbeherrschte Unternehmen wie die Telekom in diesem Wettbewerb Bundesligarechte ersteigern und anschließend private Rundfunkanbieter vom Markt verdrängen", sagte Eberhard Sinner, der medienpolitische Sprecher der bayerischen CSU-Landtagsfraktion, dem Handelsblatt.

Das Unternehmen selbst weist die Kritik zurück. Man wolle gar kein Anbieter von Inhalten sein, Constantin Medien operiere unabhängig und in Eigenregie. Welchen Einfluss könne die Telekom schon auf eine Produkt wie Fußball nehmen, sagte ein Manager des Konzerns.

Beim Münchner Pay-TV-Kanal Sky, der zum Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch gehört, sorgte alleine die Ankündigung eines ernstzunehmenden Konkurrenzangebots für Unruhe. Die Aktien des Unternehmens brachen um bis zu fünf Prozent auf 1,97 Euro ein. "Die Telekom schafft jetzt Fakten, das ist negativ für Sky", sagte ein Händler. Eine Niederlage bei der Auktion um die Übertragungsrechte würde die Gewinne von Sky mindestens deutlich schmälern, Branchenkenner prognostizieren sogar das wirtschaftliche Aus.