Einigung im Streit um Mohammed-Karikaturen: Die dänische Zeitung "Politiken" entschuldigt sich bei den Muslimen. Sie hatte die Zeichnungen 2008 wiederveröffentlicht.

Die Kopenhagener Zeitung Politiken hat mit islamischen Organisationen einen "Vergleich" über die Veröffentlichung einer Zeichnung von Mohammed als Terrorist abgeschlossen. Wie das liberale Blatt selbst am Freitag berichtete, enthält die Vereinbarung ein Bedauern darüber, dass "die Karikatur Muslime in Dänemark und anderen Ländern überall auf der Welt gekränkt hat". Das Zeitung entschuldigte sich "bei allen, die sich durch die Wiederveröffentlichung verletzt gefühlt haben".

Muslime protestierten 2006 wegen der Karikaturen, Foto: AP

Muslime protestieren gegen in Dänemark veröffentlichte Mohammed Karikaturen,2006 Protesters shout and wave posters, flags and copies of the Quran during the demonstration condemning Danish cartoons of Prophet Mohammed in the center of Irbil, Iraq Tuesday Feb 14. 2006. Several thousand rallied in front of the Iraqi Kurdistan regional parliament expressing solidarity with other Islamic country in condemnation of the controversial caricatures. (AP Photo/Sasa Kralj (© Foto: AP)

Anzeige

Politiken hatte die Karikatur des Zeichners Kurt Westergaard wie zahlreiche andere dänische Blätter wiederveröffentlicht, als dieser 2008 erstmals mit dem Tode bedroht wurde. Sowohl die anderen dänischen Zeitungen wie auch zahlreiche Politiker in Kopenhagen distanzierten sich von Politikens Vereinbarung mit den islamischen Organisationen aus Ländern wie Saudi-Arabien, Ägypten und Libyen.

Anfang 2006 hatte die Erstveröffentlichung in der Zeitung Jyllands-Posten zusammen mit elf weiteren Karikaturen zu massiven Protesten in der islamischen Welt geführt. Dabei starben damals mehr als 150 Menschen.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/berr)