Die Grünen-Politikerin Künast will von Verleger Hubert Burda eine Entschuldigung - es antwortet Bunte-Chefin Riekel mit dem hohen Lied der freien Presse.
Es ist eine Frage der Hierarchie: Die Grünen-Politikerin Renate Künast forderte eine Erklärung von Verleger Hubert Burda, weil die Bunte sich intensiv um das Privatleben von Politikern kümmert. Und erhält prompt auch Antwort - allerdings nicht vom Ober-Chef, sondern von seiner Leitenden Angestellten Patricia Riekel, der Chefredakteurin der Donnerstags-Zeitschrift Bunte.
Ein Brief an Künast: Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel. (© Foto: AP)
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Die 60-Jährige ist pikiert, weil die Donnerstags-Zeitschrift Stern über die Arbeitsweise der von Bunte beauftragten Agentur CMK Abträgliches berichtet hatte. Das Liebesleben von Franz Müntefering, Oskar Lafontaine und Horst Seehofer sollte ausgespäht werden, mit den Methoden einer Detektei.
Patricia Riekel lässt die Vorwürfe von Künast ("Privat ist, was beruflich keine Relevanz besitzt") nicht auf sich sitzen und reagiert sofort.
In einem offenen Brief, der sueddeutsche.de vorliegt, geht es um nichts Geringeres als die Verteidigung der eigenen Ehre. Eine Art Entschuldigung - so wie Künast das gefordert hatte - ist da natürlich nicht, vielmehr tritt Riekel als Hohepriesterin des Journalismus auf. Sie findet für ihr Vorgehen und die Recherche über das Privatleben von Politikern ganz eigene Erklärungen.
Privat ja, intim nein
Die Privatsphäre sei zwar geschützt, schreibt sie an die Grünen-Fraktionschefin, aber das "erfasst nur den innersten Bereich". Was nicht zu diesem "innersten Bereich" gehört, fügt sie auch gleich noch an: Beziehungen, Partnerschaften und Trennung sind es schon mal nicht. Denn das, so Riekel, mag zwar privat sein, gehöre aber nicht zur Intimsphäre.
Außerdem, so die Hausherrin des Münchner Bilderblattes, stütze sich Künast auf eine "höchst fragwürdige Veröffentlichung" - gemeint ist der Bericht im Stern. Riekel erklärt die Presse an sich und deren Grundlagen. Sie verweist auf das Caroline-Urteil von 2008 und auf "sozialwissenschaftliche Erkenntnisse". Juristisches soll die Juristin Künast zufriedenstellen. Aber sind nicht auch ethische Fragen berührt?
"Aufdeckung von Diskrepanzen"
Zur journalistischen Aufgabe von Bunte gehöre es, durch Berichte über Politiker zur Meinungsbildung beizutragen, inklusive der "Aufdeckung von Diskrepanzen zwischen dem gewünschten Image eines Politikers und seinem tatsächlichen Verhalten". Das Sozialverhalten von Leitfiguren sei ein Thema für die Gesellschaft, sagt Riekel und verweist auf die amerikanische Demokratie.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was laut Riekel der Unterschied zwischen privat und intim ist.
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Tja, dann kann uns Tante Patty ja jetzt auch ausführlich darüber aufklären, warum ihr Verleger HB öfter in Recklinghausen zu Besuch ist, wie man so hört.
Wahrscheinlich tritt er dort aber nur als der geheime Mäzen der Ruhrfestspiele auf, oder??
@kj_easy:
Warum soll Herr Fischer NICHT in einem Haus wohnen, das ihm gefällt? Wo ist das Problem? Zahlt er seine Miete nicht, lässt er es verlottern oder treibt er Unredlches in diesem? Soll er, weil Grüner, in einer Sozialwohnung leben, während es bei denjenigen, die in den "richtigen" Parteien sind, überhaupt gar keine Frage ist, dass sie "standesgemäß" wohnen? Kein Hahn kräht danach, keine Bunte recherchiert das mit kritischen Hintergedanken, sondern stets sehr, sehr wohlwollend. Wissen wir zudem denn, wie Frau Riekel und ihr Dickerchen (Zitat Carlotta) residieren? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich irgendwie einschränken, so barock, wie sie aussehen.
Tag für Tag, Woche für Woche und exemplarisch für eine verkommene Presse darstellen, wie sie lebt, was für Probleme sie hat, welche Beziehungen, welche Affären sie hat,mit wen sie streitet, wer schlechtes über sie erzählen kann - zur Not hilft man mit etwas Geld nach. Mit wem sie verkehrt - also mit ihresgleichen - um festzustellen: die kommen alle von "oben", also von dort wo der Kopf mit dem St.inken anfängt.
Das ist also die (Hoch-)Kultur in der wir leben, wouh! Das wäre dann wirklich mal was neues und irgendwann wäre diese Sensationsgei.lheit, die über Leichen geht, erschöpft.
Dieses Schreiben von Frau Riekel ist eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes. Die gewundenen Begründungen haben zwar teilweise das Niveau mancher Politikerargumentation und sind in sich widersprüchlich, nur um den blanken Voyeurismus in der Intimsphäre zu rechtfertigen. Ich erwarte jetzt in der Bunte wöchentlich Bericht über die Restaurantbesuche und das Intimleben von Frau Rikel selbst.
Es ist einfach nur peinlich wie diese alte Frau umsichschlägt. Sie köönte doch mit Ihrem greisen Herrn Gemahl (Fakten,Fakten) in die Toskana ziehen und einen schönen Lebensabend genießen, ohne die Leser und Politiker zu belästigen.
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