Nach einem Auftritt in der Talkrunde von Anne Will, so Boch-Galhau gegenüber dem Stern, habe CMK ihn eingeladen. Am 18. September 2008 redete er im CMK-Büro in Berlin-Moabit mit Agenturchef Kießling und zwei Mitarbeitern. Dabei soll Kießling dem Industriellen vorgeschlagen haben, die Recherchen zu Lafontaines Privat- und Intimleben auszuweiten und Details davon an Medien zu spielen - gegen 50.000 Euro Honorar im Monat. Das erzählen die beiden Ex-Mitarbeiter Kießlings.

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Wendelin von Boch-Galhau bestätigte dem Stern gegenüber den Ablauf und Inhalt des Gespräches im Wesentlichen - er habe Kießling nach dem Treffen angerufen und deutlich gemacht, dass "ich so etwas nicht mache". Die Sache sei ihm unangenehm. Boch-Galhau: "Ich bin vielleicht zu naiv gewesen." Kießling erklärt, die Initiative sei von seinen Mitarbeitern ausgegangen. Er habe lediglich ein informelles Gespräch stattgefunden.

Privataffären werden zu Staatsaffären

Ihre Sicht der Dinge legt Bunte-Chefin Patricia Riekel im Editorial der neuesten Ausgabe dar: "Auch das Intimleben von Politikern ist für Bunte tabu. Wir berichten nicht über Privataffären. Nur dann, wenn sie zu Staatsaffären werden", schreibt sie da. Und dann schildert die "Erste People-Journalistin des Landes" das Leben des Franz Müntefering zwischen seiner sterbenden Frau und der "langjährigen Bekannten" Michelle Schumann, und bemüht das Bild von der "Vorbildfunktion" der Politiker.

In einem Brief hat sich Riekel jüngst noch klarer ausgedrückt. Da dekretierte sie, der Schutz der Intimsphäre erfasse nur den "innersten Bereich". Und: "Beziehungen, Partnerschaften, Trennung und Scheidung mögen privat sein, aber zur Intimsphäre gehören sie nach der völlig einhelligen Auffassung der Juristen nicht." Von da zur "Staatsaffäre" ist es nicht weit.

In der aktuellen Bunten wid übrigens auch die Bertelsmann-Chefin Liz Mohn porträtiert, die Haupteigentümerin des Sterns. Hier ist die Welt voller goldener Harmonie, die Witwe des legendären Konzernpatrons erscheint als große "Brückenbauerin" und ihre Lebensweisheiten taugen auch für den journalistischen Alltag in Hamburg und München.

"Die beste Therapie ist die Arbeit. Nicht zu Hause sitzen und grübeln, sondern jede Herausforderung annehmen", sagt Liz Mohn: "Es gibt so viel zu tun."

Wer will da widersprechen?

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  1. Staatsaffäre Sex
  2. Flucht im Kofferraum
  3. Sie lesen jetzt "Ich bin vielleicht zu naiv gewesen"
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(sueddeutsche.de/jja)