Auch die Politiker Wulff, Oettinger und Tiefensee wurden offenbar von der Agentur CMK verfolgt. Auftraggeberin Bunte verteidigt Recherchen im Privatleben.
Es ist Mittwoch, doch irgendwie ist Donnerstag. Der Stern ist mit einer Vorabmeldung wieder einen Tag früher präsent, und die Bunte hat ihr Erscheinen um 24 Stunden vorgezogen, vermutlich weil Boris Becker und Lilly ("Unser Baby") auf dem Titel Mut machen sollen.
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Handfester Streit zwischen dem Stern und der Bunten: Bunte-Chefin Patricia Riekel wehrt sich gegen die Vorwürfe. (© Foto: dpa)
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Doch es geht seit einer Woche auch um den handfesten Streit zwischen den beiden Blättern und um die Frage, ob und mit welchen Methoden im Privatleben von Politikern herumgeschnüffelt werden darf. Die Bunte hat sich in der Vergangenheit dabei der Berliner Spezialagentur CMK bedient, die offenbar eifrig Fährten aufgenommen hat. Der Stern jedenfalls prangerte quasi geheimdienstliche Methoden beim Verfolgen von Franz Müntefering, Oskar Lafontaine und Horst Seehofer an.
In dieser Woche legen die Autoren Johannes Röring und Hans Martin Tillack mit einer Überwachungsstory rund um den SPD-Politiker Wolfgang Tiefensee nach, und wieder geht es um eine unbekannte Liebe. Tiefensee lebte 2007 bei einer Frau, die er als "eine gute Freundin" präsentierte - dann brachte Bunte Paparazzi-Aufnahmen der beiden in Jogging-Kluft. Sie stammten von CMK.
Auch Verheugen wurde beschattet
Das ganze Ausmaß der "Späh-Affäre um CMK" sei noch nicht ersichtlich, schreibt der Stern: "Interne Spesenabrechnungen der Firma belegen, dass weitere Politiker und ihr Privatleben ins Visier der Firma gerieten." Auf einer Abrechnungsliste der CMK würde auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff auftauchen, der 2006 sein Ehe-Aus bekanntmachte. CMK sei dem Regierungschef und seiner neuen Partnerin, Bettina Körner, nach Stern-Informationen Ende März 2008 sogar ins italienische Pisa in die Flitterwochen nachgeflogen.
Und in den Unterlagen findet sich auch der Name Günter Verheugen, bis vor kurzem Vizepräsident der EU-Kommission. Schon im September 2007 hatte der SPD-Politiker den Verdacht geäußert, er und seine damalige Kabinettschefin, Petra Erler, seien beschattet worden.
In der CMK-Kostenübersicht wurde bei Verheugen nach Stern-Informationen der Zeitraum 30. Juli bis 6. August 2007 angegeben. Nach Aussage eines ehemaligen CMK-Mitarbeiters sei auch der frühere Ministerpräsident Baden-Württembergs, Günther Oettinger, und seine heutige Lebensgefährtin, Friederike Beyer, in den Blickwinkel der Agentur geraten.
Schon im Dezember 2007, nachdem Oettinger die Trennung von seiner Ehefrau bekanntgegeben hatte, habe Bunte demnach versucht, eine Bestätigung für eine neue Liaison der beiden zu bekommen. Bei Friederike Beyer aber gab es angeblich eine Abfuhr - und dann kümmerte sich CMK wohl um die Sache. Ex-CMK-Mann Thomas Walter, der auch bei Lafontaine und Müntefering im Einsatz war, ermittelte die Privatanschrift von Oettinger und Beyer.
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@ Fredll
Ihr Kommentar ist leider ein sehr frommer Wunsch, der
deutsche Michel ist nicht nur dumm sondern sau-dumm .
oder anders der BUNTE-Geheimdienst sollte seine Lizenz entzogen bekommen.
Wo bleibt eigentlich die parlamentarische Kontrolle über diesen quasi privaten Geheimdienst ?
Die Betroffenen sollten den Eignern und Machern dieser Postille das letzte Hemd vom Leib klagen.
Zumindest sollte jeder, der sich noch Journalist nennen will, diesem Blatt nicht mehr zuarbeiten.
Wer liest dieses Käseblatt eigentlich ?
Andererseits scheint es für solche schmierigen Storys ja einen großen Markt zu geben. Ein Spiegel unserer Gesellschaft.
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Schmierige Berichte, bunte Bilder, Recherche unter der Gürtellinie?
Mit Journalismus hat das nichts zu tun. Da ist die "Blöd"-Zeitung noch besser aufgestellt. Aber was reklamieren ich. Es gibt nur ein Mittel, einer Riekel zu zeigen, was gefragt ist: Bunte einfach nicht mehr kaufen. Interessiert sie sicher erst mal nicht. Aber wenn dann die wertvollen Anzeigenkunden ihre Mediapläne überprüfen, wird sie ihre Vorgehensweise überdenken müssen. Ihr Lebensgefährte Markwort kann sie da sicher gut beraten.
Paging