Die Schlammschlacht um Bunte und Stern geht weiter. Nun operiert die dubiose Agentur mit Fälschungshinweisen.
Alles nur gefälscht? Im Streit um die Veröffentlichung des Stern zu Rechercheaufträgen der CMK im Auftrag des Peolpe-Magazins Bunte gibt es einen neuen Farbtupfer. Denn CMK behauptet nun, Stern habe vermutlich gefälschte Dokumente veröffentlicht.
"Es gibt keinen Anlass, an der Echtheit der Papiere zu zweifeln " - Stern-Autor Johannes Röhrig. (© Foto: AP)
Anzeige
Mit diesen Ausschnitten aus Unterlagen will Stern das Vorgehen bei CMK dokumentieren. Doch die Firma mit ihren eigenwilligen Arbeitsmethoden stellt in einer Pressemitteilung klar, dass "diese Papierfetzen ihr gänzlich unbekannt seien." Man wolle, so das Berliner Unternehmen weiter, "nun die Echtheit dieser Papiere prüfen und bittet nun "um die Herausgabe der abgedruckten Originale".
Ein durchschaubarer Versuch
Abgedruckte Originale oder Fälschung, da scheint man sich an der Spree offenbar selbst nicht ganz sicher zu sein. Immerhin, zitiert sich Firmensprecher und Gesellschafter Stefan Kießling, aus dessen Feder die kunstvolle Mitteilung stammt, dabei sogar selbst: "Weder inhaltlich noch bezüglich Schrift und Layout entsprechen diese abgedruckten Papiere den Arbeitsprotokollen, wie wir sie üblicherweise erstellen."
Beim Hamburger Investigativblatt Stern wiederum weist diese Unterstellung zurück: "Es gibt keinen Anlass, an der Echtheit der Papiere zu zweifeln ", erklärt Johannes Röhrig, einer der beiden Verfasser des brisanten Artikels. "Das ist der leicht durchschaubare Versuch von Seiten der CMK, von den Vorgängen und der eigenen Verantwortung abzulenken." Röhrig und Hans-Martin Tillack hatten in dem Artikel beschrieben, mit welchen Methoden - so war ein Sensor unter der Fußmatte von Franz Müntefering angedacht - CMK Politiker im Auftrag des People-Magazins Bunte ausspionierte.
"Einen Rechtsstreit vermeiden"
Bei der eigenen journalistischen Arbeit weist Röhrig jedoch jede Kritik seitens CMK zurück: "Der Stern hat die veröffentlichten und auch sonst vorliegenden Dokumente selbstverständlich verifiziert, soweit dies möglich war. Alle Fakten sind bestätigt, etwa durch Gegenrecherchen und Zeugenaussagen."
CMK-Geschäftsführer Kießling beharrt auf seiner Version, gibt sich auf Anfrage von sueddeutsche.de dennoch generös-zurückhaltend. "Wir möchten eigentlich einen Rechtsstreit vermeiden. Denn dann müsste der Stern die Echtheit der Papiere beweisen, was angesichts der Tatsache, dass diese offensichtlich nicht von CMK stammen, schwierig sein dürfte." Aber man habe das Hamburger Blatt ja nur "höflich und in seinem Interesse gebeten".
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie es wohl weitergeht.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- W& V: Titel der Magazine Was zieht und was nicht? 23.04.2010
- W&V: Knüller am Kiosk Burn-out verkauft sich gut 21.04.2010
- Factchecker beim "New Yorker" Wie wahr sind Fakten? 19.04.2010
- Angeben für Anfänger Überall Kummer 25.03.2010
- Serie: Wozu noch Journalismus? (10) Kein Anlass zur Kapitulation 21.03.2010
- Presse Kummerkasten "Neon": Die gefälschte Beyoncé 19.03.2010
- Berühmte Zeitschriften-Cover Titel für die Ewigkeit 16.03.2010
Analyse des DFB-Kaders
höchstens sein Geist hat nachts den Briefkasten gefüllt.
... was das für kreise zieht...