SZ: In letzter Zeit gelingt auch Ihnen nicht mehr alles. Sie haben zweimal in Folge bei Schlag den Raab verloren. Ist die Show so noch lange haltbar?
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Raab: Warum denn nicht?
SZ: Da sagt man dann: Der alte Sack schafft es nicht mehr. Sie sind 44.
Raab: Wer sagt das? Die Journalisten! Bei Schlag den Raab habe ich schon zweimal hintereinander verloren. Na und? Irgendwann werde ich auch dreimal hintereinander verlieren. Dafür habe ich auch schon fünfmal hintereinander gewonnen.
SZ: Auch Sie werden älter.
Raab: Na und? Genau wie Fidel Castro halt.
SZ: Wenn man älter wird, lässt auch schon mal was nach.
Raab: Bei Ihnen vielleicht. Und selbst wenn es so sein sollte, so ist das Leben. Ich habe dreimal die ZDF-Hitparade gewonnen. Was will ich noch erreichen?
SZ: Sind Sie komplett angstfrei?
Raab: Es gibt einen klugen Satz, den ich auf der Bobbahn in Winterberg gelesen habe. Der hat mich sehr beeindruckt. Den habe ich auf unsere Wok-WM-Jacken sticken lassen. "Es gibt nur eine Sünde: Feigheit." Genau das ist das Problem der meisten Leute: Sie haben Schiss in der Buchse. Was passiert denn, wenn wir beim nächsten Mal den ESC nicht gewinnen? Das haben zwei Wochen später alle wieder vergessen, und jeder erinnert sich nur noch daran, wie schön das in Oslo war, als wir gewonnen haben. Niederlagen sind morgen wieder vergessen. Nur Siege bleiben.
SZ: Wo ist da die Grenze zum Größenwahn?
Raab: Auf einmal interessieren sich die Medien für den ESC und tun so, als handele es sich um Politik. Der größte Wahn liegt in den Köpfen der Journalisten. Die drehen durch. Da hat deren rationale Wahrnehmung offensichtlich ihr Ende, da findet nur noch emotionale Wahrnehmung statt. Ich verrate Ihnen, was das alles ist: Das ist nur Unterhaltung. Das ist Entertainment und nichts mehr.
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(SZ vom 18.02.2011/berr/tiq)
Brasiliens Präsidentin Roussef
... ich mag den Raab auch nicht. Was TV betrifft, bin ich eh mehr so für "Tegtmeier's Reisen" und "Ein Herz und eine Seele" zu haben (falls das noch jemand kennt).
Dass endlich mal einer mit den alles-besser-wissenden, ach-so-vorwitzigen, hausaufgaben-schlecht-machenden langweiler Journalisten (die meist gerade so ihr Volontariat hinter sich haben) Tacheles redet, finde ich gut.
Auch wenn die Gesprächseröffnung auch nicht so schlecht war...
ich möchte auch ein zitat bringen:
"die medien liefern lediglich noch den sprachschaum auf dem cappuccino der realität"
wunderbare formulierung zum thema veröffentlichte meinung!
herr raab - ich finde ihre shows furchtbar, ihre moderationen schlecht, aber was sie tun und sagen ist klug, fair und ehrlich! ich bin sehr angetan - mein liebster artikel in der SZ ever!
herr hoff - danke für die schonungslose selbstentblößung ihrer zunft!
Ich stehe dem Kapitel Lena II auch kritisch gegenüber, das ändert aber nichts daran, dass Stefan Raab viel wahres sagt.
Dass ein professioneller Journalist sich derart in die Enge reden lässt, dass er mit "Sie werden auch nicht jünger"-Phrasen kämpfen muss, ist zudem schwach.
Ich finde die Aussagen von Herrn Raab teilweise sehr zutreffend und nachvollziehbar.
Wo die Gründe für die relativ schlechten Quoten liegen, kann ich nicht sagen. Dennoch kann schon nachvollziehen, wenn sich Kritiker über die Einseitigkeit bzw. Langeweile der Show äußern. Ich glaube dass es da noch eine weitere und nicht zu unterschätzender Ursache gibt.
Ich glaube gar nicht so sehr, dass es an der Sendung selbst liegt, sondern eher darum, dass Lena mittlerweile viele Leute einfach nur NERVT! Sie muss doch mit ihren 19 Jahren in der Lage sein, auch mal eine Frage ernsthaft (!) zu beantworten und nicht ins Lächerliche zu ziehen. Ich kann in keinster Form verstehen, warum fast jede Antwort von ihr von irgendeiner Grimasse, abhackten Lauten oder nerviger Alberei geprägt ist. Ich selber habe die Castings VOR dem ESC gerne gesehen und finde auch Schlag den Raab sehr unterhaltsam. Doch gucke ich mir in Zukunft dieses nervige Gehabe von Lena nicht mehr weiter an.
Sicher hat der Charakter von Lena den Hype um ihre Person nochmal verstärkt. Doch spätestens nachdem die Zuschauer sich an Ihre Verhaltensweisen gewöhnt haben, erweckt sie so doch kein Aufsehen mehr... zumindest nicht in der Zielgruppe ab 15 Jahre. Ich gönne ihr den Erfolg sehr, aber frage ich mich wirklich auch, warum der Raab in dieser Hinsicht Lena nicht mit guten Rat für den nachhaltigen Erfolg mal beiseite steht.
Ein Metzger der sich selber für den größten hält!
Paging