Beim Euro-League-Endspiel in Hamburg leistet sich ein spanischer Chefkommentator eine peinliche Entgleisung. Im Studio wird darüber herzlich gelacht.
Es war nicht die beste Woche für Spaniens Mediengruppe Prisa. Das heißt: in wirtschaftlicher Hinsicht schon, fürs erste Quartal wies der milliardenschwer verschuldete Konzern einen Gewinn von mehr als 35 Millionen Euro aus. Aufs Image bezogen waren die zurückliegenden Tage ein Desaster.
Chefkommentator Lama bei seinen Witzchen auf Kosten des Bettlers. (© Screenshot/oh)
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Mittwochmittag wurde bekannt, dass Paco Gonzalez, Starmoderator der Fußball-Konferenzschaltung des Radiosenders Cadena SER, vorläufig entlassen wurde. Der Journalist hatte sich mit einem namentlich unbekannten Chargen aus der Chef-Lounge des Senders angelegt, weil der ihm seinen Mitarbeiterstab für die Fußball-WM-Berichterstattung zerpflücken und sich überhaupt in redaktionelle Belange einmischen wollte.
Unbestritten ist, dass es so laut wurde wie in einer Tapas-Bar; ob Gonzalez seinen Boss als "Hurensohn" verabschiedete, ist möglich, aber unbestätigt. Pardon jedenfalls gab es nicht für ihn - obwohl Gonzalez mit seiner Sendung Carrusel Deportivo den Hauptanteil der Werbeeinnahmen bei SER beschafft.
Als die Kunde vom Rauswurf die Runde gemacht hatte, solidarisierten sich so viele Kollegen und Hörer mit Gonzalez, dass Cadena SER auf der Homepage die Kommentarspalten blockte. Kaum hatte die Debatte um Gonzalez Fahrt aufgenommen, leistete sich Manolo Lama beim Europa-League-Finale in Hamburg eine unfassbare Entgleisung. Lama ist hervorragend bezahlter Fußball-Chefkommentator der SER - und im Nebenjob noch für den TV-Sender Cuatro tätig, der ebenfalls zum Prisa-Imperium gehört.
Am Rande des Endspiels zwischen Atlético Madrid und Fulham führte er einen Bettler am Jungfernstieg vor, live und bei bester Laune schon vor dem Anpfiff. Umringt von Atlético-Fans sagte er ins Mikrofon, dass er aufzeigen wollen, wie großzügig die Anhänger des Madrider Klubs seien: "Wollen wir dem Amigo mal 'ne Freude machen."
Während der in eine Decke gehüllte Bettler offensichtlich nichts verstand, legte Lama feixend eine Münze in einen Chrom-Teller. Die Atlético-Fans machten sich einen Jux daraus, Handys und sogar Kreditkarten hineinzulegen (und wieder herauszunehmen). "So wird der Mann wenigstens das Spiel in Ruhe und in der Wärme schauen können", kommentierte Lama. Im Studio wurde herzlich gelacht.
Prisa ließ es bei Lamas öffentlicher Entschuldigung bewenden. Er hatte ja keinen Krawattenträger in den Senkel gestellt, sondern sich bloß über einen sozial Schwachen amüsiert. "Ich erziehe meine Kinder im Geiste der Solidarität", teilte Lama mit. Man weißt nicht, was schlimmer ist: der törichte Jux oder die Entschuldigung.
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(SZ vom 15.5.2010/berr)
Bundespräsident Gauck in Israel
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Es war schon immer besonders einfach, sich über Wehrlose lustig zu machen.
PS: Ist der Moderator FDP-Mitglied?
Habe eben den Kommentar von / mit "Daniel Nivel" gelesen und das ist einfach eine Nummer zu schwer und unangebracht.
So sehr es mir auch Genugtuung bereitet, dass sich ausser mir noch andere Mitmenschen an diesen Mann - mit Namen - erinnern.
Es ist einfach nur eine Farce. Nicht mehr, nicht weniger.
(Die geschilderte Geschmackslosigkeit)
Wichtig erscheint mir, die aufkommenden und zunehmenden Anzeichen der Beliebigkeit, Willkür und Respektlosigkeit zu erkennen und ihnen entgegenzutreten.
Ein gut erzogener und gebildeter Humanist hätte das von jeher .. .
Oops! Nicht ganz auf der Höhe heute: Völlig überdeutliche Ironie übersehen. Sorry! Stand auf dem Schlauch ... Dähmlich!
Sicher sind das christliche Werte und so, - die Spanier sollen ja sehr katholisch sein. Sie sind aber auch recht fies im Umgang mit ihren Tieren.
Vor der Reconquista und auch später - ohne die geklaute Kohle aus den Kolonien - ein ziemlich armseliges Volk, - oder hat von denen jemand etwa auch nur den Kühlschrank erfunden?!
Nein. Natürlich nicht verallgemeinern und so.
Das hätten genausogut deutsche "Frühstücksjournalisten" sein können.
Ich mag keine Bettler. Noch weniger mag ich solche "Mitmenschen" leiden. Zur Zeit fällt es schwer, irgendetwas gut zu finden.
Vielleicht sollten wir uns wieder mehr um unsere Kinder kümmern... - damit sowas nicht passiert.
Solche Leute werden einfach nicht gebraucht.
Paging