Heute interessiert sich kaum noch jemand fürs IRC (dafür aber für eine verkürzte und beschleunigte Form des Austauschs in dieser Form namens Twitter), und auch die Schrift ist nicht abgeschafft worden zugunsten von Symbolen oder Gesten, mit denen wir uns der digitalen Welt mitteilen. Aber wieder gibt es Untergangsvisionen den klassischen Journalismus betreffend. Soll man abwarten und Tee trinken, bis die Aufregung sich nachmals gelegt hat und die nächste Sau durchs globale Dorf getrieben wird?
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Diesmal ist die Situation anders. Und es gibt nicht einfach nur einen Schurken namens Google, der die gedruckten Zeitungen um ihr sauer erworbenes (sic!) Geld bringt, aus dem der "Hochqualitätsjournalismus" (so Bernd Kundrun, vormals Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr) sich finanziert.
Dave Berry und seine Kolumne
Der amerikanische Medienwissenschaftler und Autor Clay Shirky beschreibt in einem bemerkenswerten Essay (Zeitungen - Nachdenken über das Undenkbare), wie die von einer Zeitung angestellten Nachforschungen verliefen, als die populäre Kolumne des Humoristen und Pulitzer-Preisträgers Dave Berry unerlaubt im Internet verbreitet wurde. So fanden sich im Netz unter anderem eine eigene Dave-Berry-Newsgroup und eine Mailingliste, die von ein paar tausend Leuten gelesen wurde. Und es fand sich ein Teenager aus dem mittleren Westen, der die Kolumnen von Hand im Internet verbreitete. Er liebte die Sachen von Berry so sehr, dass er dafür zu sorgen versuchte, dass möglichst jeder sie lesen konnte. Shirky erinnert sich an eine Bemerkung des damaligen Online-Chefs der New York Times, Gordy Thompson, zu diesem Phänomen: "Wenn ein 14-jähriger Junge dein Business in seiner Freizeit hochgehen lassen kann - und zwar nicht, weil er dich hasst, sondern weil er dich liebt -, dann hast du ein Problem."
User als Rosinenpicker
Und es ist nicht das einzige Problem, mit dem Journalisten und ihre Verleger nun zu kämpfen haben. Ein weiterer dramatischer Effekt des digitalen Verbreitungsmediums Internet ist, dass es etliche herkömmliche Methoden der Bündelung kultureller Einzelteile wieder in ihre Elemente zerlegt. Musiker waren die Ersten, die das Phänomen am eigenen Leib zu spüren bekamen. Ihre klassische Bündelungsform, das Album, hat im Internet praktisch aufgehört zu existieren, die User sind zu Rosinenpickern geworden und holen sich nur noch einzelne Tracks, die ihnen gefallen. Film- und Fernsehleute sehen es an der Partikularisierung langer Lichtspiele, die in zwei, drei Minuten lange YouTube-Clips zerfallen, die dann in Blogs neu gemischt und zusammengestellt wieder auftauchen. Auch die Struktur, in der die verschiedenen Aspekte der Welt bisher in einer gedruckten Zeitung vor uns ausgebreitet wurden, löst sich im Netz auf. Schon auf den Online-Ablegern der altgedienten Blätter werden Texte ersichtlich heftiger zerteilt als in Print - um geldwerte Klicks einzusammeln und Kleinanzeigen oder Teaser-Kästen dazwischenschieben zu können.
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Bilder des Tages
Die Medien haben doch selber Schuld, wenn viele Jahre nur ein Einheits Brei verkauft wird und oft aus den Berliner, US Luegen Geschichten. Niemand interessiert diese Luegen, warum man in Afghanistan, eine angebliche Demokratie aufbaut, angeblich eine Polizei- und Justiz usw..! Das das kriminelle Verbrechen sind um die Unterschlagung der Entwicklungshilfe ebenso zu tarnen und um Lobby Geschaefte zu machen u.a. fuer Heckler & Koch, VW (Polizei Autos), Siemens Strom Leitungen usw.. hat doch laengst jeder kapiert.
Besonders duester sieht es ja fuer den Spiegel aus, der nur Murks aus Amerika nun 10 Jahre lang berichtete. Eine Art Sprachrohr, fuer jede billige CIA Luege!
Wenn SZ (Story Rezart Taci zuletzt), andere prominenteste Medien sich an mich wenden muessen, wegen Balkan Infos, dann stimmt etwas nicht. Meine Websites sind als Amateur, nun mal inzwischen im google. Und genau das war nie geplant, aber weil niemand mehr richtig informiert, ist es so gekommen.
Die Leser wollen gute Kommentare (auch da hat die SZ schwer nachgelassen, durch Neue), Politisches Profi Wissen als Hintergrund (wie bei Prantl, Muench usw..) und vor allem echte Storys und nicht den Allerwelts Murks, den auch Bild bringt, nur anders verpackt.
Wieso noch Freiheit?
Profis am Werk!