Illner: Auch Ämter, Unternehmen oder Parteien behaupten, dass sie informieren und kritisieren ...
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Illner: Ja, aber der entscheidende Unterschied ist doch: Der Journalist bekommt Geld dafür, dass er schreibt, und nicht dafür, was er schreibt. Er ist frei, die Mächtigen in Politik und Wirtschaft zu kritisieren und sie so zu kontrollieren. Er ist unabhängig. Das ist der Unterschied zwischen Journalismus und PR.
Illner: Ja, Frau Illner, das klingt schön - in der Theorie. Aber mit solchen Sentenzen lassen Sie die Gäste in Ihrer Show doch auch nicht davonreiten. Wie sieht es in der Praxis aus?
Illner: Das wissen Sie doch selber: nicht so dolle. Deshalb habe ich eingangs schon auf die extrem veränderten Bedingungen hingewiesen. Und deshalb sag ich ganz banal: Die Grundlage des Journalistenberufs ist die materielle Unabhängigkeit. Ein Journalist, ob fest oder frei, der sich und seine Familie von seinem Beruf nicht ernähren kann, der muss ihn früher oder später aufgeben. So bitter das ist ...
Illner: Vielleicht haben Journalisten einfach zu hohe Ansprüche?
Illner: Ethisch können die Ansprüche gar nicht hoch genug sein. Aber auch Sie wissen: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral." Nehmen Sie die Kolleginnen und Kollegen von der taz: Sie machen einen Superjob und gelten seit Jahren als Beispiel dafür, mit wie wenig man auskommen kann, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen und man unabhängig schreiben kann. Aber auch dort werfen viele irgendwann das Handtuch. Journalismus als Hobby kann sich kaum einer leisten.
Illner: Vielleicht gibt es ja einfach zu viele Journalisten - schließlich regelt die Nachfrage den Preis ...
Illner: Ich dachte, das hätte ich schon gesagt ...
Illner: Ich hänge fasziniert an Ihren Lippen.
Illner: ... noch mal zum Mitschreiben. Ich glaube nicht, dass Journalismus nur nach den Prinzipien der Marktwirtschaft funktionieren darf. Und wenn man beobachtet, dass die Zahl der Menschen stetig abnimmt, die Vollzeit arbeiten und von ihrer journalistischen Arbeit leben können, dass auf der anderen Seite aber der Bedarf an Content - zum Beispiel in den Online-Medien - ständig zunimmt, dann passt das nicht zusammen. Wussten Sie, dass es in den USA schon lange und jetzt auch in Berlin mehr PR-Leute, Pressesprecher und Werber gibt als Journalisten?
Illner: Der Wirtschaft geht es eben nicht gut, warum soll es dem Journalismus besser gehen?
Illner: Natürlich sehe ich den Zusammenhang. Keine Frage, seit dem Platzen der sogenannten Internet-Blase stecken die Medien permanent in der Krise. Um sinkende Werbeeinnahmen zu kompensieren, werden Sendungen abgesetzt, Redaktionen aufgelöst, Arbeit verdichtet und Tarifverträge umgangen. Gut finde ich das überhaupt nicht. Ob diese Maßnahmen nämlich das Überleben einer Zeitung oder eines Senders sichern oder ob es doch eher um ein paar Prozentpünktchen mehr Rendite für Verleger und Aktionäre geht, das ist im Einzelfall schwer zu beurteilen. Die gewaltigen Renditeerwartungen der Finanzwelt haben die Geldgeber in der Medienwirtschaft jedenfalls nicht unbeeindruckt gelassen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum wir vielleicht doch öffentlich-rechtliche Internet-Plattformen als unabhängiges Medium brauchen.
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Abholzungen im Amazonas-Gebiet
"Die Aufgabe des Journalisten ist es, Informationen zu sammeln, aufzubereiten, zu werten, verständlich zu vermitteln, damit die Menschen eine bessere Grundlage für ihre Entscheidungen haben - als Privatperson, Verbraucher und Steuerzahler." (Maybrit Illner)
Vor allem sollte er das herausfischen können aus von sagenhaften Fortschritten hochgepushten Informationsflut, was Wesentlich ist. Der gewöhnliche Journalist weiß das nicht, leider auch nicht der ungewöhnliche. Wer weiß es überhaupt? Wer weiß schon, daß alle Vernunftwesen ein gemeinsames Ziel verbindet, und alle das gleiche Vehikel dorthin benutzen? Folglich kann nur das gesammelt, aufbereitet, gewertet und verständlich vermittelt werden, was bisher die Grundlage für Fehlentscheidungen war ...
"Der Journalist ist frei, die Mächtigen in Politik und Wirtschaft zu kritisieren und sie so zu kontrollieren. Er ist unabhängig. Das ist der Unterschied zwischen Journalismus und PR". (Maybrit Illner)
Unabhängig von was ...? Von allem? Wie Richter ... angeblich? Müssen Journalisten auch der Wahrheit und der Gerechtigkeit dienen? (Um was andere geht es nicht!) Sind sie nicht auch Spielbälle mächtiger Interessen, solange sie die einflußreichste Macht im Lande nicht kontrollieren können? Die meisten machen unsere Regenten für alles verantwortlich. Dies ist ein fataler Irrtum mit weitreichenden Folgen!
Hörfunk-Nachrichten-Macher hielten mal die Wirtschaft, die Politik, die Medien, und nur ein bißchen das Volk, also den Bezahler von allem, für einflußreich - in dieser Reihenfolge! Keiner dachte an Juristen! Sie sind die einflußreichste Macht, die in vielen wichtigen Positionen die Fäden zieht und als Judikative mit dem rechtsblinden Volk macht, was Mächtigen Recht ist.
Warum öffnen Journalisten nicht ihr "rechtes Auge"? Haben sie Angst, daß ihnen eine Krähe hinein...? Wie kann man als Journalist glauben, Menschen bessere Entscheidungsgrundlagen geben zu können, wenn man nicht in der Lage ist, das Kompetenzmonopol der Juristen zu kontrollieren?
Politiker kompensieren überwiegend die Fehlentwicklungen aus dem Versagen der Justiz auf unsere Schultern. Und was daraus entsteht, ist immer genug Futter für Journalisten.
tjaja, diese Internet funktioneirt ohne jeglichen Geldtransfer. Ein Perpetuum Mobile quasi. Man macht nix, bekommt aber alles.
"Alle Blogs und digitalen Networks überlassen das Recherchieren den Profis, eben weil es einen Unterschied gibt zwischen Journalisten und dem sogenannten User."
Soso Frau Illner, den "Profi" habe ich leider jedoch vermisst, als Sie sich für den Zuschauer peinlich anzusehen unter Ihrem Stuhl verkrochen haben, nachdem Schäuble Sie wegen der Frage nach dem niederländischen Journalisten angefaucht hatte. War das die Angst des Profis vor weiterer Einflussnahme der CDU?
Wer derart feige einknickt, sollte sich mit großen Sprüchen wie oben getan zurückhalten.
Illner: "Alle Blogs und digitalen Networks überlassen das Recherchieren den Profis, eben weil es einen Unterschied gibt zwischen Journalisten und dem sogenannten User. Oder wenn Sie ein Metapher wollen: Viele graben - und manche Hobby-Archäologen machen tolle Funde. Aber das ersetzt nicht die Archäologie als Wissenschaft."
Aber ist nicht gerade das Problem des heutigen Journalismus, dass Journalisten auch nicht mehr professionell graben, sondern von Pressesprechern und Presseagenturen graben lassen? Wie viele der heute veröffentlichten Artikeln sind denn wirklich noch selbst recherchiert und nicht aus Agenturberichten, Pressemitteilungen oder Berichten in anderen Zeitungen zusammengeschrieben?
Schuld ist daran sicherlich auch der Markt. Es wirkt zumindest unökonomischer, selbst zu recherchieren und vielleicht doch nur das zu finden, was Abschreiber schon längst berichtet haben. Aber wenn dem wirklich so ist und sich das Überleben mit eigener Recherche nicht mehr sichern lässt, dann ist der Journalismus bereits tot.
Seit ungefähr 1990 mit zunehmender Deutlichkeit.
Die Welt über Medien und hinter ihnen Kreise mit Intention "Weltregierung". Das ist der Weg in die Versklavung der Massen.
Die Kath. Kirche beispielsweise steht dem Ziel im Weg (und wird daher raffiniert attackiert). Auch das Deutsche GRUNDGESETZ und das KERN-DEUTSCHLAND beispielsweise. Der ISLAM genießt dagegen Bestandsschutz. Für eine gewisse Phase.
Das Welt-Theater erzeugt bei vielen Verwirrung und Verunsicherung.
Das Vertrauen in die Massenmedien ist weitestgehend erschüttert. Die Massen hoffen immer noch auf Besserung. Sie können nicht glauben, dass es so etwas kollektiv Gesteuertes und gleichzeitig Verwegenes gibt.
cc.
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