Journalismus muss anwaltschaftlicher werden!
Die Macher der Serie: Stephan Weichert (rechts) und Leif Kramp. (© Foto: Kathrin Brunnhofer/oh)
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Guter Journalismus war noch nie besonders billig zu haben. Gebührengelder, Kleinanzeigen oder Werbung sicherten die finanzielle Grundlage, und wo das nicht ausreichte, entschlossen sich Verleger und TV-Unternehmer zur Quersubventionierung teurer Angebote und Recherchen über leichtgängigere, breitenwirksame Titel und Sendungen. Das vielleicht größte Dilemma des Qualitätsjournalismus im Internet aber ist derzeit: Er soll nichts kosten!
Ein smarter 27-Jähriger aus San Francisco versucht derweil, die Nutzer vom Gegenteil zu überzeugen: Auf gerade mal 20 Quadratmetern hat David Cohn in seiner unaufgeräumten Studentenbude im hippen Mission District ein Projekt gestemmt, das ihn unverhofft zum Star in verunsicherten Medienkreisen gemacht hat. Mit Spot.Us gründete er eine Web-Plattform, auf der freie Reporter und Journalisten eigene Recherchepläne skizzieren, die von den Nutzern bezahlt werden, um ihre Story entsprechend umsetzen und veröffentlichen zu können.
Community Funded Reporting
Spendenfinanzierter Journalismus als Erfolgsmodell? Auf lokaler Ebene erwies sich Spot.Us zumindest als pragmatischer Ansatz im Vergleich zur gewachsenen Redaktion, im doppelten Sinn: Mit Einzelspenden von maximal 20 US-Dollar unterstützen Bürger nicht nur kommunale Recherchethemen, die ihnen wirklich am Herzen liegen, sondern füllen auch die Berichterstattungslücken, die den Sparzwängen bei Zeitungen, TV- und Radiosendern zum Opfer gefallen sind. Auch rücken Journalisten und ihr Publikum auf diese Weise näher zusammen.
Ob dem Modell des Community Funded Reporting (gemeindefinanzierte Berichterstattung) die Zukunft gehört, will auch Cohn nicht mit Sicherheit sagen. Aber einen Grund für die Identitätskrise der Branche glaubt der gelernte Medien- und Technikjournalist zu kennen: Journalismus habe die Bindung zu den Bürgern verloren und müsse sich deshalb neu erfinden: Ein Imagewechsel sei überfällig, fordert Cohn, während ihm seine graugestreifte Katze "Brooklyn" schnurrend ums Bein streicht.
Donate Talent!
Zu lange hätten die Leitwölfe der Profession darauf vertraut, dass sich Journalismus als Fertigprodukt vermarkten lasse - als Zeitung, als TV-Format oder als Radiosendung. Journalismus sei aber weitaus mehr als ein Warenerzeugnis, sondern vielmehr ein Vorgang, an dem sich nicht nur die Profis, sondern auch die Leser, Hörer und Zuschauer beteiligen sollten.
Cohn sieht das so genannte Crowdfunding aber nur als eine Lösung von vielen, das Publikum aktiv in die Entstehung journalistischer Inhalte einzubeziehen: Neuerdings ziert ein zweiter, rosafarbener Spenden-Button die angebotenen Geschichten bei Spot.Us: "Donate Talent" - Cohns Aufruf, es nicht nur bei reinen Geldüberweisungen zu belassen, sondern auch Begabung, Zeit und Engagement zu spenden. Das geht weit über das hinaus, was Bild und andere mit ihren "Leserreportern" kultivieren, die das Privatleben von Oliver Pocher und Halbpromis heimlich abfotografieren. Die Entwicklung, dass das Publikum eine tragende Rolle bei der Produktion von Medienangeboten spielen könnte, mag für einige Journalisten noch befremdlich klingen, sie ist aber unumkehrbar.
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Zum Tod von Whitney Houston
... liegt nicht im Internet, sondern auch im Internet.
Denn Zeitung muss heute so gemacht sein, dass sie nicht unbedingt gebraucht wird, aber das es für den Leser etwas besonderes ist, sie zu lesen. "Ein Stück Luxus." Die Aktualität und die wirklichen News übernehmen das Internet. Wobei natürlich auch hier Reportagen und Hintergrundberichte erscheinen. Aber nur Lesen in elektronischer Form? Nein, das wollen noch nicht einmal die Augenärzte und Neurologen ...
Zu meinen beiden Vorschreibern: Schön, dass es Leserkommentare gibt, die man sehr konstruktiv zumüllen kann. Aber wenigstens muss euch keiner zuhören!
Als Deutscher, geboren von Flüchtlingen, die einen neuen Staat aufbauen wollten und am Sozialismus innerhalb der Freiheitsbewegung zum einheitlichen Europa, selbst an der Volkszugehörigkeit zerbrachen, in einem Land, welches sich seiner Versprechen, Gebote und Gesetze nicht mehr erinnern will, wer will da noch eine Zeitung, ein Blatt lesen, welches auch schon seine Leserkommentare verbietet! Meint Ihr da kommen dann auch Artikel zur Systemkritik? Selber Schuld, würde ich dann schreiben wollen, den Damen und Herren Jounalisten, die die Arbeit als gekaufte Instrumente verlauten lassen.
Ich will keine Beispiele hier schreiben, aber seit 1991 bin ich als Deutscher von einigen Dingen überrascht! Jedes Blatt von A-Z hat einen Themenfaden und keiner schreibt über die Verfassung des Deutschen Reiches!
Und das die BRD nicht das Deutsche Reich ist, ist auch klar, weil die Zeitungen sehr schnell dabei sind, Desinformationen an die Bürger herrausgeben, damit die Politiker in Ruhe absahnen können und sich mit fetten Pensionen in irgend welchen Wirtschaftsräten wiederfinden. Früher hatte einer eine Zeitung in der Hand, weil er Bildung suchte und sie auch fand! Zudem konnte man am Lesen der Namen erkennen, wessen Orientierung er sich hingibt, wenn dieser jeden Tag mit dem gleichen Herrausgeber kam!
Dann kam der Staat und machte Druckerfarben und Druckerzeugnisse teuerer, damit nicht so viel Unsinn verbreitet werden kann, man erkannte dann die Wohlhabenden.
Und heute wird nur noch Arbeitsplatzintern Lektüre verteilt, die Pflichtlesungen beinhalten, siehe Landtagsmitarbeiter, die noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müssen, sich aber auch Bonusmeilen einsacken können!
Gut plaziert ist immer noch der Geschrei um die Habe des Anderen und was die Promminenz so treibt, in welche Pressefeiern wer mit wem knutzschte und was da so die Politiker ausposaunen! Da lese ich doch lieber mein Buch, wie mein Kampf, der jetzt wieder in Deutschland lesbar werden soll!
Aber als Deutscher erwarte ich doch wesentlich mehr und gerade Ehrlichkeit in dem, was dargestellt wird und eventuell als Beweis dienen könnte! Ein Sammlerobjekt könnte zum Beispiel die Aufmachung werden:"Achtung, die gesamte Regierung, neben den Staatsorganen der BRD, wurden der Macht enthoben, weil sie das Volk nicht zur Staatsgründung der BRD gefragt hatten. Der Bürgerkrieg ist angesagt!", tolle Nachricht!
Eigentlich ist klar, wohin die Reise gehen wird. Sowohl mit dem qualitätsvollen, als auch dem qualitätsarmen Journalismus. Andere Branchen sind schon weiter. Alle notwendigen Bausteine sind da und müssen nur noch zusammengefügt werden.
Sicher ist: Die Lösung wird nicht von den Verlagen kommen. Die waren in den vergangenen Jahren nur in zwei Dingen gut: Sich selbst das lebensnotwendige Wasser abzugraben und sich gegenseitig zu immer größeren und unflexibleren Tankern zu entwickeln. Heute kauf ich den und morgen den. Richtig drollig ist es zu sehen, wie sie sich jetzt auf den neusten Heilsbringer stürzen: iPhone-Apps. Das was ihr da macht, ist nicht die Lösung. Ihr habt es einfach nicht verstanden.
Es müssen die Journalisten selber sein, die den Neuanfang schaffen. (Es waren auch die Journalisten, die die Verlage einstmals gegründet haben, in denen sie heute nichts mehr zu sagen haben.) Die oben genannten Beispiele zeigen einige von vielen Möglichkeiten, die auf eine Umsetzung warten. Schließt Euch zusammen und bereitet Euch auf eine Zukunft ohne Verlage vor, es ist eine Chance. Nutzt die vorhandenen Strukturen Euch neu zu vernetzen und qualitätsvollen Content unters Volk zu bringen. So aufbereitet, dass man gerne bereit ist für den Mehrwert zu bezahlen, dass die technischen Möglichkeiten in der gesamten Breite genutzt werden. Ganz ohne Papier. Am Ende dürft Ihr das auch gerne wieder Verlag nennen, auch wenn das mit dem, was wir heute darunter verstehen, nichts mehr zu tun haben wird.
"wofür in Deutschland rund 50.000 hauptberufliche Journalisten stehen: professionelle Recherche, Aufbereitung und Vermittlung von Informationen."
Ernst gemeint? Recherche? Ich lach' mich krummm...
..."während ihm die graugestreifte Katze -Brooklyn- schnurrend um die Beine streicht", wäre es tatsächlich mal wieder an der Zeit "hyperlokal" zu arbeiten, vernünftigerweise auch investigativ.
Genau weil die graugestreifte Katze in diesem interessanten Artikel diese Zuordnung erhält, wird deutlich, warum der nach wie vor interessierte Zeitungsleser sich abwendet.
Ich will, wenn ich die Sz lese, ob Papier- oder Internetformat,
nichts, aber auch gar nichts an Anmutungen vorgesetzt bekommen, die zu Frieda Springer und Konsorten passen.
Deshalb lese ich diese Zeitung!!
Es ärgert mich wirklich.
Sie können ein Produkt nur vertreiben, wenn Sie den Markt und die Bedürfnisse Ihrer potentiellen Kunden kennen.
Auf dem Weg dahin werden Sie eine unschlagbare Erfahrung machen, Sie sind gezwungen, sich selber kennen zu lernen, so gründlich wie nie zuvor, investigativ und hyperlokal.
Ab da macht ein Job erst wirklich Spaß.
Mit besten Grüßen.
Paging