Wie bisher kann es nicht weitergehen - Journalisten müssen über ihren Job nachdenken. Das machen nun namhafte Kollegen auf sueddeutsche.de.
Schieben wir einmal alle Bedenken beiseite, hören auf zu zaudern und vergessen die Panikattacken der vergangenen Monate. Ignorieren wir also die Krise, die all das zu bedrohen scheint, wofür in Deutschland rund 50.000 hauptberufliche Journalisten stehen: professionelle Recherche, Aufbereitung und Vermittlung von Informationen. Stellen wir uns der Einfachheit halber vor, wir seien die Bewohner einer neuen Steinzeit, die mit der Erfindung des Internet begann: Gemessen daran, wie wenig die Potenziale der Netzkommunikation heute erst genutzt werden, sind Journalisten die Neandertaler der digitalen Ära.
Bürgerjournalismus, Watchblogs oder auch Pionierarbeit mit Studenten - Journalisten suchen nach neuen Wegen aus der Medienkrise. (© Foto: sueddeutsche.de)
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Am liebsten würde der Journalismus so weitermachen wie bisher. Aber genau das ist der springende Punkt: Altbewährtes funktioniert immer schlechter, weder als Geschäftsmodell noch als Handwerk. Immer mehr Leser, Zuschauer, Hörer erwarten Neues neben den hergebrachten journalistischen Publikationen, Formaten und Darstellungen. Die Zukunft des Journalistenhandwerks verlangt nach neuen Strategien und Konzepten, vielleicht auch nach anderen Begrifflichkeiten. Was kann, was darf, was müssen Journalisten also heute sein, wenn sie das Bisherige hinter sich lassen? Und brauchen wir professionellen Journalismus überhaupt noch?
Die Qualitätspresse in den USA darbt
Not macht erfinderisch, hieß es in der Nachkriegszeit. Und wenn dieses Bonmot stimmt, muss der Erfindergeist in den USA derzeit quicklebendig sein - denn dort geht es der Medienbranche mit Abstand am dreckigsten: Etliche Regionalzeitungen mussten ihr Erscheinen einstellen, seit 2007 mehr als 10.000 Redakteure sich nach einem anderen Job umschauen. Die Qualitätspresse darbt wie kaum anderswo in der Welt.
Aber in Nordamerika - das ist die positive Kehrseite des Medienwandels - sprießen auch kreative Pflänzchen. Dass auf eine Krise nicht zwingend die Apokalypse folgt, sondern durchaus etwas Neues, sogar Besseres gedeihen kann, beschrieb schon der österreichische Ökonom Joseph Alois Schumpeter mit dem fidelen Begriff der "schöpferischen Zerstörung".
Zeitungsverlage lechzen nach Ideen
Warum sich der Kapitalismustheoretiker sechs Jahrzehnte nach seinem Tod als hoffnungsfrohes Omen für eine verzweifelte Profession anbietet, lässt sich eindrucksvoll in seiner Wahlheimat beobachten: In den USA werkeln trotz wirtschaftlichen Gegenwind junge und erfahrene Journalisten gemeinsam und abgekoppelt von den großen Medienkonzernen am Journalismus von morgen - und zeigen keinerlei Bescheidenheit, den schwerfälligen Branchenriesen zu zeigen, welche Wege aus der Krise führen.
Was sich in den Metropolen New York, Los Angeles oder San Francisco abspielt, hat Signalwirkung - auch für den deutschen Nachrichtenmarkt. Insbesondere die Zeitungsverlage lechzen nach Ideen, wie sie die Zeitenwende bewerkstelligen sollen, ohne ihrem journalistischen Kerngeschäft zu schaden. Optimismus versprühen vor allem kleinere, unabhängige Initiativen, die sich außerhalb der starren Hierarchien der einstmals so potenten Unternehmen bilden.
Gehörige Portion Herzblut
Im Mittelpunkt steht das Internet - ein dynamisches Raum-Zeit-Kontinuum, das angepasste Arbeitsmittel und Berichtsformen erfordert. Um den Journalismus 'aus der Tiefe des Raums' neu zu gestalten - so der Konsens der Pioniere - ist ein Re-Set, ein Neuanfang alles bisher Üblichen nötig: Journalisten müssen in völlig anderen Kategorien, Systemen und Prozessen denken, mit denen sie unsere Gesellschaft neu erschließen - auch wenn es an manchen Stellen vielleicht weh tut.
Mit einer gehörigen Portion Herzblut und frischem Unternehmergeist wird an innovativen Modellen für einen besseren, weil transparenten, dialogischen Journalismus gearbeitet. Übergreifend lassen sich vier Entwicklungen erkennen, die den Beruf zu seinen Kernaufgaben im Dienste der digitalen Öffentlichkeiten zurückführen.
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Unterstützer-Unterschriften für die Landtagswahl
... liegt nicht im Internet, sondern auch im Internet.
Denn Zeitung muss heute so gemacht sein, dass sie nicht unbedingt gebraucht wird, aber das es für den Leser etwas besonderes ist, sie zu lesen. "Ein Stück Luxus." Die Aktualität und die wirklichen News übernehmen das Internet. Wobei natürlich auch hier Reportagen und Hintergrundberichte erscheinen. Aber nur Lesen in elektronischer Form? Nein, das wollen noch nicht einmal die Augenärzte und Neurologen ...
Zu meinen beiden Vorschreibern: Schön, dass es Leserkommentare gibt, die man sehr konstruktiv zumüllen kann. Aber wenigstens muss euch keiner zuhören!
Als Deutscher, geboren von Flüchtlingen, die einen neuen Staat aufbauen wollten und am Sozialismus innerhalb der Freiheitsbewegung zum einheitlichen Europa, selbst an der Volkszugehörigkeit zerbrachen, in einem Land, welches sich seiner Versprechen, Gebote und Gesetze nicht mehr erinnern will, wer will da noch eine Zeitung, ein Blatt lesen, welches auch schon seine Leserkommentare verbietet! Meint Ihr da kommen dann auch Artikel zur Systemkritik? Selber Schuld, würde ich dann schreiben wollen, den Damen und Herren Jounalisten, die die Arbeit als gekaufte Instrumente verlauten lassen.
Ich will keine Beispiele hier schreiben, aber seit 1991 bin ich als Deutscher von einigen Dingen überrascht! Jedes Blatt von A-Z hat einen Themenfaden und keiner schreibt über die Verfassung des Deutschen Reiches!
Und das die BRD nicht das Deutsche Reich ist, ist auch klar, weil die Zeitungen sehr schnell dabei sind, Desinformationen an die Bürger herrausgeben, damit die Politiker in Ruhe absahnen können und sich mit fetten Pensionen in irgend welchen Wirtschaftsräten wiederfinden. Früher hatte einer eine Zeitung in der Hand, weil er Bildung suchte und sie auch fand! Zudem konnte man am Lesen der Namen erkennen, wessen Orientierung er sich hingibt, wenn dieser jeden Tag mit dem gleichen Herrausgeber kam!
Dann kam der Staat und machte Druckerfarben und Druckerzeugnisse teuerer, damit nicht so viel Unsinn verbreitet werden kann, man erkannte dann die Wohlhabenden.
Und heute wird nur noch Arbeitsplatzintern Lektüre verteilt, die Pflichtlesungen beinhalten, siehe Landtagsmitarbeiter, die noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müssen, sich aber auch Bonusmeilen einsacken können!
Gut plaziert ist immer noch der Geschrei um die Habe des Anderen und was die Promminenz so treibt, in welche Pressefeiern wer mit wem knutzschte und was da so die Politiker ausposaunen! Da lese ich doch lieber mein Buch, wie mein Kampf, der jetzt wieder in Deutschland lesbar werden soll!
Aber als Deutscher erwarte ich doch wesentlich mehr und gerade Ehrlichkeit in dem, was dargestellt wird und eventuell als Beweis dienen könnte! Ein Sammlerobjekt könnte zum Beispiel die Aufmachung werden:"Achtung, die gesamte Regierung, neben den Staatsorganen der BRD, wurden der Macht enthoben, weil sie das Volk nicht zur Staatsgründung der BRD gefragt hatten. Der Bürgerkrieg ist angesagt!", tolle Nachricht!
Eigentlich ist klar, wohin die Reise gehen wird. Sowohl mit dem qualitätsvollen, als auch dem qualitätsarmen Journalismus. Andere Branchen sind schon weiter. Alle notwendigen Bausteine sind da und müssen nur noch zusammengefügt werden.
Sicher ist: Die Lösung wird nicht von den Verlagen kommen. Die waren in den vergangenen Jahren nur in zwei Dingen gut: Sich selbst das lebensnotwendige Wasser abzugraben und sich gegenseitig zu immer größeren und unflexibleren Tankern zu entwickeln. Heute kauf ich den und morgen den. Richtig drollig ist es zu sehen, wie sie sich jetzt auf den neusten Heilsbringer stürzen: iPhone-Apps. Das was ihr da macht, ist nicht die Lösung. Ihr habt es einfach nicht verstanden.
Es müssen die Journalisten selber sein, die den Neuanfang schaffen. (Es waren auch die Journalisten, die die Verlage einstmals gegründet haben, in denen sie heute nichts mehr zu sagen haben.) Die oben genannten Beispiele zeigen einige von vielen Möglichkeiten, die auf eine Umsetzung warten. Schließt Euch zusammen und bereitet Euch auf eine Zukunft ohne Verlage vor, es ist eine Chance. Nutzt die vorhandenen Strukturen Euch neu zu vernetzen und qualitätsvollen Content unters Volk zu bringen. So aufbereitet, dass man gerne bereit ist für den Mehrwert zu bezahlen, dass die technischen Möglichkeiten in der gesamten Breite genutzt werden. Ganz ohne Papier. Am Ende dürft Ihr das auch gerne wieder Verlag nennen, auch wenn das mit dem, was wir heute darunter verstehen, nichts mehr zu tun haben wird.
"wofür in Deutschland rund 50.000 hauptberufliche Journalisten stehen: professionelle Recherche, Aufbereitung und Vermittlung von Informationen."
Ernst gemeint? Recherche? Ich lach' mich krummm...
..."während ihm die graugestreifte Katze -Brooklyn- schnurrend um die Beine streicht", wäre es tatsächlich mal wieder an der Zeit "hyperlokal" zu arbeiten, vernünftigerweise auch investigativ.
Genau weil die graugestreifte Katze in diesem interessanten Artikel diese Zuordnung erhält, wird deutlich, warum der nach wie vor interessierte Zeitungsleser sich abwendet.
Ich will, wenn ich die Sz lese, ob Papier- oder Internetformat,
nichts, aber auch gar nichts an Anmutungen vorgesetzt bekommen, die zu Frieda Springer und Konsorten passen.
Deshalb lese ich diese Zeitung!!
Es ärgert mich wirklich.
Sie können ein Produkt nur vertreiben, wenn Sie den Markt und die Bedürfnisse Ihrer potentiellen Kunden kennen.
Auf dem Weg dahin werden Sie eine unschlagbare Erfahrung machen, Sie sind gezwungen, sich selber kennen zu lernen, so gründlich wie nie zuvor, investigativ und hyperlokal.
Ab da macht ein Job erst wirklich Spaß.
Mit besten Grüßen.
Paging