Entscheidend wird neben den wirtschaftlich-technischen Aspekten für die Zukunft des Journalismus aber sein, wie Journalisten, Verleger und Medienverantwortliche ihre Rolle in den Medien, der Gesellschaft und gegenüber dem Konsumenten definieren. Die Lieferung von gefälligen, aber oberflächlichen Inhalten wird nicht genügen. Orientierung ist vonnöten, Meinung gefragt! Basierend auf guter Recherche und Glaubwürdigkeit. Fesselnde Reportagen, die die Welt zeigen, wie sie ist: problematisch, aber lebenswert. Der moderne Medienkonsument will kompetent und glaubwürdig informiert, aber auch intelligent unterhalten werden. Und: Das Leben ist nicht nur schrecklich! Für manchen Journalisten ist es an der Zeit, umzudenken.
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Auch gilt es, darüber nachzudenken, wie Zeitungen und Zeitschriften morgen aussehen werden. Vermutlich werden irgenwann gerollte oder faltbare digitale Lesegeräte das Papier zu verdrängen versuchen. Noch ist es nicht soweit! Für Print-Journalisten bleibt es spannend: "Nur" mit Text und Fotos bedruckte Seiten , ohne Ton und bewegte Bilder, müssen gegen mobile touch screens antreten.... eine hohe Herausforderung an Kreativität und Content. Aber diese Herausforderung wird bestehen bleiben, was immer auch künftig an Technologie aufgeboten werden wird.
Mehr Vertrauen in die Zukunft
Nicht die Technik ist ausschlaggebend, sondern der Zweck, dem sie dient: Der Konsument, der letztlich über ihre Nutzung entscheidet, will Interessantes lesen, amüsant unterhalten und zuverlässig informiert werden. Nur exzellente journalistische Arbeit ist in der Lage, dies zu gewährleisten. Gute Journalisten - aber auch manche Verleger - sollten deshalb mehr Vertrauen in die Zukunft haben, aber auch in ihre Fähigkeit und in ihren Willen, diese entschlossen anzugehen.
Und sie sollten vor allem mit der Überzeugung leben: Die Zukunft des Journalismus liegt im Journalismus!
Axel Ganz, Aufsichtsratsmitglied von Gruner + Jahr, hat als Verleger zahlreiche Titel bei Gruner + Jahr verantwortet. In Frankreich und weiteren Ländern gründete er über 60 Zeitschriften.
Im Herbst 2010 erscheint das Buch "Wozu noch Journalismus? Wie das Internet einen Beruf verändert" im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht.
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(sueddeutsche.de/jja/berr)
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