Sat-1-Film Uwe Ochsenknecht spielt Uli Hoeneß in Fernsehsatire

"Als wir Uwe Ochsenknecht im Casting sahen, wussten wir: Der ist es."

(Foto: dpa)
  • Sat 1 dreht einen Satirefilm über den Fall von Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Das kündigt Senderchef Nicolas Paalzow im SZ-Interview an.
  • Die Hauptrolle im Film "Udo Honig - kein schlechter Mensch", der voraussichtlich im Herbst ausgestrahlt wird, soll Uwe Ochsenknecht spielen.
  • Außerdem plant Sat 1 ein neues tägliches Comedy-Format "mit einer starken weiblichen Hauptfigur vom Typ Bridget Jones" und eine Realityshow, in der Kandidaten auf einem Acker eine neue Existenz aufbauen.
Von Claudia Fromme

Sat 1 verwurstet den Fall Uli Hoeneß

Wenn jemand prominent ist und stürzt, verwurstet Sat 1 die Geschichte gerne. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg musste für die Satire "Der Minister" des Senders herhalten, Bundespräsident Christian Wulff für das Dokudrama "Der Rücktritt". Nun nimmt sich Sat 1 den prominenten Steuersünder Uli Hoeneß vor. Eine Satire soll es werden, sagt Senderchef Nicolas Paalzow im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, die Hauptrolle wird Uwe Ochsenknecht spielen.

Lange habe man sich mit der Frage nach der idealen Besetzung für die Satire, die "Udo Honig - kein schlechter Mensch" heißen soll, beschäftigt, sagt Geschäftsführer Paalzow. "Aber als wir Uwe Ochsenknecht im Casting sahen, wussten wir: Der ist es." Die Dreharbeiten starten Ende Februar, ins Fernsehen kommen soll der Film bereits im Herbst. Produziert wird der Film vom Team der Ufa, das auch den mittellustigen Klamauk "Der Minister" gemacht hat.

Sportmanager Udo Honig erlebt den Alltag im Gefängnis

Der Film erzähle in satirischer Anlehnung an die Verurteilung von Uli Hoeneß den Alltag eines Sportmanagers im Gefängnis. Juristische Schritte des echten Uli Hoeneß, der zum Zeitpunkt der Ausstrahlung noch seine Haftstrafe verbüßen wird, fürchtet Paalzow nicht. "Wir werden wie auch schon beim Minister sehr genau auf die juristischen Fallstricke achten." Schlussendlich sei es die Geschichte von Udo Honig - und nicht Uli Hoeneß.

Der sei eine Person der Zeitgeschichte mit einem überdies sehr interessanten Leben. "Ein Mann, der wahnsinnig viel Erfolg hatte, als Fußballer, als Manager, als Unternehmer, und der trotzdem eine Seite hatte, von der man lange nichts wusste." Das sei großer Stoff - der auch den Sender wieder ins Gespräch bringe.

Comedy "mit eine starken weiblichen Hauptfigur vom Typ Bridget Jones"

Dazu kündigte Paalzow eine neue tägliche romantische Comedy "mit einer starken weiblichen Hauptfigur vom Typ Bridget Jones" an und das Ziel, mit Formaten wie der Realityshow "Newtopia", in der von Ende Februar an 15 Kandidaten auf einem Acker unter Kamerabeobachtung eine neue Existenz aufbauen müssen, die Durchschnittsquote des Senders nachhaltig auf mehr als 10 Prozent heben zu wollen. 2014 lag die Senderquote im Schnitt bei 9,6 Prozent.

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Auch einen Hoeneß-Film planen die Produktionsfirmen AVE und Zeitsprung. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Produzent Walid Nakschbandi angekündigt, zusammen mit Michael Souvignier ein Dokudrama zu dem einstigen Präsidenten von Bayern München zu drehen. "Der Patriarch" soll der Film heißen. Wann und wo er ausgestrahlt wird, ist noch unbekannt.

Nicolas Paalzow im Wortlaut

Das vollständige Interview lesen Sie in der Montagsausgabe der Süddeutschen Zeitung oder in der digitalen Ausgabe auf dem Smartphone oder Tablet.