Rundfunkbeitrag Pro Sieben Sat 1 will am Rundfunkbeitrag beteiligt werden

Pro-Sieben-Sat 1-Vorstand Conrad Albert hat die Debatte um den Rundfunkbeitrag neu entfacht.

(Foto: dpa)

Die öffentliche Finanzierung dürfe sich nicht länger an der Institution fest machen, sondern am Inhalt, fordert Vorstand Conrad Albert. Die Konkurrenz ist wenig begeistert.

Von Viola Schenz

Streit um den Rundfunkbeitrag wird es wohl solange geben, wie es den Rundfunkbeitrag gibt. Ist diese Abgabe rechtmäßig und in welcher Höhe? Wie soll das Geld verteilt werden? Ist der Beitrag - der bis 2013 "Gebühr" hieß - noch zeitgemäß? Am Wochenende hat Pro-Sieben-Sat 1-Vorstand Conrad Albert die Debatte neu entfacht. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung forderte Albert auch für Privatsender Geld aus öffentlicher Hand. Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag lagen 2016 bei knapp acht Milliarden Euro. Die öffentliche Finanzierung, so Albert, dürfe sich nicht länger an der Institution fest machen, sondern am Inhalt. Finanziert werden sollten "gesellschaftlich relevante Inhalte, die demokratie- und vielfaltstiftend wirken". Die Nachrichtensendung Pro Sieben News zum Beispiel erreiche mehr junges Publikum als Tagesschau und Heute zusammen, erklärte Conrad Albert, was ARD und ZDF am Montag allerdings bestritten. Die öffentlich-rechtliche wie die private Konkurrenz zeigte sich auch sonst wenig angetan von dem Vorstoß: Die Informationsangebote von Pro Sieben Sat 1 seien weder quantitativ noch qualitativ mit denen von ZDF, ARD und Deutschlandradio vergleichbar, heißt es in einer Stellungnahme des ZDF. Und bei der ARD: "Wir nehmen alle Vorschläge von Privatsendern mit Interesse, manchmal auch mit Amüsement zur Kenntnis." Der Privatsender RTL erklärte, es sei zu begrüßen, dass "nun auch die Pro-Sieben-Sat 1-Gruppe den Gedanken einer besonderen Betrachtung von Public Value-Inhalten aufgreift", der Ansatz von RTL verfolge allerdings nicht das Ziel einer Beteiligung am Rundfunkbeitrag.

Auch heute schon gibt es eine Beteiligung privater Anbieter am Rundfunkbeitrag: Private Lokal- und Regionalsender erhalten knapp zwei Prozent aus dem öffentlich-rechtlichen Beitragstopf, etwa für ihren Verwaltungsaufwand.

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