Die alte GEZ-Gebühr ist am Ende. In drei Jahren gilt eine Haushaltsabgabe - jeder zahlt dann knapp 18 Euro. Dafür schickt die GEZ keine Schnüffel-Brigaden mehr zur Jagd auf Schwarzseher.
Jahre lang, ja fast Jahrzehnte lang, stritt die Politik über die Rundfunkgebühr. Wer immer in Deutschland ein Radio- oder Fernsehgerät besaß, musste zahlen. Und nun stellten sich an diesem Mitwochabend in Berlin zwei Ministerpräsidenten hin und erklärten, dass künftig alles anders sei.
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Das neue Modell für die Rundfunkfinanzierung steht: Künftig soll jeder Haushalt zahlen. (© dpa)
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Von 2013 an muss jeder Haushalt in Deutschland - egal, ob er fernsieht oder nicht - monatlich knapp 18 Euro zahlen. Ein "einfacheres und gerechteres Modell", erklären Kurt Beck (Rheinland-Pfalz) und Stefan Mappus (Baden-Württemberg). Ziel der Länder sei es, die Finanzierung für ARD und ZDF "auf eine zeitgemäße Grundlage zu stellen, die Kontrollbedürftigkeit...deutlich zu reduzieren und vor allem auch die Privatsphäre der Rundfunkteilnehmer zu schonen."
Was die beiden Politiker damit meinen? Vor allem, dass die GEZ-Schnüffler nun nicht mehr ihr Unwesen treiben - jene Mitarbeiter der Gebüheneinzugszentrale, die an Wohnungstüren erforschten, wie es denn mit dem Bezahlen für Rundfunk sei? Ob man ein Radio habe, vielelicht im Auto? Und was mit den Kindern sei?
Der Trupp machte den Bürgern Angst. Nun zahlen eben alle - bis auf jene, die "befreit" sind - für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Die alte GEZ-Gebühr verschwindet, am Donnerstag wollen die Ministerpräsidenten abschließend entscheiden. Es geht auch um die Akzeptanz von ARD, ZDF und Deutschlandradio in der Gesellschaft.
Ein Werbeverbot für die Öffentlich-Rechtlichen, das die neue Abgabe verteuern würde, wurde von den Länderchefs nicht beschlossen. Dagegen kommt wie erwartet ein Sponsoringverbot ab 20 Uhr mit Ausnahme großer Sportereignisse (diese bringen allerdings die Haupterlöse aus Sponsoring).
Ministerpräsident Beck (SPD), der den Vorsitz in der Länderkommission führt, erklärt, er sei ,"hochzufrieden mit der erzielten Lösung", nur hätte er sich gewünscht, "dass wir bei der Werbefreiheit nun gleich zu einem Ergebnis gekommen wären". Mit der Systemumstellung sei man aber einen so entscheidenden Schritt gegangen, "dass nun Zeit bleibt, die Werbefreiheit bis 2013 noch einmal zu prüfen".
Was ändert sich konkret mit der neuen Ordnung? Das sind die Fragen, das sind die Antworten.
Was ist ein Haushalt und was ändert sich im Vergleich zur jetzigen Gebühr?
In Zukunft wird die Rundfunkgebühr (heute 17,98 Euro) nicht mehr von jeder Person und für jedes Empfangsgerät erhoben. Sie besteht auch nicht mehr aus der Kombination von Grundgebühr ( 5,76 Euro, zum Beispiel nur für Radio oder internetfähigen PC) und Fernsehgebühr (12,22 Euro). Stattdessen entrichtet künftig jede Wohnung oder Firma eine Pauschale, die vorerst nicht teurer sein soll als eben 17,98 Euro. Sie ist unabhängig davon, wie viele Personen dort wie viele Rundfunkgeräte nutzen. Eingefordert wird die Abgabe vom Hauptmieter, bei selbstgenutztem Wohneigentum vom grundbuchamtlichen Besitzer. Zum Beispiel müssen Kinder, die eigenes Einkommen haben und in der Wohnung der Eltern leben, künftig nicht mehr zusätzlich zu den Leistungen der Eltern zahlen. Auch zwischen privater und beruflicher Rundfunknutzung (bislang ein Problem bei Selbstständigen) wird innerhalb einer Wohnung nicht mehr unterschieden. Für Zweitwohnungen soll nach letztem Beratungsstand ein Drittel der Pauschale erhoben werden.
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Kandidaten für Tassilo-Preis
Wie kann man mir klar machen, dass man von einer weder gewollten, noch nicht bestellten Leistung profitiert und daher man gezwungen wird, diese zu bezahlen? – Ich will diese "Leistungen" nicht. Ich brauche sie auch nicht.
Ab 2013 werden der Wirtschaft ca. 9 Milliarden entzogen, während vielerorts in der Republik die Schulen immer maroder werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Bildungsauftrag – ach so... Und die maroden Schulen?
Ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wäre die gesamte Demokratie unserer Republik gefährdet. Hallo? Wir haben das 21. Jahrhundert – das Internet ist bereits seit einem Vierteljahrhundert erfunden worden es und hat u. a. dazu geführt, das undemokratische totalitäre Staaten mit dessen Hilfe gefallen sind – ja, wie ging das? Wer gefährdet unser Demokratie und wie schützt uns der öffentlich-rechtliche Rundfunk davor?
Nun, der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Informationsauftrag – deswegen gleich 23 Fernseh- und 77 Radiosender – ja, nee, is‘ klar! Das sind 2.400 Programmstunden täglich oder anders ausgedrückt, 100 Programmtage an einem einzigen Tag. Und die Internetauftritte der Sender und deren Sendungen kommen noch dazu – das sind mehrere Tausende. Bin ich jetzt genug informiert?
Und dabei vergaß ich die Privaten Medien (TV, Radio, Verlage); aber die sind alle schlecht und böse – aber warum gehen sie nicht Pleite, wenn keiner sie braucht und benutzt? Warum wissen alle Bescheid, insbesondere diejenigen, die solche Medien verabscheuen? Ich muss zugeben, das verwirrt mich ein Bisschen!
Warum muss eine ganze Nation gegängelt werden – sowohl Privatpersonen als auch die Wirtschaft? Warum? Brauchen wir das so dringend, dass man ab 2013 dafür ca. 9 Milliarden EUR pro Jahr durch einen Zwangsbeitrag dem Geldkreislauf entzogen wird?
Kann mir jemand aus voller Überzeugung und ehrlich antworten?
Mir gefällt das viel besser als die bisherige Art der GEZ, die doch zumindest halbseiden wirkte. Seien wir doch mal ehrlich, wer hat denn bitteschön nicht ein Gerät zu Hause, mit dem er öffentlichen Funk empfangen kann? Wenn alle Konsequent ihre Abgabe zahlen, fordern sie vielleicht auch mal Qualität von den öffentlichen.
Wie wir uns Erinnern wollte Herr Dr. Scheuble (Innenminister damals) ein Zentrales Melderegister. Die GEZ in Köln bietet siese Mögllichkeit. Durch die Umstellung 2013 von gerätbezogener auf haushaltsbezogene Erfassung kommen alle relevanten Daten zusammen. Wer wohnt wo mit wievielen und mit den Befreiunggsanträgen bekommen wir noch kostenlos die Einkommensstruktur dazu. Ummelden von Haushalten bei der GEZ wird unnötig, das Einwohnermeldeamt macht das (jetzt schon).
Was mich stutzig macht allerdings ist die Abrechnung nach Mitarbeiteranzahl in Betrieben. Jeder, der in einem Betrieb arbeitet ist Mitglied in einem Haushalt, der schon erfasst ist. Ich will nicht "doppelt besteuert" sagen es ist ja eine Gebühr aber dann trotzdem doppelt kassiert.
Was ist mit Hotels? Stellt nicht JEDES vermietete Zimmer einen temporären (zeitlich begrenzten) Haushalt dar? Hotels bezahlen den Beitrag pro Zimmer. Müsste dann nicht jeder Hotelgast, der nicht nachweisen kann einem gebührenpflichtigen Haushalt anzugehören einen Aufschlag (75Ct/nacht ob TV genutzt oder nicht) auf die Hotelrechnung bekommen? Ausländische Gäste zahlen, ob sie nun Deutsch können oder nicht...; dassehe ich eher kritisch.
Selbstgenutzte Ferienwohnungen. Ich kann nur an einem Ort "Haushalt führen". Wird eine FW vermietet -->siehe Hotel
Der Volkszählungsgedanke steht für mich fest, was anderes ist es nicht.
"Jeder profitiert vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, unabhängig davon, ob er ihn tatsächlich nutzt."
Das stimmt. Wenn ich keinerlei Empfangsgeräte habe könnte es ja sein, dass mir der Nachbar erzählt, was gerade in den ARD-Nachrichten verkündet wurde.
Das ist schon eine saftige Zwangsgebühr (Steuer) wert!
Wenn die ganze Sache nicht so stinken würde, könnte man darüber fast lachen ;)
"Jeder profitiert vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, unabhängig davon, ob er ihn tatsächlich nutzt."
Das Gehirn muss wohl erst erfunden werden, das diesen Gedankengang, der buchstäblich von hinten durch die Brust ins Auge geht, nachvollziehen kann.
Aber nein, das ist ja doch ganz leicht: Vom ÖR profitieren zum Beiscpiel die Fußballvereine, davon die balltretenden Millionäre, die kaufen sich Häuser, Autos, Frauen, wofür wiederum Steuern anfallen, welchselbige in Form herrlich ausgestatteter Schulen und anderer Kultureinrichtungen jedem zugute kommen, wirklich jedem!
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