RTL-Dschungelcamp: Tag eins In einem Wort: niveaulos, charakterlos, schamlos

Zahnschaden nach dem ersten Dschungeldinner: Thorsten Legat bei der Ekelprüfung.

(Foto: Stefan Menne +49 172 2701799)

Tag eins im australischen Busch und schon sind Opfer zu beklagen. Thorsten Legats Zahn bricht an einem Ochsenpenis. So wie die deutsche Sprache an Thorsten Legat.

TV-Kritik von Johanna Bruckner

Das ist passiert: Zwölf Menschen sind ins zehnte Dschungelcamp gezogen. Nachdem eine lethargische Kandidatenmasse dem Erfolgsformat im vergangenen Jahr ungewohnte Kritik eingebracht hatte, bietet RTL zur Jubiläumsausgabe alles auf, was der Pool an abgebrannten Buchstabenprominenten hergibt. Jenny Elvers beschreibt ihre Motivation, an "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" teilzunehmen, so: "Es hat eben nicht die Anmutung von gescheiterter Existenz." Die Frau hat immerhin mal mit Til Schweiger gedreht ("Knockin' on Heaven's Door", 1997).

Außerdem sind dabei: Brigitte Nielsen (war mal mit Sylvester Stallone verheiratet), David Ortega (spielt in der deutschen Version von Beverly Hills 90210, die allerdings ohne Sonne, Geld und schöne Menschen auskam), Gunter Gabriel (Schlagerbarde und Sprücheklopfer), Helena Fürst (machte im TV erst Jagd auf angebliche Sozialschmarotzer, schulte dann um zur "Anwältin der Armen"), Jürgen Milski (Sängerimitator am Ballermann), Menderes Bagci (Sängerimitator bei Bohlen), Nathalie Volk (Klum-"Mädchen"), Ricky Harris (Talkmaster gone Bademeister), Rolf Zacher (heimlicher Bruder von Udo Lindenberg), Sophia Wollersheim (Ballkönigin), Thorsten Legat (Philosoph).

Um ein Langeweile-Debakel wie 2015 zu verhindern, wurden neue Regeln eingeführt. Statt einer gibt es nun zwei Lagerstätten in der australischen Buschkulisse, "Base Camp" und "Camp Snake Rock". Die beiden Teams treten in den Dschungelprüfungen gegeneinander an, gleich zu Beginn wartet eine so genannte Ekelprüfung auf alle: Sie müssen innerhalb einer Minute verschiedene höchst unappetitliche Lebensmittel verspeisen. Etwa ein Gläschen Buschschweinsperma. Moderatorin Sonja Zietlow: "Der Rolf ziert sich ein bisschen." - Rolf Zacher: "Nee, mir kommt's Kotzen."

Ja, das ist wirklich passiert!: Thorsten Legat beißt sich an einem Stück Ochsenpenis, konkret: der Eichel, einen Zahn ab. Weil es die RTL-Redakteure an dieser Stelle versäumen - vermutlich, weil sie aus Dankbarkeit über die Nummer mit dem Penis weinen - jene legendäre Antrittsrede des hauptberuflichen Fußballcoaches des FC Remscheid einzuspielen, hier die wichtigsten Auszüge: "Es ist einfach 'ne Faszination, hier zu sein zu dürfen. Die Region braucht natürlich Erfolgserlebnisse. Mein größter Wunsch war ebenthalb, einmal (...) Trainer zu sein dürfen. So, das ist jetzt eingetroffen. Nichtsdestotrotz freu' ich mich da drauf. Aber wie gesagt: Für mich is' einfach nur der Beweggrund gewesen, dass die Mannschaft Kapital hat und absolute individuelle Klasse. Die Mannschaft ist intakt, bloß: Ich kenn' diese Leute, ich weiß, mit wem ich rechnen kann. Es interessiert mich aber auch nicht."

Das dafür nicht: Das aufgetischte Kamelhirn wird von David Ortega und Jürgen Milski nicht gegessen. Womit wir beim nächsten Thema sind.