Revival auf ProSieben Die skurrilsten Folgen von Akte X

David Duchovny und Gillian Anderson als FBI-Agenten Mulder und Scully sind wieder da.

(Foto: Fox)

Akte X ist wieder da - auf ProSieben. Zu diesem Anlass: Ein Best-of der irrsten Folgen, vom Alien-Würmchen in der Arktis über Mord im Wanderzirkus.

Von Nicolas Freund

Scully und Mulder sind zurück. Nach 13 Jahren kommen Gillian Anderson und David Duchovny in einem Remake von Akte X wieder ins Fernsehen. Von 8. Februar an laufen die zehn Folgen immer montags um 21.10 Uhr auf Pro Sieben. Aber wie war das noch damals, vor 13 Jahren? Die skurrilsten Episoden im Überblick:

Gezeichnet (Pilot), Staffel 1, Folge 1

Worum geht's? Im Wald wird ein totes Mädchen mit merkwürdigen Einstichen am Rücken gefunden. FBI-Agent Fox Mulder (David Duchovny) ermittelt und schleift seine neue Kollegin Dana Scully (Gillian Anderson) mit. Die soll eigentlich auf ihn aufpassen, denn Mulder ist beim FBI für seinen Hang zum Paranormalen bekannt. Scully gilt als nüchterne, verlässliche Wissenschaftlerin. Er ist im Fall des toten Mädchens sicher, einer Alien-Verschwörung auf der Spur zu sein. Sie ist noch nicht einmal sicher, was sie von "Spooky" Mulder halten soll.

Sehenswert, weil: Das spannende Verhältnis zwischen Mulder und Scully nimmt hier seinen Anfang: Der geniale Verschwörungstheoretiker und die katholische Wissenschaftlerin verdrehen Gender-Muster und stellen einander in Frage. Wenn sie nicht gerade flirten. Außerdem die allererste Folge der TV-Serie, die aus Ufo-Verschwörungen Popkultur gemacht hat.

Bester Moment: Mulder und Scully untersuchen die exhumierte, eigenartig entstellte Leiche eines Mordopfers. Er denkt, ein Alien gefunden zu haben, sie vermutet, die Leiche wurde mit einem Affen vertauscht. Jeder sieht, was er sehen will.

Eis (Ice), Staffel 1, Folge 8

Worum geht's? In der Arktis haben Wissenschaftler einen Tiefenbohrrekord gebrochen - kurz darauf bricht der Kontakt zu der Forschungsstation ab, denn ein Alien-Würmchen treibt sein Unwesen und kontrolliert die Menschen. Mit einer schrägen Truppe aus Wissenschaftlern und Abenteurern sollen Mulder und Scully der Sache auf den Grund gehen.

Sehenswert, weil: Es ist die Akte-X-Version des Horrorklassikers Das Ding aus einer anderen Welt. Spannendes Setting, tolle schauspielerische Leistungen - und ausnahmsweise völlig ironiefrei. Ein paranoides Kammerspiel im ewigen Eis.

TV-Comeback nach 13 Jahren Die X-Akten sind wieder geöffnet

"Akte X" kehrt nach mehr als 13 Jahren ins Fernsehen zurück und wirft gleich die Frage auf: Hat Fox Mulder sich neun Staffeln lang geirrt? Achtung, Spoilergefahr!

Bester Moment: (Die Männer untersuchen sich gegenseitig auf Spuren des Parasiten). Mulder: "Bevor jemand ein Urteil fällt, darf ich Sie daran erinnern, dass wir hier in der Arktis sind."

Der Zirkus (Humbug), Staffel 2, Folge 20

Worum geht's? Im Umfeld eines Wanderzirkus kommt es seit Jahren zu blutigen Morden. Jüngstes Opfer ist der schuppige Alligatormann. Mulder verdächtigt sofort die Fiji-Meerjungfrau. Scully denkt, dass auch ein Freak, Fakir oder Kleinwüchsiger das Zeug zum Serienmörder haben kann.

Sehenswert, weil: Perfektes Drehbuch von Akte-X-Autor Darin Morgan: Bis in jede Dialogzeile ein ironisches Spiel mit Vorurteilen und Differenzen. Akademisch interessant - und vor allem ziemlich witzig.

Bester Moment: Eigentlich die ganze Folge. Besonders in Erinnerung bleibt, wie sich bei der Beerdigung des Alligatormanns der Fakir und Entfesselungskünstler Dr. Blockhead aus dem Grab befreit und sich selbst einen Nagel in die Brust hämmert. Mulders Kommentar: "Ich freue mich schon auf den Leichenschmaus."

Krieg der Koprophagen (War of the Coprophages), Staffel 3, Folge 12

Worum geht's? Killer-Kakerlaken töten Wissenschaftler. Mulder ermittelt. Weil Scully zuhause geblieben ist, Eis isst und Ratschläge am Telefon gibt, hilft Dr. Bambi Berenbaum bei den Ermittlungen. "Bambi" sieht aus wie Lara Croft und forscht zu Ufos. Mulder verknallt sich in die Forscherin, Scully wird schwer eifersüchtig ("Ihr Name ist Bambi?").

Sehenswert, weil: Knuffige Roboter kommen vor, außerdem eine wunderbar genervte Scully und ausführliche Gespräche über Insektengeschlechtsteile.

Bester Moment: Bambi: "Seien Sie vorsichtig! Wir wissen immer noch nicht, wozu diese Kakerlaken fähig sind!"

Ein unbedeutender Niemand (Small Potatoes), Staffel 4, Folge 20

Worum geht's? In einer Kleinstadt werden auffällig viele Kinder mit Schwanz am Steißbein geboren. Eine der Mütter und die Boulevardpresse behaupten, der Vater dieser Kinder sei "nicht von diesem Planeten" - Mulders Stichwort. Im Gespräch mit der Mutter stellt sich aber heraus, dass dieser Vater niemand Geringerer als Luke Skywalker aus Star Wars sein soll. Aber die X-Akte wird nicht geschlossen: Statt mit Außerirdischen bekommen es Scully und Mulder mit einem Verrückten zu tun, der sein Aussehen ändert, um Frauen zu schwängern.

Sehenswert, weil: Mark Hamill kommt nicht vor, aber das "Monster" spielt Darin Morgan, der mehrere Akte-X-Episoden geschrieben hat. Geschrieben hat diese Folge Breaking-Bad-Erfinder Vince Gilligan. Mulder darf viel Quatsch machen und Scully skeptisch schauen. Am Ende erzählt sie aber nach einer Flasche Rotwein vom Feuerwehreinsatz bei ihrem Abschlussball und knutscht fast mit Mulder.

Bester Moment: Mulder verhaftet zwei halbnackte Männer in der Umkleide - könnte ja schließlich jeder dieser Gestaltwandler sein. Auch gut: Mulder posiert vor dem Spiegel wie Robert De Niro in Taxi Driver.

Der große Mutato (The Post-Modern Prometheus), Staffel 5, Folge 5

Worum geht's? Schon wieder wurden Frauen geschwängert und können sich an nichts erinnern, außer dass der "Große Mutato", ein zweiköpfiges Monster, etwas damit zu tun haben soll. Den lieben oder leugnen alle im Dorf - und verdächtigen lieber den Genetiker Dr. Pollidori. Mulder und Scully müssen sich mit schrulligen Hinterwäldlern herumschlagen, die irgendwie an Pferde, Hühner und Ziegen erinnern.

Sehenswert, weil: Gedreht in schwarz-weiß und mit speziellen Kameralinsen, um den Look alter Comics und Horrorfilme zu imitieren. Scully und Mulder ermitteln mit Cher-Soundtrack in einer modernen Frankenstein-Geschichte - zum Glück nimmt sich Akte X nur sehr selten ernst. Witzig und liebenswert.

Bester Moment: Der zweiköpfige Mutato tanzt erst zu Cher, dann mit Cher. (Die einen Gastauftritt leider absagte und nur als Double auftaucht.)

Ein Spiel (Chinga), Staffel 5, Folge 10

Worum geht's? Scully verbringt ein freies Wochenende in New England. Viel Freizeit hat sie aber nicht: Erst kratzen sich in einem Supermarkt Menschen die Augen aus und ein Metzger ersticht sich selbst, dann schlitzt sich eine alte Frau mit einer zerbrochenen Schallplatte die Kehle auf. Ein kleines Mädchen mit Porzellanpuppe scheint die Gewaltausbrüche auszulösen. Scully geht der Sache im Freizeitlook nach, also mit T-Shirt statt Bluse und Blazer.

Sehenswert, weil: Geschrieben von Horror-Autor Stephen King und Akte-X-Erfinder Chris Carter. Gilt wegen dem gruseligen Mädchen mit der noch gruseligeren Puppe und drastischen Gewaltdarstellungen als eine der unheimlichsten Akte-X-Folgen.

Bester Moment: Mulder schaut Pornos im Büro und spitzt alle Bleistifte, die er finden kann. So viel zum freien Wochenende. In derart guter Laune macht er Scully einen spontanen Heiratsantrag am Telefon.

Böses Blut (Bad Blood), Staffel 5, Folge 12

Worum geht's? Mulder tötet einen Vampir. Auf die gute, altmodische Methode Holzpflock-ins-Herz-rammen. Dumm nur, dass der Typ zwar nicht ganz sauber, aber leider doch kein Vampir war. Scully hat mitgemacht und deshalb droht den zweien ein Disziplinarverfahren.

Sehenswert, weil: Beide erzählen aus ihrer Perspektive, was vor der Vampirjagd geschehen ist. Mulder ist in Scullys Version ein großkotziger Macho, Scully in Mulders Version eine grantige Pedantin. Sie beschreibt sich als gutmütiges Arbeitstier, er sieht sich als hochgebildeten Profiermittler. Der gutaussehende Deputy, mit dem Scully geflirtet haben soll, hat in Mulders Version einen fiesen Überbiss. Was wirklich passiert ist und ob es den Vampir tatsächlich gab, niemand weiß es.

Bester Moment: Mulder hat mit Drogen vollgedröhnt den TV-Cop Shaft imitiert, behauptet zumindest Scully.

Die Fahrt (Drive), Staffel 6, Folge 2

Worum geht's? Rücksichtlos rast ein Wagen durch Nevada, auf dem Rücksitz liegt eine Frau. Der Fahrer reagiert auf keinen Versuch der Polizei, ihn zum Anhalten zu bringen. Eine Straßensperre hält den Raser schließlich auf und befreit die "Geisel" - der im Polizeiauto anschließend der Kopf explodiert. Mulder findet heraus, was dahinter steckt.

Sehenswert, weil: Eine weitere Episode von Vince Gilligan mit zugegeben etwas quatschigem Plot. Aber der Raser ist Bryan Cranston, der zehn Jahre später die Rolle des Walter White in Breaking Bad angeblich genau wegen dieses Gastauftritts bekommen hat. Die Geschichte vom zum Tode verurteilten Mann, der nichts mehr zu verlieren hat und deshalb kriminell wird, kann man auch als Breaking Bad im Schnelldurchlauf verstehen. Außerdem eine schöne Hommage an den Actionfilm Speed.

Bester Moment: Mulder: "Wenn man anhält, stirbt man, den Film kenne ich."

Vollmond (X-Cops), 7. Staffel, 12. Folge

Worum geht's? Vollmondnacht in Los Angeles. Eine Polizeistreife wird von irgendetwas übel zugerichtet. Zwei bewaffnete Verdächtige stellen sich als die FBI-Agenten Mulder und Scully heraus. Mit den LAPD-Cops machen sie sich auf Monsterjagd.

Sehenswert, weil: Ein Crossover von Akte X und dem beliebten amerikanischen Reality-TV-Format Cops. Die Folge ist komplett in dem pseudo-realistischen Stil von Cops gehalten mit wackeligen Einstellungen und Kommentaren in die Kamera. Witzig und postmodern.

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Bester Moment: "Was machen eigentlich diese Kameras hier?"