"Quizduell" im Ersten Von jetzt an mit Zettelchen

In der zweiten Quizduell-Ausgabe macht Jörg Pilawa Dienst nach Vorschrift.

(Foto: dpa)

Nächster Versuch, wieder gescheitert: Auch in der zweiten "Quizduell"-Ausgabe streiken die ARD- Server, Tausende App-Nutzer können nur zuschauen. Moderator Jörg Pilawa rät zur analogen Technik. Ein mögliches Datenleck lässt er unerwähnt.

Von Carolin Gasteiger

Bin ich schon drin? Nein, das mit der ARD und dem Internet will einfach nicht klappen. Auch in der zweiten Episode der ARD-Sendung Quizduell können Zuschauer via Smartphone-App nicht mitspielen. Nach einem vermeintlichen Hackerangriff sind die technischen Probleme noch immer nicht gelöst. Aber deswegen die Sendung absagen? Muss nicht, dachten sich die Programmverantwortlichen wohl. Die Sendung läuft - angesichts der Pannen ein bizarres Schauspiel.

Eigentlich soll im Quizduell ein Studio-Team gegen Team Deutschland antreten - also vier Kandidaten im Studio gegen potenziell 16 Millionen App-Benutzer vor dem Fernseher. Aber die Premiere am Montagabend verlief desaströs: Erst spielte die Technik nicht mit, dann griffen mutmaßliche Hacker die Server an.

"Wenn du einen Hintern in der Hose hast, dann melde dich"

Die ARD lädt Millionen "Quizduell"-Nutzer ein, live gegen ein Team im Studio zu spielen. Doch ein Hacker, fehlerhafte Notfall-Technik und ein zickiges Publikum vermasseln die Premiere. Moderator Jörg Pilawa leidet und flucht. War's das schon mit der interaktiven Sendung? Das Desaster im Minutenprotokoll. Von Jana Stegemann und Benjamin Romberg mehr ...

Am Tag danach bemühte sich die ARD um Schadensbegrenzung, Moderator Jörg Pilawa versuchte es mit Humor. Aber es half nichts. Am Dienstagabend ist immer noch nicht klar, was den Serverausfall verursachte: "Wir suchen weiter", versucht Pilawa zu beschwichtigen. Da ist es Dienstagabend, 18 Uhr, und die zweite Episode des Quizduells in vollem Gange. "Vielleicht können wir am Ende der Sendung das Gerät wieder hochfahren." Am Ende der Sendung? In vierzig Minuten? Und was passiert bis dahin?

Augen zu und durch. Immerhin kennt sich "Quizonkel" Pilawa (wie er sich selbst nennt) mit Ratesendungen aus. So wird aus der interaktiven Quizshow einfach eine Quizshow. Team Studio gegen das Publikum. Und die Zuschauer zuhause? "Sie zu Hause spielen auch, mit Zettelchen", schlägt Pilawa vor und spielt damit auf den Vorschlag eines Twitter-Users vom Vorabend an. Haha. Er zieht dann sein Standardprogramm durch. Die üblichen Quizfragen, die üblichen lahmen Sprüche (das Studiopublikum lacht sowieso). Dienst nach Vorschrift, ist ja eh schon egal.

Als wäre das alles nicht peinlich genug, wurde am Dienstagnachmittag auch noch die vorerst jüngste Hiobsbotschaft für die Quizduell-Adaption im Ersten publik. Neben den technischen Problemen soll die ARD auch noch mit einem Datenleck zu kämpfen haben: Die Nutzerdaten von nicht weniger als 50.000 Quizduell-Spielern sollen einem Bericht von heise.de offenliegen. Deren Klarname, Wohnort, Geburtsdatum und Mail-Adresse. An den Problemen werde gearbeitet, hieß es vom Sender.

Pilawa geht in der Sendung nicht auf das angebliche Leck ein. Zur Zukunft seiner Sendung sagt er: "Ich weiß nicht, was morgen hier los ist." Im Falle eines Totalausfalls stünde Verbotene Liebe bereit, die Daily Soap, deren Sendeplatz sich das Quizduell borgt.

Verbotene Liebe? Pilawa sieht da durchaus Parallelen: Er sei quasi "von der App vorm Traualtar stehengelassen worden."

Weiterführende Links:

"Deutschland ist der größte Markt für uns": Im SZ-Interview erklärt der schwedische Quizduell-Erfinder Henrik Willstedt den Erfolg der App, wie er zu schlagen ist und was Rapper Sido damit zu tun hat.

"Wisch dir was": Wie die verschiedenen TV-Sender versuchen, die Internetgemeinde am Second Screen einzubinden. Eine Analyse von Laura Hertreiter und Jürgen Schmieder.