Pro-Sieben-Sat-1-Chef Ebeling klagt über die Nachrichten-Debatte - und würde eher Fiction fördern. Eine Forderung nach einer "Selbstverpflichtung" lehnt er ab.
Thomas Ebeling, Vorstandschef von ProSiebenSat1, hat sich über eine "Diktatur der intellektuellen Elite bei der Qualitätsdebatte" beschwert. Bei einem Symposium der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) am Mittwoch in Berlin blieb er trotz der anhaltenden Kritik bei seiner Meinung, dass klassische News für seine Sendergruppe nur ein Zuschussgeschäft seien: "Auch wenn ich mehr Geld hätte, würde ich es nicht für mehr Nachrichten ausgeben." Stattdessen, so Ebeling, würde er "stark auf die lokale Fiction-Produktlinie setzen, als aktuelles Beispiel nannte er den Sat-1-Zweiteiler Die Grenze.
"Auch wenn ich mehr Geld hätte, würde ich es nicht für mehr Nachrichten ausgeben" - Thomas Ebeling. (© Foto: ddp)
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Es war Ebeling selbst gewesen, der die Diskussion über Qualität und Wert von Informationssendungen im Privatfernsehen durch ein Interview mit der SZ im November ausgelöst hatte. Nachrichten seien "vielleicht für das Image bei Politikern wichtig, aber nicht unbedingt bei allen Zuschauern", hatte er da gesagt. Als er nun gefragt wurde, ob er diese Formulierung bereue, verneinte der Vorstandschef.
"Ernste Bedenken"
Die Reaktion der Politik habe ihn vielmehr bestätigt. Weiter sagte Ebeling, dass der "Nachrichtenanteil" seiner Sender in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben sei und gemessen am Gesamtinhalt zwischen 25 und 35 Prozent liege. Ebeling betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die "Wissenschaftspublizistik" seiner TV-Gruppe mit bunten Sendungen wie Galileo sogar verfünffacht habe. Die auch in Berlin wieder vorgetragene Forderung der DLM nach einer "Selbstverpflichtung" der Privaten, Länge und Sendeplätze ihrer Nachrichten verbindlich zu regeln, wies Ebeling zurück: "Da habe ich ernste Bedenken."
Bleibt der Verkauf des eigenen Nachrichtensenders N24. Auf den Stand der Verhandlungen angesprochen, sprach Ebeling von bislang fünf bis zehn Interessenten - als Kaufinteressenten wollte er diese Gesprächspartner noch nicht alle bezeichnen. Es gebe auch die Option, den Sender, der zuletzt 40 Millionen Euro Verlust machte, selbst weiterzubetreiben, mit einer "leicht anderen" oder "ganz anderen Ausrichtung".
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(SZ vom 11.03.2010/berr)
Unbekannter verteilt Geldgeschenke
Also ich weiß ja nicht, Herr/Frau/User Calva...
also für mich klingt eine derartige Pauschalisierung wie Ihre Aussage "Entweder Arbeitslos, im Knast oder im Altersheim." ehrlich gesagt auch ziemlich nach Bildzeitungsniveau...
Da ist mir doch jemand lieber, der sich seine Meinung nach einer Sendung 'Galileo' bildet anstatt auf Grundlage unreflektierter Vorurteile.
Was soll das Geschrei um die Qualität von Nachrichten? Wir leben doch in der informationellen Selbstbestimmtheit.
Und ein Volk, das mehrheitlich Bild oder ein türkisches Äquivalent zum Information nutzt, lebt mit "Galileo" als Wissenschaftspublizistik gar nicht schlecht. Und wenn Erhebungen zeigen, daß ca 30% der Zuschauer die Nachrichten der öffentlich-rechtlichen inhaltlich nicht verstehen, kann es nur eine Forderung geben:
RTL-II-News für alle ... die das möchten!
Naja... wer diese Schmuddelsender (inkl. RTL und wie sie alle heissen) schauen muss, ist arm dran. Entweder Arbeitslos, im Knast oder im Altersheim.
Gibt zwar schon ein erhebliches Potential an möglichen Zuschauern, aber ob's dann wirklich so lukrativ ist?
Es ist doch so, dass der erfolgreiche und gebildete Mensch von heute den TV nur noch wenig braucht, vielleicht Nachrichten (und da können genau diese Sender nicht mithalten), vielleicht hie und da mal ein bisschen Sport (wenn möglich ohne Werbung), wenn das Wetter draussen schlecht ist. Was den Rest anbelangt... bitte sehr, wer sitzt denn da noch vor der Kiste?
Die Bildzeitung mag sich ja erfolgreich verkaufen; die wirklich wichtigen Dinge stehen woanders....