Personalien Intendant gesucht

Intendantin Dagmar Reim will im Sommer aufhören. Eine Findungskommission diskutiert ihre Nachfolge.

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RBB-Chefin Dagmar Reim hat für den Sommer ihren Rückzug angekündigt. Für ihre Nachfolge diskutiert die Findungskommission offenbar auch über bekannte Namen.

Von Claudia Tieschky

Langsam wird es richtig spannend bei der Intendantensuche im kleinen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Zu den Namen, mit denen sich die Findungskommission des Rundfunkrats befasst, gehören offenbar drei, die alles andere als zweite Liga im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind. Ob sie aber auch wirklich für eine Kandidatur zu haben wären, ist noch nicht gesagt. Dagmar Reim, die den RBB seit 2003 führt, hat für kommenden Sommer ihren vorzeitigen Rückzug aus dem Amt aus privaten Gründen angekündigt.

Im Gespräch bei der Kommission ist nach derzeitigem Stand, wie bereits mehrmals in den Medien genannt, Volker Herres, der derzeit als Programmdirektor der ARD in München wirkt. Sein Vertrag läuft zwar noch bis Oktober 2018, trotzdem könnte es für den 58-Jährigen womöglich reizvoll sein, früher aus dem ARD-Amt zu scheiden, um seine Laufbahn in ein paar Jahren als RBB-Intendant zu beenden. Herres soll angeblich noch nicht definitiv entschlossen sein, zu kandidieren. Ebenfalls dabei ist offenbar Patricia Schlesinger vom NDR; die durchsetzungsfähige, journalistisch erfahrene 54-Jährige wäre durchaus intendantenfähig. Sie war unter anderem Washington-Korrespondentin der ARD, moderierte das Politmagazin Panorama und verhilft derzeit als Leiterin des Programmbereichs Dokumentation und Kultur beim NDR viel relevanten Themen ins ARD-Programm. Der dritte Name soll der von ZDF-Mann Theo Koll sein. Der 59-Jährige ist als Moderator von Auslandsjournal, Politbarometer und Frontal 21 dem Publikum bekannt und war als Leiter der wichtigen Hauptredaktion Politik und Zeitgeschehen eine treibende Kraft im Sender; derzeit ist Koll Studioleiter in Paris.

Die Findungskommission, die Vertraulichkeit vereinbart hat, muss nun sondieren, wen sie dem Rundfunkrat am Ende tatsächlich zur Wahl vorschlagen kann, die am 7. April stattfinden soll. Dabei dürfte es für den einen oder anderen der Vielleicht-Kandidaten eine Rolle spielen, ob er alleine mit überschaubarem Risiko beim Rundfunkrat zur Wahl antritt oder in Konkurrenz gegen einen Mitbewerber.

Im Gespräch war bis vor kurzem auch die ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab. Die Juristin ist exzellent vernetzt und Kennerin aller rundfunkrelevanten Finessen, aber keine Frau aus dem Programm. Interesse wird auch Claudia Nothelle zugeschrieben, der Programmdirektorin des RBB, die so oder so im Sender ein Faktor bleibt, mit dem Reims Nachfolger rechnen muss: Nothelles Vertrag läuft noch bis 2019. Auch Christine Strobl, Chefin der ARD-Produktionsfirma Degeto, war gut informierten Kreisen zufolge für die Kommission eine Option; Strobl hat aber abgesagt und das bereits auf einer Betriebsversammlung der Degeto erklärt. Sie fühle sich jedoch "geehrt, dass ich als Nachfolgerin von der von mir sehr geschätzten Frau Reim gehandelt wurde", teilt sie auf Anfrage mit.