Pay-TV-Sender Sky legt bei Abos zu Grund zur Hoffnung

Pocher, US-Serien und Raubtierdokus: Der Bezahlsender Sky Deutschland versucht alles, um endlich Gewinn zu machen. Und die Zahl der Abonnenten wächst tatsächlich. Aber wie lange wird Mit-Eigner Rupert Murdoch die Verluste noch ertragen?

Oliver Pocher habe endlich seinen "Traumjob" gefunden, sagt er. Seit letztem Samstag moderiert er als Fußballkommentator bei Sky Deutschland. Diesen Optimismus, den Pocher nach dem Ende seiner "Oliver-Pocher-Show" bei Sat 1 demonstrativ ausstrahlt, kann der Bezahlsender Sky Deutschland gut gebrauchen.

Das Ende oder ein neuer Anfang? Seit Samstag moderiert Oliver Pocher die Bundesliga bei Sky.

(Foto: obs)

Auch in diesem Jahr wird der Pay-TV-Sender keine Gewinne machen, doch konnte er immerhin die Verluste halbieren. Unter dem Strich verbuchte Sky Deutschland zwischen April und Juni 2011 einen Verlust von 53,6 Millionen Euro - das entspricht einem Minus von 776.000 Euro pro Tag.

Doch legte der Sender bei den Abonnenten weiter zu. Zwischen April und Juni kamen unter dem Strich 33.000 neue Kunden dazu und ließen die Abo-Zahl auf 2,759 Millionen wachsen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres schlossen damit 100.000 Menschen einen Vertrag mit Sky. "Wir sind sehr zufrieden mit unseren Fortschritten im zweiten Quartal", sagte Sky-Chef Brian Sullivan am Freitag. Wann das Unternehmen aber tatsächlich Gewinne machen wird, ließ Sullivan offen.

Bleibt zu hoffen, dass auch der US-Medienunternehmer Rupert Murdoch nicht die Geduld mit seinem deutschen Sorgenkind verliert. Sein Konzern News Corp. ist zu 49,9 Prozent an Sky Deutschland beteiligt. In den vergangenen zwölf Monaten wurden so etwa 448 Millionen Euro in den verlustreichen Sender gepumpt, etwa um das Programm und das HD-Angebot kräftig auszubauen und kräftig Werbung zu machen.

"Wir schlagen die Tür nicht zu."

Das sollte zunächst auch ausreichen, sagte Sullivan. "Aber wir schlagen die Tür nicht zu." So sei es durchaus denkbar, etwa für große Investitionen weiteres frisches Kapital zu beschaffen. Die Kasse von News Corp. jedenfalls ist trotz der Skandale, die Murdochs Reich erschüttern, gut gefüllt.